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Geschäftsideen im Portrait: Museotainment – Individuelle Museumsbesuche für Jung und Alt

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Eine Museumsführung, die sich nach den individuellen Interessen der Besucher richtet? Genau das verspricht das StartUp Museotainment aus Berlin. Wie dies ermöglicht werden soll, verrät uns Tal Uscher, einer der beiden Gründer:

Herr Uscher, wie lässt sich Ihre Geschäftsidee im Pitch auf den Punkt bringen?

Mit unserer interaktiven App kann der Museumsbesucher eine Führung zum Beispiel als Detektiv-Spiel erleben oder sich die Geschichten hinter einem Exponat individuell erzählen lassen. Der Besucher ist nicht nur dabei sondern mittendrin. Mit dem spezialisierten CMS (Content Management System, Anm. d. Redaktion) wird die Erstellung von Touren für Museen ein Kinderspiel – trotz der hochwertigen museumspädagogischen Führung.

Wann und wo wurde Ihr Unternehmen gegründet? Wie entstand die Geschäftsidee selbst?

Im Juli 2013 in Berlin. Unser Büro ist im Gründungszentrum der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Nach einem enttäuschenden Kathedralenbesuch im letzten Jahr entstand die Idee. Wir waren über einen Besuch so enttäuscht, dass am gleichen Abend bei der zweiten oder dritten Flasche Wein die Idee entstand. Gut dass wir uns dabei ein paar Notizen gemacht haben. Wer weiß, ob die Idee bis zum nächsten Morgen überlebt hätte.

Über welche Alleinstellungsmerkmale verfügt das Konzept? Was unterscheidet es von ähnlichen Ansätzen?

Unsere Vision ist es, Museen zu einem Ort des Erlebens zu machen. Besucher sollen nicht nur informiert werden, sondern einfach Spaß haben und eine emotionale Verbindung zur Ausstellung haben. Mit unserer Plattform wird es für Museen ein Kinderspiel werden, Storytelling oder Gaming als Führungsformate zu entwickeln, die auf den Endgeräten der Besucher laufen. Darüber hinaus kann der Besucher seinen Besuch personalisieren. Das heißt, seine Interessensgebiete auswählen, die Tourzeit selektieren. All das mit einem unschlagbaren Preismodell, dass sich nicht nur große, sondern auch kleine Museen leisten können.

Welche Zielgruppen sollen konkret angesprochen werden?

Grundsätzlich ist das System für alle Museen geeignet, die ihren Besuchern mehr als die übliche Wissensvermittlung über Guides liefern möchten. Dabei spielt die Größe oder die Finanzkraft des Museums keine Rolle. Wir haben festgestellt, dass Besucher fast aller Altersgruppen Spieleformate gerne wahrnehmen. Man kann aber sagen, dass ab 54 Jahren die Besucher seltener ein Smartphone haben. Dafür bieten wir aber die Möglichkeit den Content auf übliche Guides zu exportieren.

Wie wollen Sie Ihre Idee vermarkten?

Wir arbeiten bereits jetzt mit Museen als Entwicklungspartner und stellen großes Interesse für unser Produkt fest. Wir bauen zwei Vertriebskanäle auf: den indirekten Vertrieb mit heutigen Marktteilnehmern welche unser Produkt als Whitelabel erhalten und einen Online-Vertrieb, der vor allem für kleinere Museen spannend ist.

Welches Team mit welchem Know How arbeitet an Ihrer Idee? Welche Ziele verfolgt Ihre Gründung, wo möchten Sie in einem Jahr stehen?

Im Juli haben wir zu zweit angefangen. Wir bringen Know-how in der Produktentwicklung, IT und dem Aufbau von Strukturen mit. Wir selbst sind unsere besten Kunden. Wir möchten selber Ausstellungen erleben, bei denen wir Spaß haben und von der Information nicht erschlagen werden. In einem Jahr möchten wir mit unseren Partnermuseen weitere Spiele- und Storytellingformate entwickelt haben und weitere Kunden gewinnen. Darüber hinaus wollen wir die Finanzierung in trockenen Tüchern haben.

Suchen Sie noch nach Mitarbeitern und/oder Kooperationspartnern, und wer kann sich bei Ihnen melden?

Wir suchen Mitarbeiter: Frontend Designer, Software Entwickler und Museumspädagogen mit Produktmanagement Know-how. Darüber hinaus suchen wir Museen, die unsere Vision teilen und ihre Besucher begeistern wollen. Und wir suchen Business Angel, die genauso wie wir von Ausstellungen emotionalisiert werden möchten.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Werdegang?

Martin Treusch von Buttlar blickt auf über 14 Jahren Berufserfahrung in unterschiedlichen Positionen der Softwareentwicklung zurück. Angefangen als Softwareentwickler war er zuletzt CTO bei einem Softwaredienstleister mit Verantwortung für mehr als 50 Mitarbeiter. Er verantwortet die Forschung und Entwicklung der Soft- und Hardware.

Tal Uscher hat als Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker Optimierungs- und Restrukturierungsprojekte, technische Pilotprojekte und den Aufbau von neuen Organisationsbereichen verantwortet. In den letzten Jahren war er in der Telekommunikationsbranche als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortlich für den Bereich Organisation. Er leitet das Produktmanagement und den Vertrieb.

Titelbild: Krzysztof Szkurlatowski, Polen

1 Kommentar zu "Geschäftsideen im Portrait: Museotainment – Individuelle Museumsbesuche für Jung und Alt"

  1. Super İdee. Habe vor ein paar Jahren eine ähnliche İdee gehabt. Nur war ich zu spät, man hatte den Audioguide in manchen Museen eingesetzt.
    İch wollte mir die Webseite von İhnen anschauen, damit ich mir ein besseres Bild machen kann, ging aber nicht. Denn ich denke das wir in der Türkei genügend Museen haben.

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