Kundenbindung stärken – Keine Rechnungen im Januar stellen

Ein Gastbeitrag von Ronny Siegel, myWebcheck.de.

Das Jahr hat gerade erst begonnen und da flattern schon wieder die ersten Rechnungen in den Briefkasten. Normalerweise ist dies nichts Besonderes, wenn da nicht gerade dieser ungünstige Zeitpunkt wäre..

Denn scheinbar wollen Alle gleich zu Beginn des neues Jahres unser Bestes, nämlich unser Geld. Doch wieso werden Unternehmen zum Beginn des Jahres finanziell stärker belastet und was hat dies alles mit der Kundenbindung zu tun?

Meine Erfahrungen mit Rechnungen im Januar und den Kundengesprächen

Zum Beginn des Jahres fokussiere ich mich auf die Kundenbindung. In dieser Zeit führe ich sehr viele Gespräche mit Kunden und spreche mit ihnen darüber, wie das letzte Jahr lief, wie zufrieden man mit den Leistungen war und was man im laufenden Jahr erreichen möchte. Der Januar ist hierfür der perfekte Zeitpunkt. Die guten Vorsätze sind noch frisch und nahezu jeder Unternehmer und Selbständige möchte erfolgreich in das neue Jahr starten. Man stößt in dieser Zeit auf offene Ohren und vor allem nehmen sich viele Unternehmer Zeit für diese ersten Gespräche.

Zum Beginn meiner Selbständigkeit liefen diese Gespräche aber meistens alles andere als positiv. Zwar wurde über das Erreichte gesprochen, doch auch immer wieder kam in den Gesprächen die Kosten auf den Tisch. Der Grund dafür war, ich verschickte damals gleich zum Beginn des Jahres auch meine ersten Rechnungen an die Kunden. In den anschließenden Gesprächen sprach ich mit meinen Kunden dann aber nicht über die zukünftige Zusammenarbeit, sondern mehr über die Preise, eine unschöne Situation wie nahezu jeder Selbständige nachvollziehen kann.

Warum hinterlassen Rechnungen im Januar ein mulmiges Gefühl?

Ein paar Jahre später änderte ich diese Praxis. Ab sofort versandte ich meine ersten Rechnungen im Februar und führte vorher die Gespräche mit meinen Kunden. Was mir dabei auffiel, kaum einer der Kunden kam auf das Thema der Kosten zu sprechen, sondern bei den Gesprächen fokussierten wir uns auf die zukünftigen gemeinsamen Projekte. Natürlich wollte ich wissen warum dies so ist und forschte nach. Dabei stieß ich auf folgende Situation.

Im Januar werden bei vielen Unternehmen große Summen abgebucht oder in Rechnung gestellt. Die größten Posten sind in den meisten Fällen Versicherungen, wie die KFZ Versicherung oder die Haftpflichtversicherung. Viele Unternehmer lassen diese Beiträge in einer Summe abbuchen, was sofort die Liquidität eines Unternehmens schmälert, für viele Unternehmen ein Grund die Kosten mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Verschickt man in dieser Situation eine Rechnung an ein Unternehmen, scheint es als ob man sich damit ebenfalls in den Fokus vieler Unternehmer begibt und man sich automatisch ebenfalls auf dem Prüfstand befindet.

Meine Empfehlung für Gründer – Die ersten Rechnungen im Februar stellen

Meine Erkenntnisse und auch meine Empfehlungen sind deswegen, sofern man nicht eine monatliche Abrechnung vereinbart hat, man sollte versuchen im Januar keine Rechnungen zu stellen. Bei jährlicher Abrechnung wählt man hierzu einfach einen anderen Monat. Bei Leistungen aus dem alten Jahr sollte man versuchen vor Weihnachten die Rechnung zu versenden oder damit bis mindestens Ende Januar zu warten. Bei vielen Unternehmen zeichnet sich im ersten Monat bereits ab, wohin sich die Geschäfte in den nächsten Monaten entwickeln werden und Rechnungen werden dann nicht mehr so stark bewertet, wie noch am Anfang des Januars.

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Über den Autor:

Mein Name ist Ronny Siegel. Mein erstes Unternehmen gründete ich 1996, einen Schallplattenladen mit dem ich 2 Jahre durchhielt. Seit 2003 bin ich erneut selbständig, diesmal ohne Unterbrechung. Die Erfahrungen mit dem ersten Crash halfen mir dabei genauer auf die Signale der Kunden zu achten.

Diese Erfahrungen aus den vielen Jahren meiner Selbständigkeit möchte ich gerne an junge Gründer weitergeben, ein bisschen auch in der Hoffnung, dass sie ein paar dieser Fehler vermeiden können ;). Wenn ihr mehr über mich erfahren wollt, dann folgt mir einfach auf Google+ oder Twitter.

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