Die personalisierte Tagszeitung niiu kommt wieder – als digitale News App

Vor knapp drei Jahren brachten Wanja S. Oberhof und Hendrik Tiedemann die erste Version von niiu auf den Markt – als personalisierbare, gedruckte Tageszeitung. Anderthalb Jahre später wurde die Printversion vorläufig eingestellt.

Jetzt kommt niiu als digitale News App wieder. Welche Herausforderungen die beiden Gründer und Geschäftsführer für den Relaunch bewältigen mussten, was sie aus der Vergangenheit gelernt haben und was sie besser machen wollen, erklären sie den MeinStartup.com-Lesern im Interview:

Herr Oberhof, Herr Tiedemann in wenigen Sätzen: Was genau macht niiu?

NIIU ist eine News- Aggregation-App, die aus einer Vielzahl hochwertiger, redaktioneller Quellen, die persönlich relevanten Inhalte kostengünstig und komfortabel zusammenfasst.

Wann und wie sind sie auf die Idee gekommen?

Schon vor fünf Jahren haben wir niiu gegründet und sind 2009 als weltweit erste gedruckte individualisierte Tageszeitung gestartet. Die Idee kam daher, da wir nach einem Produkt gesucht haben, welches das pluralistische Leseverhalten der heutigen Zeit komfortabel abdeckt. In einer immer schnelllebiger werdenden Welt mit zunehmend kürzerer Halbwertszeit von Informationen prallt das Überangebot von Nachrichten auf hochgradig subjektive Lesebedürfnisse. Hier schaltet sich niiu dazwischen. Wir wollen unsere Leser dazu befähigen, diejenigen Informationen zu filtern, die für sie individuell relevant sind.

War ihnen von Anfang an klar, dass die Einstellung von niiu nur temporär sein würde?

Ja, denn das Feedback von Anzeigen- und Leserseite war sehr gut. Nur der Workflow und die Bewerkstelligung der Logistik machten uns Probleme.

Welche Herausforderungen sind ihnen in den letzten Jahren begegnet? Wie lange hat es gedauert bis das Konzept von der Printversion hin zur digitalen News App stand?

Lange! Alles in allem knapp ein Jahr. Vor allem die Verhandlungen mit den Verlagen und die Ausarbeitung eines Pricing Konzeptes waren dabei die größten Herausforderungen.

Hendrik Tiedemann und Wanja Sören Oberhof

Wer hat sie dabei unterstützt? Wie groß ist ihr Team derzeit?

Unsere Investoren: Die Presse Union und die Intan Group, beide finanzstarke Gesellschafter mit großer Presservertriebserfahrung, unsere Business Angel Tobias Eismann. Insbesondere aber auch die APP Agentur Sander und Spak, die wir übernommen haben – insgesamt sind wir nun ein 11-köpfiges Team.

Sie haben gerade ihr neues Büro in Berlin Mitte bezogen. Was macht die Stadt für sie als Unternehmenssitz aus?

Keine Stadt Deutschlands ist lebendiger und spannender als Berlin. Insbesondere im Medienbereich muss man hier sitzen: Auf der einen Seite sprießen neue Ideen aus dem Boden; andererseits fallen hier die großen politischen Entscheidungen.

War für sie Beide schon immer klar, dass sie Gründer und Geschäftsführer sein wollen? Und, dass sie in der Medienbranche arbeiten wollen?

Gründer ja. So ticken wir Beide. Und wir sind auch Beide schon vorher unternehmerisch aktiv gewesen – die Medienszene war allerdings nicht immer geplant.

Die Medienbranche befindet sich in einem enormen Wandel. Bezahlmodelle, personalisierte Nachrichten statt Informationsüberfluss, digital statt print – Schlagwörter, die nicht nur niiu beschäftigen. Was macht ihr Geschäftsmodell besonders?

Wir bieten ein Produkt, welches genau diese Schlagworte als Thema aufgreift und löst! Bei niiu entkommt man dem Informationsüberfluss, indem man digital und komfortabel alle persönlich relevanten Nachrichten erhält. Dank unserer Zusammenarbeit mit den Verlagen steht man nie vor Bezahlschranken, sondern kann alle Artikel in voller Länge lesen.

Viel diskutiert ist auch die Zahlungsbereitschaft der Leser für digitale Newsprodukte. Warum sollten Leser niiu abonnieren?

Weil die Leute bereit sind für ein komfortables und einfaches Produkt, welches einen tatsächlichen Nutzen stiftet, zu bezahlen. In der Musikindustrie hat iTunes die Leser wieder zum Zahlen gebracht, durch Einfachheit und Convenience. In der Filmindustrie gelingt netflix zur Zeit das gleiche.

Noch steht niiu mit vielen Verlagspartnern in Verhandlungen; wie finden sie eigentlich weitere Partner für niiu und wie wollen sie die Öffentlichkeit auf ihr Unternehmen aufmerksam machen?

Die Verlagsakquise ist mühsam, aber es geht darum, die Verlage von dem Geschäftsmodell zu überzeugen. Die Öffentlichkeit wollen wir mit einem tollen Produkt begeistern und dieses über die klassischen Wege online vermarkten.

Wohin wird die Reise mit niiu gehen? Wo wollen sie in einem Jahr stehen?

Die Liste der Verlagspartner wird weiter ausgebaut, die Personalisierungsmöglichkeiten stetig verfeinert, und natürlich wollen wir glücklichen Lesern ein tolles Produkt bieten.

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