Gender Diversity (nicht nur) für Gründerinnen: Erfolgreich als Frau in einer maskulinen Geschäftswelt

Karsten Edelburg ist Experte zum Thema Gender Diversity, einer Disziplin, die sich unter anderem mit der Rolle von Frauen in Führungspositionen beschäftigt.

In seinem neuen Buch „How to Play the Game?: Erfolgreich als Frau in einer maskulinen Geschäftswelt“ geht es um das Business-Potenzial der Frau, das seinen ganz eigenen Regeln folgt. Wir freuen uns, dass uns der Coach und Experte für ein spannendes Interview zur Verfügung stand:

Herr Edelburg, als Experte zum Thema Gender Diversity, betrachten Sie hierbei auch den Bereich der „weiblichen“ Existenzgründungen, und welche Rückschlüsse lassen sich in diesem Zusammenhang ziehen?

Meine primäre Mission liegt darin Frauen erfolgreich zu machen. Frauen in Führungspositionen und besonders Unternehmerinnen. Bei Unternehmerinnen bestehen meist weniger Barrieren für einen raschen Erfolg und einer zügigen Entwicklung als es in festen Hierarchien oft der Fall ist. Es versteht sich, dass ich mit Erfolg den finanziellen Erfolg fokussiere. Es macht mir sehr viel Freude mit finanziell unabhängigen Frauen zu arbeiten.

Ihr neues Buch „How to play the Game? Erfolgreiche Frauen in einer maskulinen Geschäftswelt“ erläutert die Potenziale erfolgreicher Businessfrauen. Warum tun sich so viele Frauen so schwer damit, diese zu nutzen?

Ich denke es gibt grundsätzlich zwei Gründe. Der erste Grund liegt darin, dass Frauen erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts in die Berufswelt kommen. Meine Oma hat Ihr ganzes Leben mit Kindern, Wäsche und Haushalt verbracht. Meine Mutter hat bereits gearbeitet und „mit“-verdient. Geburtenkontrolle und technische Entwicklung im Haushalt haben den Raum dazu gegeben. Die jetzige Generation von Frauen steht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung und die Frauen wollen arbeiten und Karriere machen. Das finde ich toll. Das heisst aber auch, dass die Businesswelt von Männern dominiert und vor allem über Jahrhunderte entworfen wurde. Also eine Männerwelt, der ein Wandel durch die Frau bevorsteht. Was sehr gut ist, da hier Lösungspotential für viele der heutigen Krisen der „männlichen“ Systeme liegen kann.

Neben dem zeitgeschichtlichen Aspekt, sehe ich den gesellschaftlichen Einfluss und die Sozialisierung in unserer, der zeitlichen westlichen Welt. Leider beobachte ich immer wieder, dass Jungs und Mädchen mehr und mehr gleich gemacht werden. Sei es im Kindergarten und geht bis hin zur Universität. Ein Heer von Gleichen verlässt die Universitäten in dunklen Kostümen oder Anzügen und strömt auf den Arbeitsmarkt. Die Möglichkeit, besonders die natürlichen Stärken herauszuarbeiten und zu professionalisieren besteht nur selten.

Frauen und Männer sind anders ausgestattet. Aussagen wie „Männer haben da etwas mehr und da etwas weniger…“ oder „Frauen haben da etwas stärkere Eigenschaften und sind da etwas anders als Männer…“ reichen in meinen Augen nicht aus. Es sind Unterschiede – bei denen es wichtig ist sie herauszustellen und zu perfektionieren, damit sich beide Geschlechter zum Optimum ergänzen können.

Die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern nimmt durch die „Gleichmacherei“ ab und die grundsätzlichen Stärken verwischen. Dies lässt sich sehr oft in Beziehungen erkennen. Hier wissen Paare oft nicht wie der grundsätzliche Austausch für eine gesunde Beziehung funktioniert – das Wissen über unterschiedliche Grundgesetzlichkeiten fehlt. So ziehen Frauen in die alte, von Männern entworfene, Geschäftswelt und sind sich Ihrer Stärken nicht bewusst. Oft wird hier männliches Verhalten kopiert. Das sollte nicht sein. Eine Frau sollte sich Ihrer Stärken bewusst sein und die Unterschiede kennen. So kann sie spielerisch einen Austausch einfordern und somit enorm erfolgreich werden. Welche Organisation, welches Unternehmen könnte auf solch einen Bereicherung verzichten?

Die Diskussionen rund um Frauenquoten & Co. wird in letzter Zeit teils sehr hitzig diskutiert. Wie stehen Sie persönlich zu dieser Frage?

Für schlaue Frauen ist eine Quote nicht notwendig. Mit schlauen Frauen meine ich die, die sich der Unterschiede zwischen Mann und Frau bewusst sind. Die die Regel der alten maskulinen Geschäftswelt verstehen und damit spielerisch umgehen. Diese Frauen benötigen keine Quote um in einer männlich entworfenen Welt eine Rolle zu spielen. Diese Frauen spielen nach Ihren eigenen Regeln und kommen dort hin wo sie hin wollen und erreichen das was Sie möchten auch ohne Quote.

Wenn wir die Entwicklung in Amerika betrachten, wo der Frauenanteil auf Führungspositionen in Unternehmen wesentlich höher ist als in Europa, wissen wir alle was auf uns zukommen wird. Die Frage ist nur, wie das geschieht. Erreichen wir eine wertvolle Ergänzung der Geschlechter in der Geschäftswelt und revolutionieren diese von Männern entworfenen Strukturen der Systeme oder heben wir Frauen, die Männer kopieren und nachahmen, die dominieren, kämpfen und Masken aufsetzen auf Führungspositionen und lassen sie in der maskulinen Geschäftswelt nur mitspielen? Ich bin angetreten, um die Frauen zu befähigen mit all Ihren Eigenschaften sauber und erfolgreich im Business zu spielen nach eigenen neuen Regeln – im Kleinen sowie im Großen.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder auch auf unserem Portal diskutiert: Brauchen Gründerinnen in spe eine andere Förderung, als männliche Gründungswillige?

Karsten Edelburg

Grundsätzlich sollten alle Gründer den Zeitgeist erkennen und nach modernen Gründungsmetoden arbeiten, die es bereits gibt. Ich arbeite ebenfalls nach dem System des „neuen“ Unternehmertums. Alte Systemplayer die meist ihre Hilfe mit hohen Kosten oder Krediten anbieten helfen den Gründern oft nicht. Der Gründer gerät psychologisch unter Druck um die finanziellen Belastungen der sogenannten Helfer zu befriedigen und verliert so den neuen Unternehmergeist, den er ganz besonders in der heutigen Zeit benötigt. Viele finden sich dann erschöpft als Arbeitsesel für einen Kredit oder eine hohe Miete etc. wieder. Das muss nicht sein.

Wird dann noch der Trend berücksichtigt, dass z.B. ein Einkauf gerne als Erlebnis gesehen wird und in der westlichen Welt Unterhaltung in fast jedes Businessmodell mit einfließt, sollte sich jede Frau neben der klassischen, alten , maskulinen Unternehmerschule über den grundsätzlichen Austausch zwischen Mann und Frau klar sein, lernen nach Regeln zu spielen, und grundsätzliche zwischenmenschliche Naturgesetze verstehen. Leider sind das alles Dinge, die heute nicht in unserem Bildungssystem gelehrt werden. Hier stehen aber im ganzen Land Trainer mit unterschiedlichen Schwerpunkten bereit. Ich mache halt Frauen fit und Ihr Konto voll.

Warum gehen Frauen oft anders an eine Karriere heran – egal ob in einem Unternehmen oder innerhalb der Selbstständigkeit – als Männer, hegen sie etwa andere Motive?

Das sie unterschiedlich heran gehen ist gut. Hier erkennt man bereits wie Unterschiede verstanden wurden und mehr Erfolg durch Abgrenzung und Ergänzung in Aussicht steht. Ich selber kann gar nicht sagen, was Frauen für Motive hegen, da ich keine bin. Da müssen wir wohl eine Frau fragen.

Seit über 15 Jahren beschäftige Sie sich damit, „wie stark der Einfluss von Führung und das Spielen nach geschriebenen und ungeschriebenen Regeln von einzelnen Personen und in Organisationen auf die Attraktivität und damit Ertragskraft ist“. Was hat sich in den letzten 15 Jahren in diesem Zusammenhang geändert?

Leider nicht so viel. Organisationen klagen über Mangel von Fachkräften, geben viel Geld für die Personalbeschaffung aus und bieten kein anziehendes Arbeitsumfeld, im Gegenteil. Meist finden Sie immer noch ein Arbeitsumfeld vor, in dem es den Mitarbeitern nicht erlaubt ist „aufzublühen“. Wie soll ein Unternehmensergebnis „fruchtbar“ sein, wenn die Mitarbeiter nicht „aufblühen“ dürfen.

Die Innovationskraft eines Unternehmens oder auch einer staatlichen Organisation spiegelt 1:1 die Atmosphäre und Führungskultur wieder. Und die Atmosphäre oder das Klima korreliert wiederum direkt mit der Innovationskraft. Mein Partner sagt oft scherzhaft zu mir, dass ich Menschen besser lesen kann als Bücher. Wenn ich in Organisationen herein schauen darf, lese ich auch diese wie ein offenes Buch.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Coaching-Angebot für Unternehmen und UnternehmerInnen?

Customized, individuell sowie Taylor-Made und vor allem mit Freude und Spaß. So wird ebenfalls geübt seine Geschäftspartner in Status „ON“ zu bringen.

Wir bedanken uns für das Interview, unter diesem Link kann man übrigens eine kostenlose Leseprobe von „How to play the Game“ anfordern.

Kommentar hinterlassen on "Gender Diversity (nicht nur) für Gründerinnen: Erfolgreich als Frau in einer maskulinen Geschäftswelt"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.