nobrands.de: „Öko und Lifstyle wachsen immer stärker zusammen“

Das Portal www.nobrands.de aus Berlin präsentiert als Online-Einkaufshelfer ausgesuchte ökologische und fair-made Produkte sowie Services rund um Umweltverträglichkeit, Design, Qualität und Individualität.

MeinStartup.com im Gespräch mit Christoff Wiethoff, Geschäftsführender Gesellschafter der nobrands GmbH
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Herr Wiethoff, wie entstand das Konzept von nobrands?

Die Idee zu nobrands kam weder zufällig noch über Nacht. Bereits vor über 20 Jahren schrieb ich meine erste Diplomarbeit über umweltökonomische Herausforderungen und deren Lösungsmöglichkeiten. Damals hatte sich ausser einigen “Reformhaus-Müslis” keiner für das Thema interessiert – das ist heute erfreulicherweise nicht mehr so.

Auf nobrands finden sich ecofaire Produkte, wobei sich die Plattform nicht als Nischen-Onlineshop, sondern als Projekt im Social Commerce versteht, das sich aktiv für eine saubere Umwelt und für ein faires Miteinander einsetzt. Das ist mir auch privat, als Vater von drei Kindern, sehr wichtig.

Spüren Sie insgesamt eine steigende Nachfrage an nachhaltigen Produkten, und welche Bereiche kommen besonders gut bei den Kunden aber auch Zwischenhändlern an?

Für mich ist es sogar ganz deutlich – ja es gibt eine deutlich steigende Nachfrage an nachhaltigen Produkten. Das Problem ist jedoch, das sich aktuell nur wenige Ladengeschäfte an das Thema heranwagen.

Die bewusst konsumierenden Verbraucher (d.h. die viel diskutierten LOHAS) machen bereits über 30% der bundesdeutschen Bevölkerung aus. Öko und Lifstyle wachsen immer stärker zusammen. Und das zeigt sich besonders stark bei Freizeit-, Handy- und Laptop-Taschen sowie im Bereich Mode und Wohnaccessoires.

Anbieter können sich auf Ihrer Plattform kostenlos aufnehmen lassen. Welche Kriterien gibt es für die Firmen und deren Produkte, und wie überprüfen Sie diese?

Als Auswahlkriterien für die kostenfreie Aufnahme auf nobrands gelten, dass die Unternehmen ökologische Rohstoffe (wie z.B. Bio-Baumwolle) verwenden, und/oder aktiv auf Recycling und Upcycling setzen, und/oder ethische Projekte verfolgen, wie FairTrade, Kampf gegen Armut oder Kinderarbeit, Integration von Benachteiligten, etc.

Die Firmen belegen ihre Aktivitäten häufig mit Zertifikaten, Videos und Fotostories. Zudem beantworten die Unternehmensinhaber auf nobrands verschiedene Fragen wie “Was war Ihre Motivation, auf Nachhaltigkeit zu setzen?”, “Welche Schwierigkeiten treten aus Ihrer Sicht im öko-sozialen Business auf?” und “Was tun Sie privat, um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben?”. Das ist bereits eine sehr gute Orientierung.

Zudem werden die aufzunehmenden Unternehmen von der nobrands Community empfohlen, die mittlerweile rund 9.000 Menschen umfasst.

Ich kenne nicht wenige Personen, die gerne nachhaltiger konsumieren würden, denen aber schlicht das Vertrauen in die nicht immer zweifelsfreien Labels hierzu haben. Wie kann der Laie wirkliche fair-made-Produkte vom Standard unterscheiden lernen?

Das Thema Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen zu einer bedeutsamen Größe geworden. Und zunehmend wird für Konsumenten die Frage wichtiger: Welche Unternehmen geben sich bloß grün und sozial (“green-washing”) – und welche sind es tatsächlich?.

Diesem Bedürfnis sieht sich auch nobrands verpflichtet. Wir möchten helfen, dass eco-bewusste Menschen einen 360 Grad Blick bekommen. Daher ist uns die Motivation und die Philosophie des jeweiligen nachhaltigen Unternehmens besonders wichtig. Und das ist es, was nobrands vermitteln will – Einblicke zu geben, in den unsichtbaren Rucksack, den jedes Produkt umgibt – und zwar mit einem Mouseklick.

Von Spielzeug über Wohnaccessoires bis hin zu Urlaubsreisen und Wellnessprodukten reicht Ihre Produktpalette. Was sind Ihre ganz persönlichen Lieblinge bzw. Favoriten und Neuerungen der letzten Zeit?

Mein Herz schlägt eindeutig für Upcycling. Ich finde den kreativen Einfallsreichtum von Upcycling-Designern bewundernswert und inspirierend. Denn was für die meisten Menschen keinen Wert mehr darstellt und leichtfertig auf den Müll geworfen wird, kann sich dank Kreativität zu attraktiven Produkten mausern.

Aus Blechdosen-Clips fertigen Menschen schicke Damen-Handtaschen, aus Sperrmüll werden avantgardistische Möbel kreiert, Zementsäcke aus Bangladesh entwickeln sich zu praktischen Einkaufstüten und altes Zeitungspapier verwandelt sich in flotte Hüte. Aus diesem Grunde gibt es auf nobrands die Kategorien Upcycling Taschen, Recycling Mode, Re-Design Schmuck, Re-Use Möbel und Recycling Interieur.

Schöne Beispiele sind u.a. die ad:acta Taschen aus gebrauchten Ordnern oder die Untersetzer aus gebrauchten Skatebords von zweihundertsieben.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Christoff Wiethoff

Mit nobrands habe ich mir einen persönlichen Wunsch erfüllt, der mir viel Freude bereitet.

Mit 45 Jahren muss man wissen, was einem persönlich wichtig im Leben ist. In unserer globalen Welt sind wir alle eng miteinander verbunden – als Menschen untereinander und als Konsumenten limitierter Ressourcen.

Und das versuche ich meinen Kindern zu vermitteln – aber auch meinen Studenten, die ich als Dozent für Betriebswirtschaftslehre u.a. für das Thema Nachhaltigkeit und Globalisierung sensibilisiere.

1 Kommentar zu "nobrands.de: „Öko und Lifstyle wachsen immer stärker zusammen“"

  1. Die nobrands Idee ist super und ich hoffe, dass ich meine upcycling Leuchten und Lichtobjekte dort in Zukunft zeigen und verkaufen kann.
    Der link (Webseite) führt zu einem Wettbewerb, an dem ich mich mit einigen Upcycling Objekten beteilige. Vielleicht wird die Idee auch auf diesem Wege weiter verbreitet. Gerne darf man die (künstlerischen) Leuchten dort auch bewerten.

    Martin Lutze

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