mysaftbar.de: Fruchtiges auf Bestellung

Bei mysaftbar.de kann sich jeder aus über 20 Früchten seinen ganz persönlichen Fruchtsaft zusammenstellen lassen.

Klingt lecker? Gründer Robert Kleinert verrät uns mehr..:

Herr Kleinert, wie werden die Säfte produziert, und bekommt der Kunde eine Hilfestellung, um allzu unschmackhafte Kombinationen zu vermeiden?

Die Säfte werden von unserem Partner-Unternehmen „Hohenloher Fruchtsäfte“ aus Schwäbisch Hall produziert. Dabei wird besonders auf die hohe Qualität der Säfte und die schonende Haltbarmachung (nur durch Erhitzen) geachtet.

Heimische Früchte wie Apfel, Birne, Holunder oder Johannisbeere stammen sogar aus der Region, was auch die Nachhaltigkeit unseres Projekts unterstreicht. Unser Kunde hat die Gewissheit, wenn er zum Beispiel einen Johannisbeer-, Kirsch oder Maracujasaft bestellt, bekommt er auch 100 % Saft, und keinen Nektar oder Fruchtsaftgetränk. Wasser und Zucker verschicken wir nicht – das kann der Kunde bei Bedarf selbst hinzufügen.

Die Säfte werden vom Kellermeister nach den Wünschen des Kunden in Bag-in-Box Verpackungen abgefüllt, kurz im Wasserbad erhitzt und anschließend mit Hermes verschickt. Der Kunde bekommt von uns einige Hilfestellungen. Zum einen wird im Mixer rechts eine Skala angezeigt, auf der zu sehen ist, ob der Saft in der aktuellen Konstellation zu süß oder sauer schmecken wird.

Dies wird durch unser Programm anhand des Fruchtzucker / Säure Verhältnisses und einer mathematischen Formel berechnet. Außerdem geben wir die Intensität sowie den maximal empfohlenen Anteil der Früchte an. Dies sind aber alles keine 100% verbindliche Aussagen über den Geschmack des Saftes.

Wie entstand die Geschäftsidee von mysaftbar.de, und was waren die größten Herausforderungen bei der Gründung, bzw. wie konnten sie diese lösen?

Durch meine freiberufliche Arbeit bei mymuesli entwickelte ich ein großes Interesse am Thema „Mass Customization“ im Bereich Lebensmittel. Da ich schon immer gerne Saft trinke und dabei besonders darauf achte, dass diese auch gesund sind, googelte ich nach individuellen Säften und musste feststellen dass es dafür keinen Anbieter (mehr) gab.

Daraufhin fragte ich im März diesen Jahres in einem Onlineportal, was alles nötig sei, um Säfte herstellen zu dürfen. In diesem Portal lernte ich dann Folker Brand, Betriebsleiter von den Hohenlohern Fruchtsäften, der diese Idee ebenfalls seit einiger Zeit hatte. Wir stellten schnell fest, dass wir uns mit unseren Kompetenzen hervorragend ergänzen und somit war mysaftbar geboren.

Die größte Herausforderung war die geografische Distanz von mir und meinem Partner. Sein Unternehmen ist in Schwäbisch Hall, ich wohne in Simbach am Inn (Niederbayern), dazwischen liegen 300 km. Zurückblickend konnten wir aber alles recht gut per E-Mail lösen. Eine andere riesige Herausforderung war es von Produktionsseite her, einen optimalen Weg zu finden, die individuellen Säfte möglichst schnell und unkompliziert abzufüllen, da man es eigentlich gewohnt war, mehrere tausend Flaschen einer Sorte abzufüllen.

Von meiner Seite her, also der programmiertechnischen Seite, war der Mixer bzw. dessen Logik die größte Herausforderung.

Ich stelle mir vor, dass die bürokratischen Hürden bei einem Betrieb der Lebensmittel erzeugt relativ hoch sind. Wie konnten Sie Ämter, Lebensmittelbehörde etc. von Ihrem Konzept überzeugen, und woher wussten Sie, was es in diesem Zusammenhang alles zu beachten gilt?

Dank der Partnerschaft mit den Hohenloher Fruchtsäften, war dieses Thema gar kein Problem. Folker Brand ist den Umgang mit den zuständigen Behörden gewöhnt, kennt die entsprechenden Gesetze und Verordnungen. Er weiß was auf´s Etikett gehört und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit unsere Kunden ein sicheres Lebensmittel bekommen.

Im Gegensatz zu anderen StartUps haben wir nicht bei Null angefangen – gerade bei der Herstellung Lebensmitteln sollte man nicht in einer Hinterhofgarage beginnen…

Wie können Sie sicherstellen, dass sich auch eine kleine Bestellung finanziell lohnt, und dennoch zu einem vertretbaren Preis erhältlich ist?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Gerade jetzt am Anfang ist es extrem schwierig, die Kosten für die Abfüllung zu berechnen, da bei einer Individualfertigung jeder Handgriff berücksichtigt werden muss.

Aber zum einen haben wir momentan noch eine extrem niedrige Gewinnspanne und zum anderen werden mehrere Bestellungen gesammelt, damit dann effizienter produziert werden kann.

Wie wollen Sie Ihr Konzept weiter ausbauen, und sind Sie hierbei noch auf der Suche nach bestimmten Kooperationspartnern?

Für die Zukunft haben wir schon einiges in der Pipeline. Seit dieser Woche können bei uns auch Geschenk-Gutscheine erworben werden. Außerdem werden wir noch in 2011 kleine „Probierfläschchen“ in den Größen 0,2 und 0,5 Liter, sowie 5 Liter Saftboxen anbieten.

Bei den Flaschen ist zwar der Literpreis um einiges höher, dafür ist aber der Gesamtpreis niedriger, und der Kunde muss nicht 3 Liter Saft wegkippen, wenn ihm seine Mischung nicht schmeckt. Damit wollen wir eine gewissen „Hemmschwelle“ beim potenziellen Kunden abbauen. Die 5 Liter Boxen hingegen werden im Literpreis etwas günstiger.

Anfang 2012 planen wir dann unser Angebot mit Co-Branding für Unternehmen und Gastronomie mit 5, 10 und 20 Liter Saftboxen. Gerade im Gastrobereich sehen wir ein enormes Potenzial, da wir schon von vielen Gastronomen gehört haben, dass geöffnete Säfte, die für Cocktails verwendet werden, nach wenigen Tagen teilweise halbvoll weggeworfen werden müssen. Unsere Boxen hingegen garantieren dank des Zapfhahns, der keine Luft in den Saft lässt, eine Haltbarkeit von 3 Monaten, wenn der Saft geöffnet wurde. Zudem können die Gastronomen individuelle Mischungen für ihre Cocktails ordern.

Längerfristig ist dann ein Abo-Modell, sowie natürliche Zusätze wie Chili, Ginseng, Zimt, Vanille etc. geplant. Andere Ideen sind schon vorhanden, aber noch nicht ausgereift.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Werdegang?

Robert Kleinert

Ich bin 23 Jahre alt und habe nach meinem Fachabitur 2007 eine Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien in München begonnen. Schon während meiner Ausbildung bekam ich über XING einige Web-Aufträge.

Da diese immer mehr wurden, machte ich mich 2010 nach meiner Ausbildung als Webentwickler selbstständig. Mein bisher bekanntester Kunde war, wie bereits eingangs erwähnt, der Anbieter mymuesli.

2 Kommentare zu "mysaftbar.de: Fruchtiges auf Bestellung"

  1. Ein kleines Update von mysaftbar: Seit gestern bietet das Unternehmen auch 0,5 Liter Probierflaschen sowie 5 Liter Boxen an.

    Des weiteren arbeitet mysaftbar momentan an einem Konzept für Unternehmen und die Gastronomie. Es bleibt also spannend!

  2. Hallo René,
    welche Schwierigkeiten mit dem Mixer meinst du denn? :)
    An dem Preis können wir momentan leider nicht viel machen, da es ein rießiger Aufwand ist, die Säfte zu mischen.

    Viele Grüße,
    Robert

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