Gründer und ihre Geschäftsidee vorgestellt: Whollees – Fruchtsaft mal anders

Gesund, Fairtrade und Biologisch – das sind die Getränke von Whollees aus Hamburg. Von der ersten Idee in der WG bis hin zum fertigen Produkt vergingen nur wenige Monate, wir wollten mehr wissen von Mitgründer und Geschäftsführer Florian Jung:

Wenn Sie Ihre Geschäftsidee in wenigen Sätzen auf den Punkt bringen müssten, wie würden diese lauten?

Bei Whollees geht es um Gesundheit und soziale Gerechtigkeit: Wir stellen gesunde Frischsäfte aus biologischem und fairem Anbau her. Dafür nehmen wir die nährstoffreichsten Früchte, Pflanzen und Tees, die wir finden können und kombinieren diese zu den leckersten und ausgefallensten Geschmäckern. Gleichzeitig unterstützen wir mit einem Teil unserer Säfte und Erlöse kleine, soziale Nachbarschaftsorganisationen in den Regionen, in den unsere Säfte verkauft werden – so profitieren alle davon.

Wann und wo wurde Ihr Unternehmen gegründet?

James und ich kommen beide aus Norddeutschland. Wir haben unsere Frischsäfte Ende 2011 in Hamburg und der Region in ausgewählten Geschäften, wie z.B. Biomärkte und Reformhäuser, eingeführt. Wir haben davor etwa zwei Jahre an Whollees gearbeitet und in 2010 unsere Firma gegründet.

Wie entstand die Geschäftsidee selbst?

Eine Sorte von Whollees

Die Idee kam uns, als ich auf einer Afrikareise einen einheimischen Unternehmer kennenlernte, der Wirtschaft und lokale Entwicklungshilfe auf kreative Weise kombinierte. Wir waren von diesem Konzept so begeistert und inspiriert, dass uns schnell klar war: Wir wollen eine Firma erschaffen, die ein großartiges Produkt anbietet und gleichzeitig hilft, lokale, soziale Probleme zu lösen. Mit unseren Säften haben wir dann einen Weg gefunden beide Ziele zusammen fließen zu lassen.

Wir glauben, dass man durch Wirtschaft soziale Probleme verbessern kann, denn Unternehmen haben durch ihre tagtäglichen Entscheidungen einen enormen Einfluss auf das Leben vieler Menschen. Es liegt an Ihnen zu entscheiden, ob dieser Einfluss auch positiv für alle sein soll.

Mit Whollees wollen wir also auch zeigen, dass sich nicht nur ein gutes Produkt durchsetzt, sondern auch ein Geschäftsmodell, dass auf dem Gedanken basiert, dass möglichst alle davon profitieren – angefangen beim Bauern in Südamerika oder Afrika, der für sich und seine Familie eine eigene, langfristige Existenz aufbauen kann, da er einen fairen Preis für seine Früchte bekommt. Bis hin zu der lokalen Gemeinde, wo unsere Säfte verkauft werden, indem wir dort lokale Nachbarschaftsorganisationen unterstützen. Unsere Säfte sind in dieser Kette so gesehen nur ein leckeres Mittel zum Zweck.

Wir stehen mit Whollees jedoch noch ganz am Anfang unserer Entwicklung und haben noch viele Ideen wie wir uns noch stärker für einen positiven, sozialen Wandel einsetzen können.

Gibt oder gab es Vorbilder in anderen Ländern, an denen Sie sich orientieren?

Wie jeder andere auch, haben wir unsere Helden, unsere Vorbilder. Wie Yvon Chouirnard von Patagonia seine Firma aufgebaut hat inspiriert mich sehr. Ebenso wie Anita Roddick mit The Body Shop als Pionierin von unternehmerischen Aktivismus die Grenzen immer wieder verschoben hat. Ich bewundere auch sehr wie Gary Hirshberg mit zwei Leuten und ein paar Kühen bei Stonyfield Farms gestartet ist und wie sie Ihre Firma um ihre persönlichen Werte aufgebaut haben. Sie alle sind große Vorbilder und haben einen Einfluss darauf, wie wir Whollees weiter aufbauen wollen.

Über welche Alleinstellungsmerkmale verfügt das Konzept? Was unterscheidet es von ähnlichen Ansätzen?

Wie bei allen guten Produkten, starten auch wir mit großartigen Zutaten. Wir bekommen unsere nährreichen Früchte, Pflanzen und Tees aus den besten Anbauregionen der Welt und achten sehr stark auf die Qualität, die in unsere Säfte fließt. Unser Ziel ist es, aus den nährstoffreichsten Zutaten die leckersten Geschmäcker herzustellen.

Wir schauen nach besonderen Zutaten, die bisher so noch nicht verwendet wurden. Beispielsweise nehmen wir für unseren Geschmack „Born to be Green“ Gräser und Algen, die ihm erst die besondere Note verleihen. Für die Sorte „Larry Berry“ verwenden wir Açaí-Beeren aus Brasilien, die neben vielen Antioxidantien auch die gesunden Omega-Fettsäuren enthalten – gerade bei Sportlern kommt das sehr gut an.

Dass unsere Säfte zu 100% biologisch und, wenn möglich, auch fair gehandelt sind, ist für uns selbstverständlich.

Welche Zielgruppen sollen konkret angesprochen werden?

Wir machen Whollees für Leute, die sich einfach gesund und bewusst ernähren wollen. Unsere Säfte gibt es daher hauptsächlich in Biomärkten und Reformhäusern, aber auch in kleinen Cafés und Feinkostgeschäften.

Wie wollen Sie Ihre Idee vermarkten?

Wir haben ein gutes Produkt und eine interessante Geschichte zu erzählen. Wir sind daher viel unterwegs und lassen so viele Leute wie möglich unsere Frischsäfte probieren und erzählen ihnen, was wir machen und was wir mit Whollees erreichen wollen. Dadurch können wir auch immer direkt mit unseren Kunden sprechen und sie so Schluck für Schluck von uns begeistern.

Welches Team mit welchem Know How arbeitet an Ihrer Idee?

Wir haben ein kleines Team aufgebaut, das an die Sache glaubt und täglich hart dafür arbeitet. Wir konzentrieren uns auf das, was wir am besten können und arbeiten in den anderen Bereichen mit sehr erfahrenen Partnern zusammen.

Die beiden Gründer von Whollees

Welche Ziele verfolgt Ihre Gründung, wo möchten Sie in einem Jahr stehen?

Wir wollen nicht der größte Safthersteller werden, sondern der Beste. Wir glauben an Qualität. An gesunde, biologische Ernährung. An enge, langfristige Partnerschaften. Und daran, dass wir mit Whollees ein neues, ethisches Geschäftsmodell etablieren können.
Dafür stehen wir jeden Morgen auf und arbeiten daran.

Suchen Sie noch nach Mitarbeitern und/oder Kooperationspartnern, und wer kann sich bei Ihnen melden?

Wir haben im nächsten Jahr viel vor. Daher sind wir immer offen für eine sinnvolle Zusammenarbeit.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Werdegang?

Wir (James und ich) hatten schon früh begonnen, an Ideen zu arbeiten, mit denen wir etwas Eigenes aufbauen wollten. Wir hatten uns am ersten Tag im Studium kennengelernt. Wir studierten beide Wirtschaft, waren mit dem Studium und den Theorien aber nicht zufrieden. Also beschlossen wir, dass wir zusammen eine eigene Firma starten. Durch die Afrikareise inspiriert haben wir dann ganz konkret an der Idee gearbeitet, die uns zur Gründung von Whollees geführt hat.

Nach dem Studium habe ich ein paar Tage die Woche in einer kleinen Agentur gearbeitet um es mir leisten zu können, weiter an Whollees zu arbeiten. Vor und nach der Arbeit, sowie an den anderen Tagen, habe ich mich dann um den Aufbau von Whollees gekümmert. Irgendwann hat Whollees so viel Zeit eingenommen, dass ich mich dann in Vollzeit nur noch Whollees gewidmet habe und kurze Zeit später haben wir unsere Säfte dann auch im Markt eingeführt.

1 Kommentar zu "Gründer und ihre Geschäftsidee vorgestellt: Whollees – Fruchtsaft mal anders"

  1. Wir durften Whollees in verschiedenen Sorten übrigens testen (Danke an das Team von Whollees), und können nur sagen: Sehr lecker!

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