13grad.com: Mit viel Gründerleidenschaft zur Wein-Community

Persönlicher Weinberater, Wein-Community und digitaler Marktplatz für Wein: All dies ist dreizehn grad aus München. Wie man seine private Leidenschaft in einem Onlineportal verwirklichen kann, das verrät uns Jan Potthast von dreizehn°:

Ihr Angebot klingt ganz so, als hätten die Gründer mit 13grad ein Angebot verwirklicht, welches Sie selbst so immer vermisst haben?

Das ist richtig. Wir haben immer einen virtuellen Treffpunkt vermisst, der offen ist für alle: Weinfreunde, Winzer und Weinhändler. Bisherige Weinportale funktionieren ohne usergenerierten Content, sind also redaktionsbasiert. Sie bieten letztlich nur das, was auch der gebundene Weinführer leistet: Information, die ein beschränkter Kreis von Experten vermittelt. Das fanden wir nicht zeitgemäß.

Dort wo usergenerierter Content angeboten wird, in Weinforen oder Verkostungsportalen von Weinfreaks, fehlte uns die übersichtliche Struktur, abgesehen davon, dass man dort nicht erfährt, wo man einen bestimmten Wein kaufen kann. Mit unserer umfangreichen Datenbank bieten wir eine fundierte Basis, die mit einer sozialen Struktur gekoppelt und deshalb zeitgemäß ist. Das Miteinander von Weinfreunden, Winzer und Händler bildet einen Pool an Meinungen, Bewertungen und Informationen, der stetig wächst und für alle Vorteile bietet.

Wie kam es zu der Idee, aus Ihrem gemeinsamen Faible für den edlen Saft ein Onlineportal zu machen?

Genau dieser aufgezeichnete Missstand. Wir haben uns sehr gewundert, dass es hier noch keine wirklichen Ansätze gibt, welche die Vorteile einer Online-Community mit den Bedürfnissen der Konsumenten, Winzer und Händler zeitgemäß zusammenführt. Gleichzeitig haben wir aber eine positive Bewegung in der Online-Weinwelt wahrgenommen – es gibt Bedarf und die potentielle Nutzergruppe für so eine Anlaufstelle hat aus unserer Sicht eine relevante Größenordnung gewonnen. Wir haben uns also gedacht: Jetzt ist genau die richtige Zeit für unsere Idee.

Als wir dann mit einer Reihe von Fachleuten aus der Weinwelt und der Startup-Szene über unsere Idee diskutiert haben und sehr viel positive Zustimmung erfahren haben, mussten wir diesen durchaus risikoreichen Schritt für drei mehrfache Familienväter einfach wagen.

Haben Sie selbst Ahnung bzw. Erfahrung im Online-Business, oder haben Sie 13grad mit entsprechenden Experten zusammen umgesetzt?

Mit dreizehn° haben wir die unterschiedlichen persönlichen und beruflichen Erfahrungen und Interessen optimal miteinander verzahnen können. Damit konnten wir die ersten wichtigen Schritte vom Konzept bis zur Umsetzung, Programmierung und Vermarktung wirklich komplett unabhängig zurücklegen. Das war uns allen sehr wichtig, und bringt bei einem Startup gerade in der Anfangsphase viele Vorteile. Schließlich müssen wir nicht nur Ideengeber sein, sondern diese Ideen auch schnell und effizient umsetzen können ohne ein dickes Bankkonto im Hintergrund.

Rebsorten ausführlich erläutert, auch solche Inhalte finden sich auf dem Portal

Seit Juni 2012 bieten Sie über das Portal „Orientierung und Information zum Thema Wein“. Wie reagierten die Fachpresse oder auch andere Weinkenner auf das Angebot?

Bisher haben die Süddeutsche Zeitung, Wein & Markt und das Wein-News-Portal Yoopress über uns berichtet. Der Tonfall ist wohlwollend. Dazu muss gesagt werden, dass viele Verlage, die Weinzeitschriften herausgeben, egal ob Publikums-oder Fachzeitschriften, gerade versuchen eigene Weinportale zu lancieren. Die sind mit der Berichterstattung eher zurückhaltend, aus der Sorge heraus, das eigene Projekt zu beschädigen.

Das freut uns einerseits, wir werden ernst genommen. Andererseits fänden wir es gut, wenn wir nicht so sehr als Konkurrent denn als Kooperationspartner angesehen würden, weil die anderen Portale natürlich immer auch anders ausgerichtet sind. Man könnte sich da durchaus ergänzen. Tatsächlich sind wir gerade dabei, unsere Inhalte mit einem anderen Online-Weinportal zu verknüpfen. Das gehört bezeichnenderweise nicht zu einem Verlag, der Weinpublikationen im Portfolio hat.

Eine Reihe von bekannten „Weinprofis“ haben in Blog-Beiträgen und Diskussionen ebenfalls schon positiv über unsere Ansätze berichtet. Hier gib es natürlich – je nach Typ – immer auch Kritik zu den durchaus sehr unterschiedlichen Verkostungsnotizen und Bewertungen der Nutzer. Ist eine Weinbewertung mit der Aussage „Lecker und macht keinen Kopp“ denn für die anderen Konsumenten ein echter Mehrwert? Wir sagen ja, denn genau die Mischung aus klassischen und professionellen Verkostungsnotizen von Weinexperten mit solchen echten Nutzermeinungen bilden unseren Mehrwert für den Konsumenten. Im Endeffekt kann sich dann jeder die für ihn relevanten Punkte selbst heraussuchen bzw. diese entsprechend bewerten.

Gibt es internationale Vorbilder von entsprechenden Content-Portalen, oder entstand 13grad völlig unabhängig hiervon?

Jan Potthast

Natürlich lässt man den Blick schweifen, bevor man sich an die Arbeit macht. Snooth und Cellartracker aus den USA und Adegga aus Portugal sind drei Weinportale, die auf usergenerierten Content setzen. Keines der drei Portale funktioniert jedoch so wie wir. Cellartracker bietet reichlich Verkostnotizen, aber keine Infos zu Winzern oder Weinregionen. Snooth geht in dieser Hinsicht einen Schritt weiter und wartet auch mit sozialen Funktionen auf. Aber leider nicht in Deutsch und in der Benutzerführung und Funktionen oft nicht sehr zielführend. Das gilt auch für Adegga, das ziemlich listenlastig ist.

Wir vereinen alles: Infos zu Weinen, Winzern, Weinregionen und soziale Features für die Nutzer verpackt in modernes und animierendes Design. Und wir wollen mit unserem Ansatz bewusst nicht nur als Verteiler für Online-Shops fungieren, sondern bei der Auswahl gezielt unterstützen und den Konsumenten gezielt auch zum stationären Fachhandel vor Ort führen – auch hier gehen wir also bewusst einen ganzheitlichen Ansatz und sehen die Bedürfnisse der Konsumenten und Geschäftspartner als treibende Kraft unserer Bemühungen.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Team?

Uns alle verbindet die Liebe zum Wein und das Bestreben die Weinwelt nachhaltig mit der Onlinewelt zu verbinden und damit zu positiv für alle Beteiligten zu verändern.

Initiator und Geschäftsführer Kay Liedl ist Onliner der ersten Stunde und seit über 16 Jahren im Online-Business tätig. Norbert Schauermann, der seit 1996 Unternehmer ist und mit „Lokalisten“ bereits einen erfolgreich Social-Community-Dienst gegründet hat, zeichnet für Marketing und Vertrieb verantwortlich. Journalist und Weinfachmann Jan Potthast übernimmt die weinfachliche Beratung und die Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen.

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