Liefer-StartUp Supermarkt.de: „Deutliche Zeichen für einen Paradigmenwechsel“

Mit supermarkt.de startete jüngst ein eigener Online-Supermarkt für Hamburg.

Im Gespräch mit Gründer und Vorstand Dominik Mühl erfuhren wir mehr über dieses ambitionierte und spannende Projekt aus der Hansestadt:

Es gab bereits einige Versuche, den Konsumenten in Deutschland einen Online-Supermarkt schmackhaft zu machen. Was meinen Sie, warum braucht dieses eigentlich doch sehr praktische Geschäftsmodell doch etwas Anlauf, um von den potenziellen Kunden akzeptiert zu werden?

Zunächst können wir für supermarkt.de sagen, dass wir von den Hamburgern sehr gut angenommen wurden. Die Zahl der Auslieferungen wächst erfreulich und liegt bei Betrachtung der Aussagen in der Presse über der der Marktteilnehmer, wie z.B. REWE.

Die Vorreiter der Online-Supermärkte im Ausland haben gezeigt, dass das Konzept sehr erfolgreich sein kann. Allem voran in Großbritannien, dort machen Online-Einkäufe von Lebensmitteln 20% des Gesamtumsatzes des Online-Handels aus. Der deutsche Markt hängt wie in vielen Dingen noch etwas hinterher, doch auch hier zeigen sich deutliche Zeichen für einen Paradigmenwechsel im Online-Shopping-Segment.

Um das Geschäftsmodell eines Online-Supermarktes erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, muss ein lange gelerntes Konsumverhalten verändert werden. Daher muss der Kunde an das Thema herangeführt werden und sollte nicht, wie es in der Vergangenheit in der Presse war, direkt mit mangelnder Qualität konfrontiert werden. Der richtige Weg führt daher definitiv über zufriedene Kunden.

Welches sind die Vorbehalte, mit denen Sie und Ihr Unternehmen am meisten zu kämpfen haben, wenn es um die Bestellung von Lebensmitteln & Co. im Internet geht?

Zu den Vorbehalten zählen vor allem die Sorge um die Frische der Waren, Einhaltung der Kühlkette und die Pünktlichkeit der Lieferung. Die erweisen sich aber nach einer Bestellung bei uns als unbegründet, da unsere Waren durch unsere akribische Kühlpolitik, dem zentralen Lager und dem unternehmenseigenen Lieferservice stets frisch beim Kunden ankommen.

Unsere Kunden können zudem mit unseren stündlichen Lieferfenstern sehr genau planen, wann Sie ihre Einkäufe geliefert bekommen möchten. Das sind klare Wettbewerbsvorteile, da die stündlichen Lieferfenster deutschlandweit einzigartig sind.

Supermarkt.de beliefert zunächst nur bestimmte Stadtteile von Hamburg. In welche Regionen wollen Sie danach gegebenenfalls expandieren, und wovon hängt dieses ab?

Zunächst möchten wir in den kommenden Monaten den Hamburger Großraum abdecken, um dann ein wenig später das Konzept auf andere Großstädte in Deutschland umzusetzen. Genaue Zeitrahmen können wir noch nicht nennen.

Bei der Lieferung von Lebensmitteln gibt es erstaunlicherweise doch einiges zu beachten, von der Rücknahme von Leergut bis hin zum richtigen Transport der einzelnen Waren. Steht bei Ihnen ein „realer“ Supermarkt im Hintergrund, oder wie können Sie diese logistischen Herausforderungen meistern?

Die Stärke des supermarkt.de Konzepts ist seine Eigenständigkeit: Wir verfügen über ein eigenes Lager am Rande von Hamburg, dessen zentrale Lage viele logistischen Vorteile bietet.

Dort gehen die Bestellungen unserer Kunden ein, werden vor Ort kommissioniert, verladen und durch unseren unternehmenseigenen Lieferservice in gekühlten Lieferwagen ausgeliefert. Das birgt verschiedene Vorteile:

  • Die Waren, die es erfordern, sind permanent gekühlt
  • Wir können so Spitzen in den Bestellungen schnell und effizient abfangen, was das Kommissionieren in stationären Supermärkten nicht leisten kann, da sonst der normale Kundenbetrieb gestört wird
  • Die gelagerten Waren entsprechen immer dem Angebot, das der Kunde auf der Website sieht und variiert nicht, wie es bei stationärer Kommissionierung der Fall ist.
  • Die zentrale Lagerung ist nachhaltiger und energieeffizienter auf Grund der abgeschlossenen Kühlräume für frische und Tiefkühlware, den gesammelten Auslieferungen in unseren Lieferwagen. Zudem entfällt jede Form von Zusatzverpackung (wie im Paketversandt üblich), da wir unseren Kunden die Waren lediglich in Papiertüten aushändigen.
  • Unser Bio-Obst und –Gemüse erhalten wir just-in-time von unserem Großhändler und verringern somit die Lagerzeit für unsere frische Ware.

Wie sind die bisherigen Reaktionen Ihrer Kunden, die erstmalig einen Dienst wie Supermarkt.de in Anspruch nehmen?

Sehr positiv. Eine schöne Anekdote kann ich hier kurz erzählen: Wir haben vor ein paar Wochen eine E-Mail von einem Kunden mit Gehbehinderung bekommen, in der er das supermarkt.de Konzept lobt und die große Entlastung gerade für behinderte Menschen thematisiert.

Dieses positive Feedback hat dem ganzen Team ordentlich Rückenwind gegeben. Dann arbeitet man besonders gern!

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Dominik Mühl

Supermarkt.de ist aus der Idee heraus entstanden, endlich den lästigen Wocheneinkauf im Supermarkt zu vereinfachen.

Ich war zuvor bei einer Beratung mit entsprechend sportlichen Arbeitszeiten tätig, da hat es mich immer gestört spät abends noch im Supermarkt vorbei zu gehen oder den Samstag in Schlangen zu verbringen.

Gegründet haben wir dann im Frühjahr 2011 und sind nach erfolgreicher Testphase im Dezember offiziell online gegangen.

3 Kommentare zu "Liefer-StartUp Supermarkt.de: „Deutliche Zeichen für einen Paradigmenwechsel“"

  1. Das ist ein interessantes Konzept bin schon gespannt wie es damit weitergeht. Nachdem der Schweizer Online Supermarkt LeShop nun auch ständig sein Sortiment vergrößert, besteht vielleicht ebenfalls in Deutschland die Chance sich durchzusetzen.

  2. Die Initiative Mittelstand hat den Hamburger Online-Supermarkt supermarkt.de mit dem „Best of 2012“ Siegel in der Kategorie IT-Innovationen E-Commerce ausgezeichnet. Das gab das StartUp gestern bekannt.

  3. „Hamburger können ihre Lebensmittel ab sofort von überall bequem auf dem iPad bestellen und liefern lassen: Denn supermarkt.de bringt die erste Deutsche Lebensmittel-Shopping-App exklusiv für das iPad in den iTunes-Store.“

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