Kleiderrebell – ein unendlicher Kleiderschrank zum Ausleihen

Kleiderrebell - Onlineshop für Mode

Seitdem Laura Apel in Bangladesch während eines Praktikums einen Blick hinter die Kulissen der Modeindustrie werfen konnte, lautet ihre Maxime Nachhaltigkeit. Hierfür will Sie mit ihrer Geschäftsidee einen ganz persönlichen Beitrag leisten. Auf dem Onlineshop Kleiderrebell kann modische Bekleidung für Frauen ausschließlich ausgeliehen werden.

Frau Apel, kurz und knapp: Erklären Sie Ihre Geschäftsidee?

Kleiderrebell ist ein Online-Shop (Launch: Dezember 2015), in dem Frauen Mode, Schuhe und passende Accessoires ausleihen können.

Durch die Ausleihe leistet die Kundin ihren persönlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit, in dem sie die Lebensdauer eines jeden Kleidungsstückes verlängert. Sie kann sich ihren persönlichen Kleiderschrank voller Lieblingsteile zusammenstellen – so hat sie garantiert für jeden Anlass das perfekte Outfit.

Sobald sie sich satt gesehen hat, kann sie die Artikel wieder an Kleiderrebell zurückschicken.
Flexibilität wird bei Kleiderrebell großgeschrieben: Kein Abo // Keine Mindestlaufzeit // Keine Fixkosten.

Die Kundin bestimmt wie oft, wie viel, was und für wie lange sie ihre Lieblingsteile bei Kleiderrebell ausleiht. Auch ehemalige Lieblingsstücke kann sie einsenden und sich dafür neue ausleihen.

Was genau war der Auslöser für den Start eines eigenen Business?

Ein Praktikum in Bangladesch hat mir den Blick hinter die Kulissen der Bekleidungsbranche ermöglicht. Seitdem habe ich mir immer wieder Gedanken zu einer nachhaltigen Konsum-Alternative gemacht.

Als ich dann vor ca. einem Jahr mal wieder kurz vor einem Shopping-Rausch stand, stellte ich mir die Frage, ob wir wirklich nur die Wahl zwischen neu-nachhaltig-und-dementsprechend-teurer und neu-nicht-nachhaltig-und-dementsprechend-günstig haben.

Darüber hinaus fragte ich mich, ob ich Kleidung wirklich besitzen muss? Je mehr ich darüber nachdachte und mir die Kurzlebigkeit der Trends sowie die Anzahl der Kollektion vor Augen führte, die große Modeketten jährlich herausbringen, umso mehr Zweifel bekam ich.

Ein Online-Shop, in dem Mode ausschließlich ausgeliehen werden könnte, wäre die Lösung… Die Idee von Kleiderrebell war geboren!


Was macht Ihr Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Durch das erweiterte Sortiment (Bekleidung, Schuhe und passende Accessoires) greifen wir den „Outfit“-Gedanken auf. Die Kundin soll bei uns nicht nur einzelne Teile ausleihen können sondern wenn gewünscht eben auch die passenden Accessoires und Schuhe.

Darüber hinaus bieten wir ein Höchstmaß an Flexibilität an. Das bedeutet im Detail: kein Abo, keine Mindestlaufzeit, keine Fixkosten. Die Kundin bestimmt wie oft, wie viel, was und für wie lange sie sich etwas ausleiht.

Zusätzlich bieten wir eine Stilberatung in Kombination mit Kleiderschrank-Management an: wir helfen der Kundin bei der Sichtung des Kleiderschrankes und überlegen gemeinsam, welche Kleidungsstücke ggf. aussortiert, welche ggf. mit Hilfe von „Upcycling“ verändert werden können und welche bleiben. Auch bei neuen Kombinationsmöglichkeiten wird geholfen.

Für alle, die sich etwas ausleihen aber dies nicht via klassischer Online-Bestellung tun möchten, bieten wir „Sharing-Parties“ an: ähnlich wie eine Tupper-Party aber eben mit Kleidung J Die Kundin + Gäste können in Ruhe und in gemütlicher Atmosphäre die mitgebrachten Kleidungsstücke von Kleiderrebell anprobieren und sich dann für die Ausleihe entscheiden.

Wo sehen Sie Ihre Zielgruppe bzw. wer sind Ihre Wunschkunden?

Zielgruppe sind alle Frauen, die mit Mode herumexperimentieren und gerne mal etwas Neues ausprobieren möchten. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass dieser Konsum absolut nachhaltig ist, da auf bereits produzierte Kleidung zurückgegriffen und dadurch die Lebensdauer eines jeden Kleidungsstückes verlängert wird.

Aber auch für Frauen, die für einen besonderen Anlass beispielsweise ein besonderes Kleid benötigen, bietet Kleiderrebell die Lösung.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Seit April dreht sich alles um Kleiderrebell. Die Idee ist unglaublich gereift und nun bereit, um auf den Markt gebracht zu werden.

Seitdem wurde in die Gründung, eine Unternehmensberatung, Marktforschung, ein erstes Lager + Büro, erste Werbemittel und eine Rechtsberatung investiert.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchen Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Durch die Ausleihe, die Stilberatung und die Sharing-Parties werden Geldrückflüsse erzielt.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Der Auftritt auf Facebook an sich sowie eine Facebook-Werbekampagne haben bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt.

Welche Vision verfolgen Sie und welche Schlagzeile würden Sie gern mal über Ihr Unternehmen lesen?

Ich wünsche mir, dass Kleider-Sharing neben dem Kauf von Kleidung eine echte Säule in der Bekleidungsindustrie wird mit einem ernstzunehmenden Marktanteil. Dass Kleider-Sharing also irgendwann normal wird, genauso normal wie Car-Sharing.

Der Umgang mit Kleidung und deren Wahrnehmung muss sich ändern. Interessanterweise gibt es ja bei Möbeln einen echten Hype um alte Stücke, je mehr Patina, desto besser. Die Ästhetik früherer Design-Epochen und der Used-Look sind erwünscht. Ein Kleidungsstück ist aber für viele nur akzeptabel, wenn es wie neu aussieht. Warum ist das eigentlich so? Ich denke, wir sind verwöhnt durch den nicht abreißenden Strom von Billigware.

Kleider-Sharing sollte demgegenüber eine gesellschaftlich akzeptierte Alternative sein. Natürlich wünsche ich mir, dass Kleiderrebell sich in Zukunft als erfolgreiche Marke in diesem Segment durchsetzt. Ich erwarte, dass sich das Modell noch weiter ausdifferenziert und weitere Anbieter auf den Markt kommen. Kleiderrebell soll hier natürlich ganz vorn mitspielen.

Wir wollen dies vor allem durch unser flexibles Angebot bezüglich der Ausleihdauer und Stückzahlen erreichen. Eine Schlagzeile wie „Kleiderrebell trifft den Nerv der Kundinnen uns ist erneut unter den Marktführern“ wäre toll.

Auf welche 3 Tools/Komponenten können Sie bei der täglichen Arbeit nicht verzichten und warum?

Auf meinen Laptop kann ich bei der täglichen Arbeit nicht mehr verzichten, da ich über ihn das „Daily Doing“ abwickele – angefangen bei Emails, dem Bespielen der diversen Social Media Kanäle sowie täglichen Auswertungen.

Mein Smartphone ist ebenfalls „unverzichtbar“ geworden, insbesondere, wenn ich unterwegs bin. Wichtige Telefonate sowie Emails können auch so beantwortet werden und für Schnappschüsse dient es ebenfalls.

Zu guter Letzt ist mein Notizbuch ein wichtiger Begleiter: sämtliche Einfälle, neue Ideen und Dinge, an die ich denken oder noch erledigen muss werden hier notiert.

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Persönlicher Erfolg zeichnet sich für mich in Zufriedenheit aus. Was gibt es schöneres, als zufrieden mit sich selbst und seinem Leben zu sein.

Welchen Fehler würden Sie aus ihrer Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Keine – Fehler gehören dazu, ohne geht’s nicht. Und Fehler sind doch dazu da, um aus ihnen zu lernen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man noch so bemüht sein kann, alles im Blick zu haben, früher oder später geht doch etwas schief.

Wichtig ist, sich davon nicht runter ziehen zu lassen, sondern nach vorne zu schauen und weiter zu machen.

Welche Frage sollte sich eine Unternehmerin bzw. ein Unternehmer mindestens einmal gestellt haben?

Unverzichtbar ist die Frage, ob man tatsächlich von der eigenen Idee überzeugt ist. Denn ohne voll und ganz dahinter zu stehen geht es meiner Meinung nach nicht. Es wird immer Kritiker geben; wenn du von deiner Idee überzeugt bist und dafür brennst, stehst du da drüber.

Zusätzlich sollte man sich fragen, ob man gewillt ist, 200% zu geben. Wenn man sich selbstständig macht und ein StartUp gründet, kann man sich schon im Vorfeld von der 5-Tage bzw. 40-Stunden-Woche verabschieden.

Stattdessen sollte man die 7-Tage-Woche willkommen heißen, was in der Regel auch nicht schwerfällt, denn man weiß ja, wofür man es tut – für sich selbst!

Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Optimistisch, Lebensfroh und Willensstark

1 Kommentar zu "Kleiderrebell – ein unendlicher Kleiderschrank zum Ausleihen"

  1. Sehr schöne Idee! Sich ständig neue Kleidung zu kaufen macht auch nicht wirklich glücklich. Ich denke, oft kompensieren wir damit andere Dinge, dabei täten uns entspannende oder aktive Tätigkeiten viel besser als der Konsum. Außerdem benötigt man auch nicht wirklich einen überfüllten Kleiderschrank. Ich sehe mich gerne in Second-Hand-Läden oder auf Flomärkten um. Aber der Kleiderschrank zum Ausleihen ist auch eine super Idee.

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