Kultur und Kommerz: livekritik.de sucht den Spagat auf Companisto

Erfolgreiches Crowdinvesting: 25.000 Euro in nur fünf Tagen. Ein Gastbeitrag von Rod Schmid, livekritik.de.

Deutschland ist merkwürdig. Auf der einen Seite gibt es die ernsthafte Kulturbranche mit ihren exklusiven, distinguierten Diskussionspartnern und dem seriösen Printjournalismus, der sich gerade mal wieder in einer Krise befindet und beide dürfen (zumindest öffentlich) kein Geld verdienen, sondern stehen für das Wahre, Schöne, Gute.

Auf der anderen Seite lauert der kalte Kommerz. Spaßprodukte, Usersternchen für Kultur, der Besucher darf mitreden und die wollen sogar richtig Geld verdienen. Unernst, belanglos, geht gar nicht.

Der Kulturmarkt ändert sich substanziell

War da was? Wenn man sich die bis jetzt über 170 Mikroinvestoren anschaut, die in das Kultur-StartUp livekritik.de in nur fünf Tagen über 25.000 Euro investiert haben, dann sind die Kulturbesucher vielleicht doch schon weiter als mancher Leitartikler, dann scheint sich gerade substanziell im Kulturmarkt etwas zu ändern – und dieser ist mit vier Milliarden Euro Umsatz allein im Ticketverkauf weit größer als die vielbesprochene Games-, Tonträger- oder Kinoindustrie.

Die Idee hinter livekritik.de: Kulturbesucher besprechen und bewerten von ihnen besuchte Theaterstücke, Konzerte, Shows und Ausstellungen. Der Fokus wird also nicht auf Hotels (z.B. holidaycheck), regionale Geschäfte (z.B. qype) oder Kinofilme (z.B. moviepilot) gelegt, sondern auf Inszenierungen. Dabei ist es heutzutage selbstverständlich, dass Onlinebewertungen vor einer Kaufentscheidung herangezogen werden. Schon 64 % der Deutschen vertrauen solchen Empfehlungen (Nielson, 2012). Und der Markt für Empfehlungsmarketing ist weiter hoch interessant: Erst vor wenigen Wochen wurde qype für rund 50 Mio. Euro an den amerikanischen Konkurrenten Yelp verkauft.

Den Kulturdiskurs spannender gestalten

Kommen wir zurück zum deutschen Kulturdiskurs. Wo soll der stattfinden für die 33 Millionen Kulturbesucher? Wirklich nur im Feuilleton? Der Zuschauer muss leider draußen bleiben. Oder in den hunderten, inhaltlich gut gemachten Einzelseiten über Kultur in Deutschland? Ja klar, dort auch. Wir glauben aber, dass es an der Zeit ist, das Thema Kulturvermittlung und -diskurs im deutschsprachigen Raum größer zu denken, interessanter zu machen, spielerischer zu gestalten. Und gleichzeitig ernsthafter, als es sich die Ticketportale vorstellen können.

Denken Kultur neu: Till Führer (Redaktion), Rod Schmid (Geschäftsführung), Karin Janner (Kommunikation)

Kultur und Kapital? Unsere Investoren, wie Thomas, sehen darin keinen Widerspruch mehr: „Tolle Idee! Scheint mir sehr aussichtsreich, da alles auf einer Seite angeboten wird und alle Beteiligten profitieren.“ Das Crowdinvesting kann bis zu einer Höhe von 100.000 Euro erfolgen und läuft noch knapp zwei Monate. Jeder kann bereits ab fünf Euro zum Kulturinvestor werden.

Weitere Informationen zum Crowdinvesting von livekritik.de: www.companisto.de/startups/livekritik.de-startup-11/overview.

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