goalio aus Potsdam: Vom Ideen-Wettbewerb zur Softwareschmiede

Philipp Dobrigkeit ist Mitgründer von goalio, einer Online-Verwaltungslösung für Sportvereine.

Mit ihm sprachen wir unter anderem über die Zielgruppe der Vereine in Deutschland, sowie das Entstehen einer Geschäftsidee aus dem Freizeitumfeld heraus:

Herr Dobrigkeit, Ihre Lösung dürfte die erste rein internetbasierte Mitgliederverwaltung für Sportvereine sein. Wie entstand diese Geschäftsidee?

Es gibt schon ein paar Projekte, die auch webbasierte Vereinsverwaltung, oder eher Mitgliederverwaltung anbieten. Diese sind aber meist auch auf einen kleinen Personenkreis begrenzt, sprich nur für den Vorstand oder Abteilungsleiter gedacht.

Ich selbst war über 15 Jahre aktiv im Basketballverein meiner Heimatstadt und war dort nicht nur Spieler, sondern auch als Trainer und Funktionär tätig. Damals hatte ich schon eine Affinität zum Internet und dann auch als Mediengestalter und jetzt als Software-Ingenieur gearbeitet. Gegen Ende des Studiums gab es bei uns an der Uni einen Ideen-Wettbewerb für Business-Konzepte.

Da habe ich dann meine Erfahrung von damals im Verein, das eben Kommunikation immer sehr schwierig war und ich keine Möglichkeit hatte zum Beispiel zu wissen wie viele Punkte ich so als Spieler erzielt habe, mit modernen Ideen wie soziale Netzwerke und Businesssoftware verknüpft. Heraus kam dann nach einigem feilen am Konzept die Idee für goalio.

Bei der Zielgruppe der Sportvereine handelt es sich um einen riesigen Markt. Für welche Vereine lohnt sich ihre Lösung, und welchen Marktanteil wollen Sie mit Ihrer Lösung anstreben?

Mit über 90.000 Sportvereinen ist in Deutschland natürlich ein beträchtlicher Markt vorhanden. Unsere Lösung wird sich zunächst an Amateur und Semi-Professionelle Sportvereine richten, bei denen die verschiedenen Funktionen im Verein tatsächlich von verschiedenen Personen ausgeübt werden, aber generell gibt es mit unserem kostenlosen Angebot für Vereine bis 100 Mitglieder gerade nach unten keine Grenze für wen die Software Vorteile bringt.

Wir wollen natürlich Marktführer im Bereich der (Sport-)Vereinsverwaltung werden, die größten Player, die wir im gesamten Vereinswesen identifiziert haben reden von ca. 6.000 Vereinen (auch nicht Sport), also wenn wir in 3-4 Jahren in eine ähnliche Region kommen, dann wäre das schon ein großer Erfolg, aber man muss sich ja hohe Ziele setzen.

Warum wir uns auf Sport konzentrieren, weil wir hier den größten Teil von Aufgaben neben der reinen Mitgliederverwaltung sehen, wie eben Spielbetrieb, Trainings- und Kurszeiten etc.

Wissen Sie, wie viele der Vereine bislang bereits auf eine Offline-Softwarelösung zur eigenen Verwaltung setzen, und wie kann gegebenenfalls eine Migration hin zu goalio erfolgen?

Wir wissen aus eigener Erfahrung und unseren Kontakten zu Vereinen, dass ein Großteil der Vereine auf Software wie Excel für die Tagesaufgaben zurückgreift.

Für Aufgaben wie Beitragsverwaltung werden verschiedene Lösungen, vom 15 Jahre alten DOS-Programm, bis zur aktuellen Lösung von Konkurrenten eingesetzt. In dem Bereich der Buchhaltung sind wir gerade auf der Suche nach einem strategischen Partner, damit wir uns auf die Aspekte der Vereinsorganisation konzentrieren können.

Für Migration bieten wir auf jeden Fall Schnittstellen zum Import von Excel oder .csv, aber es wird auch bei Bedarf weitere Schnittstellen, oder einen (kostenpflichtigen) Migrationsservice bei uns im Angebot geben.

Gibt es noch weitere Produkte in Ihrem Portfolio, beziehungsweise wie soll goalio weiter ausgebaut werden?

Zum Ausbau von goalio können wir im Moment sagen, dass es einen Editor geben wird, mit dem der Verein Module und Erweiterungen ohne zu Programmieren vornehmen kann, um beispielsweise neue Eingabefelder in vorhandene Masken einzufügen. Aber auch einen Marktplatz für Anwendungen, zum Beispiel eine Turnier-Unterstützung mit Anmeldung, Spielplänen und Auswertungen, die dann nachgeladen werden können.

Darüber hinaus haben wir noch ein paar Services im Auge, die in das Vereins-Ökosystem passen, aber dazu ist es noch etwas früh.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Die Gründer Stefan Kleff und Philipp Dobrigkeit

Das Gründerteam besteht aus zwei Personen, Stefan Kleff und Philipp Dobrigkeit. Wir haben uns während des Studiums am Hasso-Plattner-Institut kennengelernt und gemeinsam das Konzept zu goalio ausgearbeitet.

Stefan Kleff (26) kommt ursprünglich aus dem Sauerland und hat vorher schon für zwei Start-Ups gearbeitet. Philipp Dobrigkeit (32) kommt aus Hessen und hat vor dem Studium schon fünf Jahre als Mediengestalter gearbeitet und bereits ein weiteres Unternehmen neben dem Studium gegründet.

goalio als Unternehmen ist in Potsdam angesiedelt, wir haben einen freien Programmierer bereits im Team und werden durch ein EXIST Gründerstipendium unterstützt.

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