Crowdfunding mit Innovestment: Alleinstellungsmerkmale und Wachstumspotenzial gefragt

Privates Beteiligungskapital für Existenzgründungen liegt derzeit voll im Trend.

Mit dabei ist die Crowdfunding-Plattform innovestment.de aus Köln. Wir sprachen mit Daniel Appelhoff, Prokurist und Investorenbetreuer bei Innovestment.

Herr Appelhoff, wie erklären Sie sich – trotz aller Risiken, die ein solches Investment für den Anleger mit sich bringen kann – diese neue „Lust“ an der Unterstützung von neuen Geschäftsideen?

Ich denke die Lust an einer solchen Beteiligung ist schon lange vorhanden. Nur gab es in Deutschland in der Zeit vor Innovestment & Seedmatch keine Möglichkeit dieser Lust auch mit kleineren Beträgen und ohne exorbitante Such- und Transaktionskosten nachzugehen.

Deutsche Anleger gelten ja prinzipiell eher als risikoavers, allerdings zeigt sich, dass es eine immer größere Gruppe an Privatleuten gibt, die gerne einen Teil ihres Vermögens unternehmerisch anlegen und damit junge Gründer unterstützen wollen.

Dabei hat jeder Investor die Möglichkeit sich mit transparenten Informationen eine Meinung über das jeweilige Startup und das Team dahinter zu bilden. Eine Transparenz, die man bei klassischen Anlageprodukten oft vergeblich sucht.

Wie finden Sie und Ihr Team spannende Konzepte, die für eine Wagnisfinanzierung in Frage kommen?

Wir nutzen hier verschiedene Kanäle. Viele Startups auf Kapitalsuche werden von sich aus auf uns aufmerksam und sprechen uns direkt an, andere kontaktieren wir.

Darüber hinaus haben wir ein breites Netzwerk an Kontakten, die gut in der Gründerszene verdrahtet sind und unsere finanzierten Startups sind unsere besten Botschafter – Mundpropaganda ist hier das Stichwort. Kooperationen mit Gründer- und Technologiezentren runden das Ganze ab.

Spezialisieren Sie sich auf bestimmte Branchen, oder umfasst die Unterstützung alle Arten von Gründungen?

Grundsätzlich sind wir nicht auf einzelne Branchen spezialisiert, allerdings haben wir uns eine gewisse High-Tech-Affinität auf die Fahnen geschrieben.

Da der Kapitalbedarf hier aber meist höher ist als die derzeitige Kapitalobergrenze von 100.000 € pro Startup, fallen viele interessante High-Tech-Gründungen noch weg. Dies werden wir mittelfristig ändern und unser Modell erweitern. Nichtsdestotrotz hat Innovestment mit der Particular GmbH das erste Crowdinvesting eines High-Tech-Startups in Deutschland erfolgreich durchgeführt.

Welche Voraussetzungen müssen Startups mit sich bringen, um bei Innovestment eine Chance auf Aufnahme zu haben, und wie werden die einzelnen Konzepte auf Tragfähigkeit hin überprüft?

Wir haben eine Reihe von Kriterien, die von unseren Startups erfüllt werden sollten. Neben einem hohen Innovationsgrad, sind vor allem folgende Punkte für uns wichtig:

  • Vielversprechende Geschäftsidee mit Alleinstellungsmerkmalen und Wachstumspotenzial
  • Ausführlich ausgearbeiteter Business- und Finanzplan
  • Bereits erfolgter oder unmittelbar bevorstehender Markteintritt
  • Team mit benötigten (insbesondere betriebswirtschaftlichen) Kompetenzen
  • Gesellschaftsform GmbH oder UG, bereits gegründet

Darüber hinaus müssen die Gründer natürlich gewillt sein ihr Geschäftsmodell einem breiteren Publikum vorzustellen.

Dies erfolgt bei Innovestment in einem geschützten Bereich, in dem Investoren individuell von den Gründern für Detailinfos, wie z.B. den Businessplan freigeschaltet werden können.

Die Prüfung der Startups erfolgt sehr sorgfältig in einem mehrstufigen Prozess – nach einem ersten Screening folgen die Detailprüfung und die Beantwortung von Rückfragen. Nach einem positiven Votum nach dem 4-Augen Prinzip, gibt es dann grünes Licht. Dies allerdings nur für einen Bruchteil der „Bewerber“.

Was wir oft gefragt werden: Wenn ein Gründungsunternehmen in Schieflage geraten sollte, kann dann maximal der eingezahlte Anteil verloren gehen, oder haften die Anleger gar für eventuelle Schäden und Schulden hieraus?

In unserem Modell kann maximal das investierte Kapital verloren gehen. Eine Nachschusspflicht (wie etwa bei Schiffsfonds) besteht in keinem Fall.

Was sind die spannendsten Startups, die Innovestment in diesen Tagen an den Start gebracht hat, und auf welche Unternehmen dürfen wir uns in naher Zukunft freuen?

Wenn Sie ein Geschäftsmodell umsetzen und praktisch einen neuen Markt schaffen, ist natürlich jedes Startup spannend. Hervorzuheben ist aber sicher die Particular GmbH aus Hannover, da es das erste Crowd-Investing eines High-Tech-Startups in Deutschland war und unser Auktionsmechanismus zu einer Bewertungssteigerung von 75% geführt hat.

Das Team von Innovestment

Innovestment berechnet nämlich nicht selber einen Unternehmenswert für die Startups, sondern ermittelt diesen im Rahmen einer Auktion aus den Zahlungsbereitschaften der Investoren. Dies ähnelt einem Bookbuilding bei IPOs und stellt aus unserer Sicht einen sehr fairen Mechanismus für die Wertermittlung dar. Weitere Details zur Auktion gibt es hier.

Natürlich macht uns aber auch unser aktuelles Startup, die guiders GmbH aus Sankt Augustin große Freude. guiders ist eine Buchungsplattform für geführte Outdoor-Touren und hat gestern den Mindestkapitalbedarf von 75.000 € erreicht. Die Auktion läuft übrigens noch bis zum 11. März.

Wir haben ansonsten einige hoch interessante Startups in der Pipeline und wir freuen uns schon diese bald unseren Investoren vorzustellen.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Team?

Gerne! Wir sind ein Gründungsteam von 4 Personen: Filipe da Costa, Geschäftsführer und zuständig für Startup-Betreuung und Marketing/PR, Norbert Töpker, unser IT-Gott, der die Plattform und den Auktionsmechanismus umgesetzt hat.

Dr. Alexander Rajko, der für die Konzeption des Auktionsmechanismus verantwortlich war und meine Wenigkeit, der ich mich primär um Investoren-, Startup-Betreuung und Finanzen kümmere. In Kürze werden wir im Gründerteam operativ durch Dr. Robert MacKenzie und Thomas Herzog verstärkt.

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