Kölner Existenzgründer startet mit der peopleAG eine Online-Mikrojobbörse für Privatleute

Im September 2012 hat der Unternehmer Marcus Reiner in Köln die peopleAG gegründet. Im Interview mit MeinStartup.com gibt er Einblicke in dieses spannende Projekt:

Herr Reiner, braucht Deutschland wirklich noch eine weitere Mikrojobbörse?

Die peopleAG ist anders. Wir haben einen Trend erkannt und wollen uns an dessen Spitze setzen. Faire und schnelle Auftragserledigung ist dabei das Stichwort. Nach einer aktuellen Studie des Statistischen Bundesamtes gibt es inzwischen über 15 Millionen Single-Haushalte in Deutschland. Die einen verdienen dabei immer weniger, während andere immer weniger Zeit haben, aber genug verdienen. Wir helfen, Synergien und persönliches Hab und Gut besser nutzbar zu machen. Wer zum Beispiel ein Auto hat, kann mit dem Auto Geld verdienen, indem er etwas transportiert. Wer eine Kamera besitzt, kann mit der Kamera Geld verdienen, indem er ein Foto für jemand anderen macht.

Wer soll Ihrer Meinung nach die peopleAG nutzen?

Ich sehe die Zielgruppe der Auftraggeber der peopleAG in hart arbeitenden Menschen, die neben der Arbeit immer weniger Zeit haben, um gewisse Dinge in ihrem Privatleben zu organisieren. Der moderne Mensch, der seine Karriere im Blick hat, gut verdient, dabei aber immer häufiger Single ist und am Ende eines langen Tages in seine schöne Wohnung kommt, benötigt jemanden, der beim Aufbauen eines Schrankes hilft oder für ihn die Hemden aus der Reinigung holt. All dies sind Kleinstdienstleistungen, die wir über die peopleAG vermitteln wollen – an diejenigen Menschen, die Zeit haben, zuverlässig sind und sich etwas dazuverdienen möchten.

Und was soll die peopleAG dann so fair machen?

Ganz klar die Transparenz, die faire Bezahlung und auch der soziale Gedanke. Während man bei anderen Portalen zunächst Punkte für eine Community sammeln muss, bevor man Geld sieht, wird bei uns jeder Job sofort bezahlt. Und zwar so, dass beide Seiten zufrieden sind. Jeder Auftraggeber lobt so viel aus, wie ihm die Arbeit wert ist. Und jeder Smartjobber – so heißen bei uns die Auftragnehmer – ist dafür automatisch über unseren Versicherungspartner versichert.

Wo versteckt sich da der soziale Gedanke?

Zum einen gibt es eben kein Lohndumping oder Wettbieten um eine billige Arbeitskraft. Erfahrungsgemäß werden die Aufträge nicht unter 10,- Euro/Stunde vergütet. Das finden wir fair. Zum anderen gibt es tatsächlich auch reine Sozialjobs, die einfach aus Nächstenliebe und ohne Bezahlung ausgeführt werden können.

Wann kam Ihnen die Idee zur Gründung der peopleAG?

Die Idee der peopleAG trage ich seit 2005 in mir. Jetzt sind die Zeit und der Markt reif dafür. Der Sprit wird immer teurer, die einen verdienen immer weniger, während andere immer mehr verdienen, aber weniger Zeit haben. Hier ist die Schnittstelle. Da macht es doch Sinn, wenn wir uns gegenseitig helfen und so eine Win-win-Situation für alle schaffen. Dazu kommt, dass mit dem wachsenden Markt im Bereich mobiler Kommunikation endlich auch die technischen Voraussetzungen geschaffen sind.

Das klingt, als gäbe es einen riesigen Markt. Dafür bräuchten Sie ja eine ganzes Heer an Smartjobbern…

Das haben wir auch. Schon zum Start vor ein paar Wochen standen knapp 15.000 registrierte Smartjobber bereit. Wir richten uns in erster Linie an Privatleute und bieten so Leistungen von privat für privat. Unsere Auftragnehmer werden alle handverlesen und bewertet. Das heißt, sie sind alle geprüft und wir haben mit jedem persönlich gesprochen. Das können andere Plattformen nicht leisten. Ich habe über mehrere Monate mit ca. 15 Mitarbeitern rund 15.000 Smartjobber recherchiert und schließlich rekrutiert, um vom Start weg eine schnelle Auftragsbearbeitung zu gewährleisten.

Dies ist nicht Ihre erste Firmengründung: Wie fing alles an, und haben Sie noch Kontakt zu den früheren Firmen?

Marcus Reiner

Ich habe in meinem Leben nur 3 Monate auf Lohnsteuerkarte gearbeitet, mehr nicht. Eigentlich ein Klassiker: Eisverkäufer, Pizzafahrer, Kneipenjobs, während und nach der Schule. Seit meinem 19. Lebensjahr bin ich selbständig, also seit knapp 25 Jahren.

Vor fast 20 Jahren habe ich die Casting-Agentur outcast gegründet. Ich schaue regelmäßig, was aus ihr geworden ist und welche Projekte aktuell dort laufen. Was aus den Firmen-Babys wird, ist immer interessant, manchmal aber auch traurig. Wie zum Beispiel bei SHOPCONTROL. Die Engländer haben den Markennamen für Deutschland untergehen lassen. Ich freue mich zwar nicht darüber, aber es läuft nicht mehr so, wie mit mir an Bord. Im Übrigen halte ich an keiner Agentur mehr Anteile, die letzten habe ich im vergangenen Jahr verkauft. Wenn man sich um etwas Neues kümmert, dann muss man das Alte auch hinter sich lassen. Denn dem Neuen gebühren 100 Prozent Energie und Konzentration.

Wie schätzen Sie die derzeitige und die zukünftige wirtschaftliche Bedeutung von Mikrojobs ein?

Ich bin davon überzeugt, dass Mikrojobs in den nächsten 2 Jahren erheblich an Einfluss gewinnen werden. Wirtschaftlich, aber auch mit Blick auf die gesellschaftliche Relevanz. Es werden sich natürlich auch noch andere mit solchen Plattformen beschäftigen und sich im Markt versuchen. Wir sehen das mit Interesse und erwarten die Auseinandersetzung mit Spannung – aber auch mit großer Zuversicht hinsichtlich einer langfristigen Relevanz in diesem Segment. Ich glaube, dass der Minijob noch weiter nanoisiert werden wird und es absolut denkbar ist, dass klassische Allrounder sehr gut von Plattformen wie der peopleAG leben können.

Die Summe der einzelnen Jobs macht es aus. Zudem werden Menschen mit wenig Zeit und mehr Geld nicht mehr nur eine Person beschäftigen, die alles abdeckt, sondern vielmehr für verschiedene Aufgaben jeweils eine geeignete Person, die gerade in der Nähe ist, wenn man sie braucht.

Sie haben schon einige Erfahrungen gemacht. Was ist für Sie das Erfolgsrezept für eine Existenzgründung?

Vor allem ist es wichtig, keine ausgetretenen Pfade zu beschreiten. Die Ideen von Menschen scheitern nicht selten daran, dass sie ganz konventionell an eine Sache herangehen. Doch es ist nicht immer nur eine Geld- oder Wissensfrage, auch visionäre Energien, eine vernünftigen Einschätzung des Marktes sowie das Gefühl dafür, ob die Zeit reif ist für eine bestimmte Idee, spielen eine große Rolle.

Dazu kommen das richtige Team und Fachfirmen aus den Bereichen Softwareentwicklung, Grafik und Kommunikation. Man sollte wissen, was man selber kann und die anderen Aufgaben den jeweiligen Profis überlassen. Das spart Zeit, Energie und führt letztlich zum Ziel.

Über die peopleAG Deutschland GmbH

Die peopleAG wurde 2012 von Marcus Reiner (44) in Köln gegründet und ist mit ihrem Geschäftsmodell einzigartig in Deutschland: Über eine Internetplattform vermittelt das Unternehmen Mikrojobs und Gefälligkeitsarbeiten (Smartjobs) von privaten Auftraggebern an private Auftragnehmer (Smartjobber). Transparentes und faires Arbeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Jede Leistung ist so viel wert, wie ein Auftraggeber bereit ist, dafür zu bezahlen.

Alle registrierten Smartjobber sind individuell von der peopleAG geprüft und bewertet. Während der Durchführung eines Smartjobs sind diese gegen Haftpflicht- und Unfallschäden durch den Versicherungspartner AachenMünchener automatisch versichert. Weitere Informationen unter www.peopleAG.de.

2 Kommentare zu "Kölner Existenzgründer startet mit der peopleAG eine Online-Mikrojobbörse für Privatleute"

  1. Sehr interessantes Konzept! Das verlangt eine bundesweite Bewerbung.

  2. Kaktus Blumentopf | 10. November 2012 um 14:59 | Antworten

    Den Werbespot auf der Site finde ich extrem gelungen. Bravo!

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Kölner Existenzgründer startet mit der peopleAG eine Online-Mikrojobbörse für Privatleute

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