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Goldgräberstimmung: Sebastian Funke von Smeet über die Gründerhauptstadt Berlin

Gründerhauptstadt

Sebastian Funke, Geschäftsführer der angesagten Onlinespiele-Community Smeet aus Berlin Kreuzberg, ist überzeugt: „Wir hätten mit unserem Startup Smeet nirgendwo anders bessere Startchancen gehabt als in der Hauptstadt“.

Wir sprachen mit ihm über den Gründermythos Berlin, welcher derzeit fast mehrfach täglich neue Online-StartUps hervorbringt:

Herr Funke, was macht den großen Erfolg des Medien- und Internetstandorts der Hauptstadt aus?

Bereits in der Web 1.0 Zeit gab es in Berlin erfolgreiche Startups, deren Exits das erste Business Angel Kapital in die Stadt brachten. Diesen Trend förderten die ab 2006/2007 entstandenen systematisch vorgehenden Gründerwerkstätten, die man heute als Inkubatoren kennt, indem sie durch zahlreiche Neugründungen zunehmend frisches VC Kapital in die Stadt zogen.

Auch wenn sich die Gründerwerkstätten in erster Linie auf das Kopieren von Geschäftsmodellen aus den USA konzentrierten, waren Unternehmen wie zum Beispiel StudiVZ oder auch City Deal (heute Groupon) sehr erfolgreich damit. Als diese ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hatten, verkauften die Gründer sie gewinnbringend. Teile des Geldes flossen direkt in neue Ideen und Startups, die so für das Wachstum der Berliner Gründerszene sorgten.

Das bemerkten auch Jungunternehmer aus anderen Teilen Deutschlands und Europas: Sie zogen mit ihren Ideen nach Berlin, um von der Goldgräberstimmung zu profitieren. Viele weitere Exits folgten, Gründer konnten dadurch Kapital anhäufen und dieses reinvestieren. Dieser Kreislauf setzt sich bis heute fort und hat sich besonders in den letzten Jahren verstärkt.

Des Weiteren existieren in Berlin zwei Trends, die die Bedeutung Berlins als den europäischen Hub für Startups weiter festigt. Im Gegensatz zu unseren europäischen Nachbarländern, gab es in der Vergangenheit in Deutschland keine Zentralisierung der Startup-Aktivitäten – landesweit entstanden Neugründungen. Aufgrund der Standortvorteile von Berlin (hoher „Coolness-Faktor“, geringe Lebenskosten, Internationalität) zog es immer mehr nationale Gründer nach Berlin. Gleichzeitig erfreute sich die Hauptstadt auch international wachsender Bedeutung, so dass es mehr und mehr Gründer aus dem Ausland nach Berlin zog. Diese zwei gleichgerichteten Trends verstärken sich gegenseitig.

Fast täglich erreichen uns Meldungen über neue Gründungen in Berlin, hauptsächlich im Onlinebereich. In wieweit können bereits existierende Unternehmen wie das Ihre von dieser Entwicklung profitieren?

Die zahlreichen Neugründungen bedeuten gleichzeitig, dass im Hinblick auf Mitarbeiter immer neue Talente aus dem In- und Ausland hierher kommen. Auch mehr Geld, das für Investitionen bereitsteht, wird in die Stadt gespült.

Von dem kreativen Potenzial, das sich in der deutschen Hauptstadt ausbreitet, können wir alle profitieren. Der qualifizierte Austausch bringt uns voran, da wir so die Gelegenheit bekommen, neue Ideen mitzudenken und vor allen Dingen auch weiter zu denken. Zusätzlich bieten die zahlreichen Neugründungen vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Unternehmen.

Deutschland ist Ihrer Meinung nach mittlerweile besonders als Standort in der Computer- und Videospielwirtschaft sehr angesehen. Ist das unsere Sicht der Dinge aus dem Inland, oder hören Sie dergleichen auch von internationalen Partnern?

Wir sind mit Smeet ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und vielen weiteren Ländern sehr erfolgreich. Dementsprechend haben wir viele Kooperationen mit ausländischen Partnern wie mit Telecinco, eine der führenden spanischen Fernsehanstalten, Paris Hilton, Snoop Dogg oder Timberland abgeschlossen.

Das anhaltende große Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns aus dem Ausland bestätigt mich darin, dass wir auch international ein gutes Ansehen genießen. Weitere Beispiele sind Gameduell, Bigpoint und Wooga; sie sind alle wie Smeet Big Player in ihrem jeweiligen Segment im Gaming-Markt und genießen aufgrund ihres Erfolges weltweit ein hohes Ansehen.

„Sorry, Silicon-Valley“, so ihre „Absage“ an die Tech-Startup-Region schlechthin. Gab es für Sie die Option bzw. haben Sie über eine Gründung in den Staaten nachgedacht?

In der Gründungsphase haben wir natürlich auch darüber nachgedacht, welcher Standort uns die besten Ressourcen bietet, um unsere Idee erfolgreich voranzutreiben.

Wir haben tatsächlich kurzfristig in Betracht gezogen, ob nicht New York oder das Silicon-Valley alternative Standorte für die Gründung von Smeet wären – New York reizt mit seinem internationalen Flair, das Silicon Valley mit seiner technischen Ausrichtung sowie der hohen Dichte an neuen und alten Startups. Wir sind aber zu dem Schluss gekommen, dass Berlin diese Bereiche auf eine besondere Art und Weise miteinander vereint, und daher für uns die optimalen Startbedingungen bietet.

Mittlerweile haben wir ja auch ein Büro in New York, von dem aus ich ab und zu arbeite. So faszinierend die Stadt ist, ich freue mich immer wieder nach Berlin zurückzukommen.

Wer in Berlin im Umfeld der neuen Medien gründen will, welche Anlaufstellen und Netzwerke können Sie in der Stadt empfehlen?

In der Gründerhauptstadt Berlin gibt es unzählige Veranstaltungen. Wer will kann jeden Tag morgens, mittags und/oder abends zu einer Veranstaltung gehen.

Ob Gründerfrühstück, Dinner, Twitter oder Facebook Events, Investoren Workshops, Messen oder die diversen Marketing- und Mobile Stammtische – für jeden Gründer lässt sich ein passendes Event finden. In letzter Konsequenz muss aber jeder Gründer selbst entscheiden, wen oder was er in welcher Unternehmensphase benötigt.

Ein paar Worte zu Smeet.com?

Sebastian Funke von Smeet Berlin

Sebastian Funke

Smeet bietet seinen Nutzern in einer lebhaften und interaktiven Umgebung die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen.

Die bisher einzigartige Kombination aus Social Game, Chat und sozialer Interaktion begeistert bereits über 15 Millionen Menschen – täglich werden es mehr.

Aufgrund der Einbindung in Facebook kann man Smeet nicht nur auf der eigenen Plattform, sondern auch in dem sozialen Netzwerk spielen. Besonders reizvoll daran ist, dass die Nutzer so mit ihren Facebook-Freunden spielen oder aber auch über Smeet neue Kontakte knüpfen können. Um ein Teil der 3D-Welt zu werden, bedarf es keinerlei Soft- oder Hardware. Es genügt eine Registrierung und schon kann es losgehen.

Die Interaktivität ergibt sich aus den unterschiedlichen Optionen, die den Spielern zur Verfügung stehen: Die gemeinsame Gestaltung ihrer Räume und Avatare, das gegeneinander Spielen sowie das Punkte sammeln und die Challenges in den verschiedenen Leveln. Der Austausch mit anderen steht dabei an oberster Stelle. Egal, ob über den Text- oder Voice Chat oder, ob man eigene Fotos oder Videos mit anderen teilen will.

Titelbild: Rob Finlayson, UK

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