Geschäftsidee Vorstellung: livekritik.de als zeitgemäße Kultur-Plattform

Bewegt? Berührt? Begeistert! Rod Schmid, Gründer und Geschäftsführer der neuen Kulturplattform livekritik.de, im Interview mit MeinStartup.com:

Herr Schmid, tolle und schöne Geschäftskonzepte im Kulturbereich wie das Ihre, die sehen wir bei uns leider viel zu selten. Was ist die Intention hinter Livekritik.de?

Wir möchten Kulturbesuchern die Möglichkeit geben, zielgerichteter nach passenden Kulturereignissen zu suchen. Wenn man bisher im Internet nach Veranstaltungen Ausschau hielt, fand man schnell die Ticketverkäufer und Veranstaltertexte. Viel interessanter und zeitgemäßer ist es aber zu erfahren, was andere Besucher zu einem Stück sagen, wie sie es empfinden, was für sie das Besondere ist.

livekritik.de gibt ihnen also eine Stimme, die Möglichkeit, ihre Meinung offen und ehrlich kundzutun. Und damit schaffen wir die Voraussetzung für Kulturdialog und Austausch. Bewertungsplattformen gibt es viele im Internet. Wir sind der Überzeugung, dass Kulturbesucher erstens in Wertigkeit und Design anders angesprochen werden müssen und zweitens, dass die Kulturszene hierzulande es noch lernen muss, sich der Diskussion mit dem Publikum zu stellen. Darum haben wir livekritik.de entwickelt. Ich glaube, dass das spannend und lohnend werden wird.

Ein Portal wie das Ihre lebt natürlich von der Beteiligung der Nutzer. Sind Sie hier mit der bisherigen Entwicklung zufrieden?

Wir sind froh und auch etwas überrascht, sowohl über die durchweg positiven Reaktionen in der Kulturszene als auch über die Beteiligung der Nutzer selbst. Fast täglich schließen wir neue Kooperationen mit Kulturinitiativen ab, wie z.B. dem Berliner Theaterclub oder Portalen, wie kreatives-brandenburg.de. Unsere Nähe zur Kultur und den vielen interessierten und aktiven Menschen ist die Basis für unser langfristiges und nachhaltiges Wachstum.

Wie viele Mitglieder können Sie bereits verzeichnen, und wo möchten Sie mittel- und langfristig stehen?

Wir sind vor einem guten Monat gestartet und bekommen jeden Tag Neuanmeldungen über verschiedene Kanäle und teilweise sehr hochwertige Kritiken. Das ist jetzt natürlich erst der Anfang. Aber bis jetzt ist die Entwicklung klasse und wir merken, dass wir einen Nerv getroffen haben. Wir wollen aber noch besser werden und werden die Zugänge zum Portal einfacher gestalten. In Kürze ist z. B. ein direkter Login über Facebook vorgesehen.

Unser Konzept ist für den gesamten deutschsprachigen Raum ausgelegt. Rezensionen auf regionalen Plattformen für Kabarettisten oder Musikgruppen die in vielen Städten unterwegs sind, haben immer nur begrenzten Wert. Zum Start legen wir unseren Schwerpunkt auf die Region Berlin/Brandenburg. Unser Ziel ist es aber die erste Adresse für Kulturinteressierte in Deutschland zu werden, die sich detailliert, individuell und kostenlos über kulturelle Veranstaltungen informieren wollen.

Wer steckt hinter dem Konzept, bei so viel Liebe zum Detail sicherlich ein kulturbegeistertes Team?

Rod Schmid

Ja, natürlich kulturbegeistert, aber eben auch nicht direkt aus der Kultur kommend, sondern eher aus dem Blickwinkel des interessierten Kulturbesuchers.

Insofern haben wir uns idealtypisch vorgestellt, was für ein Portal uns selbst ansprechen und helfen würde. Die Grundidee stammt von mir und wir haben das Feinkonzept mit sehr viel Begeisterung dann im Team von fünf Leuten entwickelt. Wir haben aber auch die Nutzer von Anfang mit in die Entwicklung eingebunden und sind sehr dankbar für alle Hinweise, die unsere Seite noch besucherfreundlicher machen.

Wer pflegt die Inhalte ein, sollen das zukünftig die Nutzer oder auch Kulturschaffenden selbst machen?

Die Kulturszene in Deutschland ist zum Glück ungeheuer vielfältig und hat viele heterogene Akteure. Das macht es für uns natürlich nicht einfacher. Die Kernveranstaltungsdaten erhalten wir von Kooperationspartnern, diese Daten können aber in Zukunft auch von den Kulturschaffenden und Veranstaltern selbst eingetragen oder ergänzt werden. Die Besucher können sich dann für ihre Kulturereignisse entscheiden und wenn ihnen unser Portal bei der Auswahl geholfen hat, selbst eine Rezension schreiben, anderen helfen und den Austausch beginnen.

Ist livekritik.de ein „kommerzielles“ Projekt, bzw. wie soll sich dieses finanziell tragen?

Zwei Grundgedanken: Überall bemerken wir, dass Nutzerwertungen wichtiger werden, ob beim Kauf einer Digitalkamera oder vor einer Hotelbuchung. Studien zeigen sogar, dass die Glaubwürdigkeit von Kundenbewertungen höher ist als von redaktionellen Artikeln. Zweitens: Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, hat es 2011 im Veranstaltungsmarkt einen Rekordumsatz von fast vier Milliarden Euro gegeben – damit liegt er weit vor dem Games-, Tonträger- und Kinomarkt, wo sich all die anderen StartUps tummeln. Ich denke, wer eins und eins zusammenzählt, wird erkennen, wie viel Potenzial in unserer Idee steckt.

Suchen Sie noch nach Unterstützern und Kooperationspartnern, um das Projekt bekannter werden zu lassen?

Wir bauen das Portal nachhaltig mit einer wachsenden Zahl von Partnern auf. Dafür braucht es jede Menge Zielstrebigkeit und einen langen Atem, den wir mitbringen. Von livekritik.de sollen nicht nur Besucher, Kulturanbieter, Kooperationspartner und wir als Unternehmen profitieren, sondern, ganz idealistisch betrachtet, leistet die Seite einen wichtigen Beitrag für einen offenen und kritischen Geist insgesamt.

Die Verwirklichung dieser Idee können und wollen wir nicht alleine angehen, daher sind wir natürlich offen für neue, inhaltlich tragfähige Kooperationen und weiterführende Anregungen.

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