Der Buch-Botendienst in Wien: Rekordverdächtige Lieferung mit sozialer Note

Das Portal buchbesuch.at aus Wien verbindet eine spannende Geschäftsidee mit einer sozialen Komponente.

Mit Initiator und Gründer Wilfried Oschischnig sprachen wir über den schnellsten Buch-Versand-Service Wiens, oder der ganzen Welt?:

Herr Oschischnig, was genau ist Ihr Buch-Botendienst in Wien, und welchen Vorteil haben die Kunden gegenüber Diensten wie den bekannten Onlinehändlern?

Mit ‚buchbesuch’ gibt es jetzt erstmals einen Buch-Webshop in Verbindung mit einem Express-Zustellservice. Gut, wir sind zwar viel kleiner als die bekannten Onlinehändler – aber wir sind dafür viel, viel schneller.

Eine Bestellung im buchbesuch-Webshop garantiert eine Zustellung innerhalb von drei Stunden in ganz Wien. Selbstverständlich ist das Buch in schönem Geschenkspapier verpackt und mit einer persönlichen Grußbotschaft versehen. Vom Mausklick bis zur Tür brauchen wir nur drei Stunden – das ist Weltrekord am internationalen Buchhandelssektor!

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Buchbesuch.at verknüpft eine schöne Geschäftsidee mit einer sozialen Komponente. Wollen Sie unseren Lesern ein wenig dazu berichten?

Unser Motto lautet ‚schnell und sinnvoll’ – denn wir sind nicht nur sehr schnell, sondern wollen mit buchbesuch auch Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Tätigkeit bieten.

Bei ‚buchbesuch’ wird die gesamte Zustelllogistik – vom Einpacken der Bücher bis zur Routenplanung und Zustellung – von Menschen mit Behinderung durchgeführt. Wir kooperieren hier mit der sozialen Organisation JUGEND AM WERK.

Vielleicht klingt das jetzt pathetisch – aber jede buchbesuch-Bestellung ist immer auch für einen Menschen ein wichtiger Schritt in die Gesellschaft.

Wie kamen Sie auf das Geschäftskonzept und die Idee des Buch-Botendienstes?

Anfangs hatte das einen fürchterlich banalen Hintergrund: Ich bin so ein typischer ‚Geburtstagevergesser’ und hatte bei den Zustellern immer nur die Wahl zwischen Blumen und Speck beladenen Geschenkskörben… Dabei wollte ich ja eigentlich ein spannendes Buch schenken.

Die nächsten Schritte gingen dann schon tiefer: Ein Webshop ist zwar relativ rasch konzipiert und umgesetzt – aber wer ist der ideale Partner für die Expresszustellungen? Dabei hat mich ein Gedanke geleitet: ‚Wenn Lesen Sinn und Freude macht – dann soll doch auch die Arbeit mit Büchern möglichst vielen Menschen Sinn und Freude machen’. Dieser Gedanke hat mich dann direkt zur Organisation JUGEND AM WERK geführt, wo viele Menschen mit Behinderung betreut werden. Und dort war mein Konzept herzlich willkommen und wurde von der Werkstättenleitung, Herrn Paul Lukan, logistisch vertieft.

Trotz des anspruchsvollen Konzepts und der schnellen Lieferung bleiben Ihre Preise hierfür moderat. Wie können Sie dies erreichen?

Wer das Wort ‚sinnvoll’ in den Mund nimmt, muss auch ‚fair’ sagen können. Das war von Anfang an unser Ziel: Eine attraktive Express-Zustellgebühr für die Kunden und faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen.

Das Zauberwort hierfür heißt Mischkalkulation und effektive Zustellrouten. Ein Teil der Buchhandelsspanne wird für die Zustellung aufgewendet – und die Auslieferrouten möglichst gut geplant.

Wie kommt Buchbesuch.at bei den Kunden an, und planen Sie eventuell auch die Ausweitung auf weitere Regionen?

Buchbesuch hat erfreulicherweise auch als Unternehmen bereits einige wichtige Schritte geschafft. Unser Kundenkreis reicht von engagierten Privatpersonen bis hin zu Arztpraxen und größeren Unternehmen. Diese Kombination aus ‚innovative Geschäftsidee und sozialer Anspruch’ ist ja zum Glück gefragt. Eine x-beliebige Kundennummer von einem aalglatten Unternehmen zu sein, lehnen immer mehr ab. Und bei buchbesuch geht es primär um Menschen – in Wien sagt man: ‚Da menschelt es ordentlich.’

Bei buchbesuch findet eine persönliche Begegnung zwischen Menschen statt – und ‚das Buch’ spielt eine erfreuliche Mittlerrolle. Bei uns werden an den Türen keine anonymen Lieferscheine – sondern persönliche Lebensgeschichten ausgetauscht.

Ob wir eine Erweiterung in andere Regionen planen? Das Potential ist gewiss da – aber jetzt wollen wir einmal in Wien ans Ziel kommen.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Ich bin nicht nur ein notorischer ‚Geburtstagevergesser’, sondern auch ein unverbesserlicher Büchernarr und irgendwie auch ein Menschenfreund. So gesehen ist buchbesuch ein sehr persönliches Unternehmen.

Ein kleines, persönliches Lebensunternehmen, das aber stetig wächst – und was noch wichtiger ist: Die Freude von uns Beteiligten wächst immer mit.

2 Kommentare zu "Der Buch-Botendienst in Wien: Rekordverdächtige Lieferung mit sozialer Note"

  1. Das ist ja eine wirklich gelungene Geschäftsidee und meist möchte man ja ein Buch auch gleich nach der Bestellung in den Händen halten…was so auch ziemlich schnell der Fall ist!

    Mich freut es auch das mal aus Österreich eine Idee vorgestellt wird…

    Schöne Grüße,

    Melinda

  2. @Melinda: Ja wir würden gerne öfters aus Österreich (und auch aus der Schweiz) berichten, heute ist mit finderly wieder ein Unternehmen dabei, StartUps aus Österreich und der Schweiz können sich sehr gerne bei uns melden!

    Grüße zurück, Michael

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