deinPhone.de: Mit Design Smartphone Cases, einem jungen Team und ohne Investoren zum Erfolg

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Das Ecommerce-Startup deinPhone.de mit Sitz in Berlin vertreibt über eBay, Amazon und einen eigenen Onlineshop Design Smartphone Cases im niedrigen Preissegment. Ein junges Gründer- und Mitarbeiterteam hat – ganz ohne Fremdkapital – bereits beachtliche Erfolge vorzuweisen. Wie war dies möglich, bei doch hohem Wettbewerb? Romano Koch von deinPhone.de im Interview mit MeinStartup.com:

Ihr junges eCommerce-Startup mit Sitz in Berlin vertreibt Design Smartphone Cases im niedrigen Preissegment. Nun gibt es ja bereits zahlreiche ähnliche Onlineshops und -Dienste. Womit möchte sich deinPhone.de von der Konkurrenz abheben?

Zu allererst einmal ist für uns (in der Servicewüste Deutschland) der Kundenservice sehr wichtig. Wir bekommen regelmäßig an den Kundenreaktionen mit, dass man es bei Onlineshops kaum noch gewohnt ist, innerhalb weniger Minuten eine Antwort auf Email-Anfragen o.ä. zu bekommen. Des Weiteren überzeugen wir durch einen sehr schnellen Versand, den wir bei uns selbst abwickeln. Meist erhält der Kunde noch einen Tag nach seiner Bestellung bzw. Bezahlung seine Ware. Sollte es einmal ein Problem geben, haben wir bisher immer eine schnelle und zufriedenstellende Lösung gefunden.

Im Bereich des Sortiments wollen wir besonders durch unsere jungen und frischen Designs überzeugen. Langfristig sollen natürlich auch selbst designte Cases ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten und uns einen Vorteil im Wettbewerb bringen.

Ihre ersten Erfolge sind erstaunlich. Sie beliefern mittlerweile ca. 10.000 Kunden im Monat, Tendenz steigend. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg, da es für neue Onlineshops und Domains nicht ganz einfach ist, sich bei Google & Co. zu behaupten?

Wir vertreiben unsere Hüllen nicht ausschließlich über unseren Onlineshop, sondern auch über weitere Kanäle. Der Onlineshop ist allerdings das jüngste Projekt und wird zukünftig auch die meisten Ressourcen in Anspruch nehmen. Andere Portale sind z.B. Amazon und eBay – hier ist der Wettbewerb für Smartphonezubehör jedoch recht groß.

Arbeiten Sie auch mit Bezahltkampagnen im SEA-Bereich, wie Google AdWords? Oder lohnt sich dies bei der geringen Marge im unteren Preissegment nicht?

Ja wir arbeiten auch mit SEA-Kampagnen. Es ist zwar sehr schwierig dort bei unseren geringen Margen auf einen guten ROI zu kommen, aber das ist wiederrum von Kampagne zu Kampagne unterschiedlich. Wir schalten deshalb auch nur sehr präzise Anzeigen für bestimmte Modelle. Wir müssen hier sehr stark auf eine hohe Conversion-Rate, stetige Optimierung und auch auf die unterschiedlichen Smartphone-Modelle achten.

Leider können wir zum Beispiel Adwords-Textanzeigen nicht für jedes Modell schalten, weil diese sich noch als Verlustgeschäft herausgestellt haben. (sei dies jetzt durch die zugehörige Sortimentsbreite, Fülle an Konkurrenten o.ä.). In der Gesamtheit lohnen sich jedoch auch die Ausgaben bzw. Investitionen im SEA-Bereich. Vor allem Google Shopping bietet uns, auch noch nach der Umstellung auf das CPC-Modell, einen sehr guten Marketing-Kanal.

Hat sich Ihr Team ganz bewusst für ein niedriges Preissegment entschieden, oder ergab sich dies eher zufällig? Wollen Sie Ihr Unternehmen bzw. die Produktpalette nach und nach auch auf andere Segmente hin ausweiten?

Zur Gründungsphase haben wir verschiedenste Märkte und Produktgruppen analysiert, der Smartphone-Bereich ist und war jedoch ein stark wachsender Markt – parallel dazu natürlich auch der Handel mit Zubehör. Des Weiteren ergab sich das günstigere Preissegment aus der finanziellen Lage zur Gründungsphase. Da wir komplett eigenständig agieren und keinerlei Kredite oder Investitionen von Banken o.ä. haben, mussten wir unser anfängliches Geschäftsmodell auf günstigere Produkte beschränken.

Wir bemerkten mit der Zeit jedoch, dass es auch hier starke Qualitätsunterschiede gibt und benötigten einige Zeit, um in der Produktion den jetzigen Standard zu erreichen. Es gibt im Smartphone Zubehör-Segment noch einige Bereiche, in die wir expandieren könnten, wir uns aber momentan nicht vornehmen, da wir die Spitze unseres Produktbereichs noch lange nicht erreicht haben.

Bei der deinPhone GmbH arbeitet ein sehr junges Team. Wie hat sich dieses gefunden? Aus welchen Disziplinen mit welchem Know How besteht dieses?

Romano Koch

Romano Koch

Die beiden Geschäftsführer haben sich bereits in der Ausbildung bei Motorola kennen gelernt und studieren auch gemeinsam auf der gleichen Hochschule. Das restliche Team wurde nach und nach aus den unterschiedlichsten Kontaktrichtungen zusammengestellt. Es handelt sich um Freunde, ehemalige Kommilitonen und auch einige, welche wir über Stellenausschreibungen gefunden haben.

Wenn wir nach Studienrichtungen gehen, decken wir fast den gesamten Bereich ab. Von einem Studium in der Unternehmensgründung, über Business Administration, Wirtschaftsrecht, Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik und Ausbildungen in den unterschiedlichsten Bereichen haben wir alles im Team. Praktische Erfahrung wurde bis unter anderem in Unternehmen wie Motorola, Home24, anderen StartUps und Marketingagenturen gesammelt. Die Kompetenzen, welche wir aktiv bei deinPhone ausüben, setzen sich eigentlich aus den Bereichen Einkauf, Marketing und Versand zusammen.

Würden Sie sagen, dass es von Vorteil ist, mit einem solchen „frischen“ Team zu gründen, und warum?

Es hat Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite fehlen anfangs viele Kompetenzen, die man sich demnach selbst erarbeiten muss – das birgt für das gesamte Team eine extrem steile Lernkurve. Auf der anderen Seite gestaltet sich das Unternehmenswachstum allerdings auch in gewisser Weise langsamer.

Wie machen Sie die vielleicht vereinzelt auftretende mangelnde Erfahrung wieder wett? Werden Sie von Coaches und ähnlichem betreut, oder stand dies nie zur Diskussion?

Wir haben uns natürlich schon immer in kritischen Bereichen helfen lassen. Niemand hat „die Weisheit mit Löffeln gefressen“ und jahrelange Erfahrung kann man leider auch nicht mit Passion und Engagement komplett wettmachen. So wird zum Beispiel die gesamte Buchhaltung von einem Dienstleister übernommen, wir haben uns von Beratern bei der Einführung unseres ERP Systems helfen lassen und aktuell wollen wir zusätzlich zu unserem internen Marketing eine professionelle Marketing-Agentur beauftragen, die uns tatkräftig zur Seite steht.

Was sind die nächsten Schritte auf dem Weg von deinPhone.de nach oben? Wo soll das StartUp in einem Jahr stehen?

Unser Hauptaugenmerk liegt momentan vor allem auf der Etablierung unseres Onlineshops. Wir haben dort bereits viel Liebe hinein gesteckt, es gibt aber auch noch sehr viel Verbesserungspotential. Angefangen mit dem Angebot der Bezahlmöglichkeiten, bis hin zur Etablierung von Trusted Shops, der Sortimentsbreite und vielem mehr. Dieser soll mittelfristig zum Hauptvertriebskanal werden. Das wollen wir natürlich auch durch den Einsatz der eigenen Designs vorantreiben.

Keiner von uns spricht auch nur von Marktführung. Uns ist es wichtig, uns auch langfristig mit unserer Arbeit identifizieren und ernähren zu können – vor allem auch die Kunden zufrieden zu stellen. Natürlich werden auch stetig die Verkäufe weiter gesteigert. Das geht aber nur „langsam“, entgegengesetzt zu vielen Startups in der Szene, da wir nur durch Reinvestitionen unserer Gewinne wachsen und keine Investoren haben und bisher auch nicht gesucht haben.

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