Gründer im Portrait: SecondSol – Der Marktplatz für die Photovoltaik-Branche

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Die Handelsplattform SecondSol aus Meiningen spürt derzeit nichts von der Krise in der heimischen Solarindustrie, ganz im Gegenteil. „Unsere Zielgruppe sind mehr als 1,5 Millionen bestehende Photovoltaikanlagen alleine in Deutschland“, sagt Gründer und Geschäftsführer Frank Fiedler. Mehr über das erfolgreiche StartUp verriet er uns in einem Interview:

Herr Fiedler, bei SecondSol handelt es sich um einen Marktplatz für neue und gebrauchte Photovoltaik-Produkte. Wer genau ist die Zielgruppe, richtet sich das Portal ausschließlich an B2B-Anwender?

Die Zielgruppe von SecondSol ist die gesamte PV-Branche. Jeder kann auf SecondSol kaufen und verkaufen. Private und gewerbliche Betreiber gehören ebenso zu unserer Zielgruppe wie Hersteller und Händler, Installateure als auch Versicherungen und Organisationen. Jeder der Photovoltaikprodukte wie Solarmodule und Wechselrichter für den Bau oder die Reparatur von Photovoltaikanlagen sucht oder neue bzw. gebrauchte Produkte verkaufen möchte, ist auf dem PV Zweitmarkt herzlich Willkommen.

Wann und wo wurde SecondSol gegründet? Und wie entstand die Geschäftsidee selbst?

SecondSol wurde 2011 im thüringischen Meiningen gegründet und ging pünktlich zur Intersolar zum ersten mal online. Die Idee ist vor allem aus dem Bedarf von Versicherungen entstanden, die zunehmend über steigende Reparaturkosten an Photovoltaikanlagen und eine schlechte Versorgung mit den notwendigen Ersatzteilen klagten.

In der Photovoltaik gibt es mehr als 1500 Hersteller von Solarmodulen, die in den letzten Jahren über 68.000 unterschiedliche Modultypen in den Markt geliefert haben. Erschwerend kommt hinzu, dass auf der einen Seite ein Teil der Hersteller vom Markt verschwinden und so eine Versorgungslücke hinterlassen, auf der anderen Seite sind noch produzierende Hersteller, die teilweise auch ältere Produkten nicht mehr liefern können, durch den schnellen technischen Fortschritt in immer kürzen Zeitabständen neue Produkte auf den Markt bringen.

Über welche Alleinstellungsmerkmale verfügt SecondSol? Gibt es bislang schon ähnliche Dienstleister, oder sind Sie der erste am Markt?

SecondSol ist der einzige Marktplatz im Internet auf dem neben neuen Produkten wie Lagerwaren und Restposten auch B-Waren und vor allem ältere Photovoltaikprodukte sowie gebrauchte Photovoltaikmodule gehandelt werden. SecondSol ist dabei ähnlich aufgebaut wie bekannte Marktplätze, auf denen sowohl Verkäufer Produkte einstellen können, als auch Käufer Produkte erwerben können – das ist für einen Online-Marktplatz mit dem Fokus auf Photovoltaik aktuell ebenfalls einzigartig.

Sie möchten auch für mehr Transparenz in der Branche sorgen. Warum ist diese bislang nicht gegeben?

Die Photovoltaik-Branche ist, neben vielen Solateuren, geprägt von vielen Installateuren aus den Bereichen Elektro, Heizung/Sanitär und der Dachdeckerei. Ebenso gibt es unzählige kleine und große Händler die Produkte über das Internet, Fachzeitschriften und Angebots-Newsletter anbieten. Durch den schellen Zubau der letzten Jahre haben viele Unternehmen einzelne Produkte die nach dem Bau übrig waren oder nicht verkauft wurden, in Lägern und Kellern eingelagert, da Sie keine Zeit hatten, sich um den Vertrieb der Restbestände zu kümmern.

Jedoch sind mit dem Zubau der Photovoltaikanlagen auch die Schäden an selbigen gestiegen. Nun werden genau diese Produkte benötigt. Sucht ein Kieler ein bestimmtes Solarmodul wird er mit aller Wahrscheinlichkeit in seiner Region nicht fündig werden. Dabei könnte ein Münchner Dachdecker aus vergangenen Tagen ein solches Produkt im Lager haben. Gäbe es keinen PV Zweitmarkt wie SecondSol würden sich diese beiden wohl nie kennen lernen.

Ihr StartUp bietet noch mehr als einen reinen Marktplatz. Welche Leistungen und Angebote ergänzen den Marktplatz?

Frank Fiedler

Frank Fiedler

Gehen Photovoltaikanlagen kaputt und sind dann auch noch älter PV-Produkte betroffen, gibt es neben der reinen Ersatzteilbeschaffung meist weitere Probleme, die bewältigt werden müssen. So bieten wir unseren Usern einen Übersicht an PV-Gutachtern, PV-Prüfinstituten, PV-Anwälten. Sollten Module dann auf dem Marktplatz nicht mehr verfügbar sein, bieten wie ein kostenfreies Gesuche-Netzwerk, eine Art schwarzes Brett der Photovoltaik, in dem Suchende ein Produkte über das angeschlossene Händler- und Installateursnetzwerk suchen können. Sollten benötigte Photovoltaikmodule nicht mehr auffindbar sein, kann man über SecondSol den Nachbau von Solarmodulen beauftragen.

Vor allem bemühen wir uns aber um das Thema Diebstahl von Solarmodulen und Wechselrichtern. Mit unserem kostenfreien Diebstahlregister PV-Diebstahl.de bieten wir die Möglichkeit, gestohlene Produkte zu melden und so den Wiederverkauf von Hehlerware über das Internet zu verhindern. Über PV-Secure können sich Betroffene über Sicherungsmaßnahmen informieren und auf ihre Anlage zugeschnittene Sicherheitslösungen erhalten.

Als Laie liest man derzeit viel von der Krise der deutschen Solarindustrie. Betrifft dies auch Ihr Unternehmen? Oder spielt Ihnen diese Situation eher zu?

Von der Krise in der Solarindustrie sind wie nicht betroffen. Unsere Zielgruppe sind mehr als 1,5 Millionen bestehende Photovoltaikanlagen alleine in Deutschland. Von bestehenden Photovoltaikanlagen in Spanien, Italien, Frankreich und anderen europäischen Ländern ganz zu schweigen. Der Zubau von Photovoltaikanlagen in Europa wird aus unserer Sicht weiter zunehmen. Vor allem süd- und osteuropäische Länder haben hier noch einen enormen Bedarf an Photovoltaik. Hier könnten auch gebrauchte Produkte, die aus dem Repowering stammen, eine große Rolle spielen. Von daher blicken wir im Zuge des großen Internationalen Erfolges der Photovoltaik sehr positiv nach vorn.

Wie soll SecondSol weiter ausgebaut werden, und suchen Sie hierfür noch nach Partnern?

Wir fokussieren uns aktuell sehr stark auf die Internationalisierung des Marktplatzes. Zusätzlich wollen wir uns auch mobile Anwendungen konzentrieren und planen eine mobile Version der Plattform sowie eine App. Aber auch die Dienstleistungen, allen voran die PV-Diebstahldatenbank soll weiter ausgebaut werden. Hier suchen wir Partner aus dem Sicherheitsgewerbe, aus dem Bereich Versicherungen und dem Handwerk, die sich gemeinsam mit uns engagieren wollen.

Welches Team mit welchem Know How steckt hinter dem StartUp?

Neben den beiden Gründern, die aus dem Bereich Banking & Softwarevertrieb sowie der Photovoltaik kommen, sind es unsere Kollegen, die Jahre lange Erfahrung im Customer Support sowie Marketing und Media mitbringen, das Rückgrad des Unternehmens. Großes Glück hatten wir auch mit unserem Investor. Die bm-t Beteiligungsmanagement Thüringen bietet uns über ihr Netzwerk und ihre Beteiligungen große Unterstützung in allen Bereich, um ein schnelles Wachstum zu generieren.

2 Kommentare zu "Gründer im Portrait: SecondSol – Der Marktplatz für die Photovoltaik-Branche"

  1. Dr, Merle Fuchs | 24. Juni 2013 um 08:50 | Antworten

    Ein interessantes Interview zu einem interessanten Unternehmen!

  2. Claudia Kiesling | 26. Juni 2013 um 08:22 | Antworten

    Schönes Interview über ein spannendes Unternehmen!

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