Dolmetscherplattform lingoking: Crowdfunding-Finanzierung in Rekordzeit

Über die Dolmetscherplattform lingoking kann jederzeit ein Telefondolmetschdienst für verschiedene Fachbereiche wie beispielsweise Recht, Medizin oder Handel, aber auch für Privatpersonen abgerufen werden.

Das Interesse an dieser einzigartigen Geschäftsidee war so groß, dass sich das Unternehmen in Rekordzeit frisches Venture-Kapital besorgen konnte.

Mit den Geschäftsführern Timo Müller und Nils Mahler sprachen wir über das Erfolgsrezept von lingoking:

Woher stammt Ihr Netzwerk aus entsprechend qualifizierten Personen, das Sie ja für die fachlichen Dolmetscherdienste benötigen?

Nils Mahler: Über die lingoking Plattform erhalten ca. 1.500 registrierte und geprüfte Dolmetscher Zugriff auf die Aufträge unserer Kunden. Um als Dolmetscher für lingoking tätig zu werden, muss man entweder gerichtlich beeidigt sein oder an einer Universität seinen Abschluss gemacht haben, die von einem der großen Branchenverbände anerkannt wurde. Außerdem verfügen alle Dolmetscher auf lingoking über weitere Zusatzqualifikationen, so dass wir auch die Fachbereiche perfekt abbilden können.

Diese hochqualifizierten Dolmetscher und Übersetzer erreichen wir online, über Branchenverbände und Universitäten.

Innerhalb von nur 5 1/2 Stunden haben 142 Privatpersonen insgesamt 100.000 Euro für Ihr Unternehmen auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch zusammengetragen, Sie sind damit das „am schnellsten per Crowdfunding finanzierte Unternehmen in Deutschland“. Wie erklären Sie sich dieses große Interesse an lingoking?

Timo Müller: Wir glauben, es hängt damit zusammen das wir sicherlich ein innovatives Produkt haben das dazu auch noch sehr leicht zu erklären ist. Denn jeder kennt das Problem, das wir lösen. Man kommt eben nicht immer mit seinen eigenen Fremdsprachenkenntnissen weiter. Hier schaffen wir binnen kürzester Zeit Abhilfe, indem wir an jeden beliebigen Ort der Welt zu jeder Tages- und Nachtzeit einen professionellen Dolmetscher über das Telefon zuschalten können.

Außerdem ermöglichen bzw. vereinfachen wir den Zugang zu einer hochqualifizierten Berufsgruppe und machen die Dienstleistung gleichzeitig erschwinglich. Auch der Dolmetscher profitiert von lingoking. Letztlich eine win-win-win-Situation.

Das lingoking-Team freut sich über die gelungene Finanzierung. Von links: Christian Koch, Nils Mahler, Timo Müller, Uno-Jüngling Colic.

Der klare Kundennutzen gepaart mit dem vollständigen Team und den starken Partnern im Hintergrund (PONS.eu, Amiando Gründer) machen lingoking für viele Investoren sicher attraktiv. Aber ganz ehrlich, mit so einem Erfolg haben auch wir nicht gerechnet und wir sind immer noch total baff.

Was würden Sie anderen Startups raten, die über ein solches Crowdfunding wachsen wollen, für wen eignet sich diese Form der Finanzierung besonders?

Timo Müller: Mit Tipps ist das immer so eine Sache. Es gibt glaube ich keine Faustformel für den Erfolg. Sicher kann man sagen, dass das Gesamtpaket stimmig sein muss: das Team, das Produkt, der Innovationsgrad und das Marktpotential. Wenn alles passt, dann würde ich selbst auch in ein Startup über Crowdfunding investieren.

Das macht ja schließlich auch den Reiz und den Spaß aus. Man wird als Mikroinvestor an einer spannenden und vielversprechenden Geschäftsidee beteiligt und kann die Entwicklung hautnah mitverfolgen.

Manchmal hilft es sich selbst zu fragen: „Würdest du zum jetzigen Zeitpunkt selbst in dein Unternehmen investieren?“. Wenn man diese Frage ehrlich mit „ja“ beantworten kann, dann sollte man über eine Finanzierung durch Crowdfunding nachdenken. Bei uns war und ist das uneingeschränkt der Fall.

Sie machen aus einer ursprünglich als recht „trocken“ angesehenen Dienstleistung eine spannende Geschäftsidee. Was waren die interessantesten und innovativsten Aufträge, die Ihre Plattform bislang vermitteln konnte?

Nils Mahler: Das stimmt, die Aufträge auf lingoking sind in der Tat sehr abwechslungsreich und spiegeln ein Stück weit auch die aktuelle globale Situation wieder.

Ein paar Highlights: Der Sponsoring-Vertrag der zwischen einem Niederländischen und Deutschen Unternehmen über lingoking ausgehandelt wurde, eine Handballtrainerin aus Polen die ihre Reise in Deutschland über lingoking koordinierte, ein Hundezüchter aus den USA der über seinen ukrainischen Partner neue Hundewelpen bestellte, ein Logistik Konzern der über lingoking seine Subunternehmer koordiniert, oder eine schwäbische Traditionsfirma die in China ein neues Werk aufbaut etc. pp.


Unsere Welt wird immer vernetzter und unsere Dolmetscher sind die perfekten Mittler zwischen den Welten. Im Privatkundenbereich sind die Aufträge manchmal etwas skurril aber auch emotionaler: Eine Frau hat zum Beispiel unseren Service genutzt um mit Ärzten in einem Krankenhaus in Barcelona zu telefonieren, weil sie sich nach dem Gesundheitszustand ihres Bruders informieren wollte der nach einem Unfall dort eingeliefert worden war.

Natürlich wird lingoking auch manchmal für Heirats- bzw. Liebeserklärungen genutzt wenn die Angebetete noch kein Deutsch spricht. Das ist alles schon vorgekommen.

„lingoking ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie man mit einer guten Idee ein bestehendes Produkt besser machen kann“, so ein aktuelles Testimonial, und ein tolles Lob für Ihr Konzept. Wie stellen Sie und Ihr Team sicher, auch in Zukunft stets Innovationsführer zu bleiben?

Nils Mahler: Ja, das Zitat stammt von Dr. Stefan John, der im Vorstand der Dyckerhoff AG ist, einem sehr traditionsreichen Unternehmen. Das bringt es finde ich perfekt auf den Punkt was wir tun und wie wir arbeiten.

Wir arbeiten in einem Nischenmarkt und nicht in einem der trendigen Märkte wie Mobile, Games oder Social. Das soll nicht abwertend klingen, im Gegenteil. Zwar spielt dort die Musik sicherlich am lautesten, aber gerade innovative Lösungen für kleinere- und mittlere Unternehmen zu entwickeln, nah am Markt zu sein und als junges Unternehmen den Mut und die Kreativität aufzubringen Prozesse zu verbessern und eine günstigere, sowie schnellere Lösung anzubieten, macht einfach großen Spaß und das merken auch unsere Kunden wenn sie mit unserer Dienstleistung und dem Team in Kontakt kommen.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Timo Müller: lingoking im Schnelldurchlauf: lingoking wurde im August 2010 gegründet. Im März 2011 haben wir eine kleine Finanzierungsrunde unter anderem mit den Gründern von Amiando durchgeführt.

Wenig später hat unser erster Prototyp das Licht der Welt erblickt. Im August 2011 kam dann die Kooperation mit PONS.eu zustande und wenig später hatten wir bereits 1.500 registrierte Dolmetscher in unserem Pool. Im Jahr 2011 waren wir Finalist bei DU2011, einer Initiative der Deutschen Wirtschaft und wurden in diesem Rahmen vom Staatsminister Kapferer für die Gründeridee prämiert.

Ein kleiner Ausblick: Im März sind wir mit unserer neuen iPhone App beim CODE_n Wettbewerb auf der Cebit in Hannover mit einem Stand vertreten und freuen uns über zahlreiche Besucher.

Nils Mahler: Kurz zu mir: Ich habe zunächst in Freiburg studiert und dann 2007 meinen Abschluss in den Niederlanden im Bereich Marketing und „Management of creative Industries“ gemacht. Anschließend bin ich nach München und war dort zunächst in einer Eventagentur beschäftigt, bin dann aber schnell zu stream5 gewechselt, einem Startup aus München, bei dem ich dann die anderen Gründer von lingoking kennen lernen durfte.

Timo Müller: Ich habe in Stuttgart Medienwirtschaft studiert, bin dann für meine Diplomarbeit nach München gekommen. Dort habe ich als Projektleiter in mehreren Firmen die Schnittstellenkompetenz zwischen der wirtschaftlichen Seite und der Technik eingenommen. Zuletzt war auch ich bei stream5 und habe dort wie auch Nils die anderen Gründer kennen gelernt.

1 Kommentar zu "Dolmetscherplattform lingoking: Crowdfunding-Finanzierung in Rekordzeit"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Dolmetscherplattform lingoking: Crowdfunding-Finanzierung in Rekordzeit

Lesezeit: 5 min
1