Grafik Design Crowdsourcing als Alternative zum traditionellen Agenturgeschäft

Ein Gastbeitrag von Simon Iseringhausen, Country Manager Ger/Aus bei Brandsupply.

Crowdsourcing bedeutet soviel wie Arbeitsaufträge verschiedenster Art an die Masse der Öffentlichkeit (crowd) weiterzugeben. Je nach Art und Aufwand der Tätigkeit arbeiten mehrere sogenannte Microworker an einem Projekt oder aber, wie im Grafik und Webdesign Bereich auch bei offline Agenturen üblich, pitchen verschiedene Bewerber um einen Auftrag, wobei der Gewinner ein zuvor festgelegte Vergütung für das Projekt erhält. Zumeist handelt es sich bei solchen Design Wettbewerben um Logo Designs, Webdesign oder Print Design.

Aufbau eines Portfolios

Bei richtiger Vorbereitung und Erwartungshaltung liegen Vorteile dieses Modells für Auftraggeber wie auch Designer und Kreative auf der Hand. Designer haben die Möglichkeit sich ein Portfolio aufzubauen, ihre Kundenkartei zu vergrößern und die Zeit zwischen traditionellen Agentur-Projekten besser zu nutzen. Der Auftraggeber hat im Gegenzug den Vorteil viel Zeit und Geld zu sparen, hauptsächlich für kleine bis mittlere Design Projekte. Da angemeldete Kreative, sofort nachdem die Ausschreibung online ist, beginnen können erste Entwürfe einzureichen und sich mittels der Kommentarfunktion mit Auftraggeber und anderen Designern Feedback austauschen können, ist der Findungsprozess für den richtigen Designer bzw. das richtige Design oft nicht länger als 14 Tage.

Als Auftraggeber sollte man allerdings einige wichtige Eckpunkte beachten, um die bestmöglichen Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Abwicklung des Wettbewerbs zu gewährleisten. Grundsätzlich sollte man bereits eine grobe Vorstellung haben was man von dem Design erwartet, da bei online Plattformen wie Brandsupply.de das Briefing selbst formuliert werden muss. Da das Briefing Ausgangspunkt für sämtliche teilnehmenden Designer ist sollte man sich einige Zeit nehmen, um möglichst genau zu beschreiben, was gewünscht wird. Des weiteren ist es äußerst wichtig den teilnehmenden Kreativen Feedback zu geben und Vorschläge zur Verbesserung der einzelnen Entwürfe zu machen. Dies steigert die Motivation der Teilnehmer und erhöht die Chance das perfekte Design schließlich auch zu erhalten.

Auf das Briefing kommt es an

Beachtet man diese recht simplen Regeln, so steht einem kreativen Zusammenarbeiten zwischen Auftraggeber und Designer nichts mehr im Weg. Vor allem von Jungunternehmern und Startups, die zuvor mit ’selbstgebastelten‘ Designs gearbeitet haben, bekommen wir immer wieder sehr positive Rückmeldungen über das Konzept von Brandsupply, sowie die aus den Wettbewerben hervorgegangenen Designs.

Natürlich gibt es auch Kritikpunkte, denen wir bei Brandsupply offen begegnen. Wir versuchen diese mittels der großartigen Möglichkeiten die das Internet heutzutage bietet bestmöglich zu beheben. So bemängeln viele Kritiker des Modells, dass der Großteil der Kunden bei der Masse an eingereichten Entwürfen nur sehr begrenzt Feedback geben kann und nicht immer die richtigen Auswahlkriterien gewählt werden. Als Reaktion auf diesen Kritikpunkt werden wir in kürze die Möglichkeit bieten Kunden, Kollegen oder Bekannte die eingereichten Entwürfe bewerten zu lassen. So ermöglichen wir dem Kunden die eingereichten Entwürfe direkt der Zielgruppe zu präsentieren, oder aber ausgewählte Berater hinzuzuziehen um die endgültige Entscheidung zu treffen.

Wird der Marktwert der Designer negativ beeinflusst?

Ein weiterer Kritikpunkt der oft vorgebracht wird ist, dass durch Grafik Design Markplätze wie Brandsupply – mit seinen vergleichsweise niedrigen Preisgeldern – der Marktwert von Designern zerstört wird. Was dabei oft nicht bedacht wird, das ist der Gegenwert, den Designer und Kreative durch unseren Service einsparen, wie zum Beispiel Kosten zur Vermarktung der eigenen Tätigkeit, Zeit um Unternehmen anzuschreiben, genauso wie die Verringerung der Nebenkosten für offline Pitches (Räumlichkeiten, Catering etc.) Des weiteren bieten sich online Plattformen bestens für Designer an, um gewonnene Projekte zur Selbstvermarktung in sozialen Netzwerken zu nutzen.

Nichts desto trotz haben wir uns bei Brandsupply diesen Sommer dazu entschieden, Preisempfehlung in Form von drei verschiedenen Komplettpaketen in verschiedenen Preisklassen anzubieten. So hoffen wir Kunden und Designern mit unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden, und es möglichst leicht verständlich zu gestalten, das passende Budget für ein Projekt zu finden.

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