Onlinehandel Geschäftsideen – Die innovative Social Commerce Plattform revvler

In diesen Tagen geht die neue Shopping-Plattform & Community revvler an den Start.

MeinStartup.com sprach mit einem der Gründer – Mike Wagener – über die Geschäftsidee, sowie Chancen und Risiken bei der Gründung im eCommerce-Umfeld:

Euer Portal verspricht ein „neues online Shopping Erlebnis“. Was muss ich mir als Nutzer darunter vorstellen, und wie funktioniert das Ganze?

revvler ist eine moderne social commerce Plattform, der richtige Mix aus eCommerce und Social Media. Wir möchten weg vom einfachen, nicht mehr zeitgemäßen Einwege-Kaufprozess und die vielen Möglichkeiten, die das social web mit sich bringt, nämlich die der direkten und umfangreichen Kommunikation, effektiv nutzen und auf unserer Plattform bündeln.

Wir kennen die Situation alle: Ich kann einen Artikel suchen und direkt kaufen, mehr passiert bei diesem rein technischen Prozess nicht. Wenn ich natürlich genau weiß was ich will, ist das völlig ausreichend. Aber in den meisten Fällen ist das nicht so.

Man erkundigt sich zuerst sehr zeitaufwändig in verschiedenen Foren , Rezensionen und nur wenn man wirklich 100%ig sicher ist, dann kauft man es auch zu dem angegebenen Preis. Rückfragen erweisen sich bereits als schwierig, direktes verhandeln ist gar ausgeschlossen. Dabei bietet gerade das Internet in dieser Hinsicht vielerlei ungenutztes Potential. Wir bieten daher mit revvler den Internetnutzern eine neue, moderne Form des beidseitigen Preisverhandelns im Internet – revvlen [reweln]und den Preis mitbestimmen!

Dies funktioniert wir folgt:

revvlen funktioniert in beide Richtungen, d.h. wie im richtigen Leben „offline“ kann zum einen der Käufer auf den Verkäufer zugehen, indem er einen Artikel über unsere Suche eingegeben hat, sich dann den Artikel ansieht und – revvlet. Zum anderen ist dies aber auch dem Verkäufer möglich auf potentielle Käufer zuzugehen. Wir bilden im Prinzip den natürlichen Verhandlungsprozess aus dem „reellen“ Leben virtuell ab.

Mike Wagener, einer der Gründer von revvler

Vereinfacht gesagt bringen wir Nachfrage und Angebot zusammen und ermöglichen beiden Parteien um einen Artikel zu revvlen. Dieser „umgekehrte Weg“ eröffnet völlig neue Möglichkeiten und bietet Verkäufern die Chance aktiv ihren Absatz zu fördern und Käufern den Vorteil, verschiedene Angebote für Ihre Suche zu erhalten und das für sie Beste auszuwählen.

Ermöglicht wird das durch einen Algorithmus der aktuelle Suchen mit Angeboten und neue Angebote mit Suchen abgleicht sowie ein intelligentes Live-Matching in Echtzeit.

Ein umfangreiches Paket an aktuellen social media Features wie Gruppen, die direkt mit den Artikeln verbunden sind, Empfehlungen sowie der Möglichkeit sich gemeinsam mit Gleichgesinnten über die verschiedenen Interessens- und Themengebiete auszutauschen, rundet das Konzept ab und sorgt zudem für die gewisse Authentizität.

So können Anbieter auch ganz spezielle Angebote nur für einen geschlossenen Kundenkreis (Freunde, Freunde und deren Freunde) anbieten.

Wie seid ihr auf diese Geschäftsidee gekommen, und was unterscheidet euch von anderen Einkaufsportal-Trends wie etwa „Live Shopping“?

Die Idee für revvler ist uns, meinem Partner Marc und mir, gekommen, weil wir Auktionen allgemein von den gebotenen Möglichkeiten als relativ veraltet ansehen und Kleinanzeigen sehr langweilig und relativ unattraktiv sind. Hinzu kommt, dass dieser Bereich, was Mitwettbewerber angeht, sehr „überschaubar“ ist. Ich würde sogar von einem Quasimonopol sprechen.

Der Grund warum sich keine Mitwettbewerber bilden konnten, ist relativ einfach. Mit einer 1:1 Kopie kommt man an dieser Stelle nicht weit, da muss man schon etwas Neues bieten. Das Problem ist natürlich die relativ hohe Einstiegsbarriere und dass wirkliche Neuerungen in diesem Bereich, abgesehen von der richtigen Idee, nicht so einfach und ohne hohen Aufwand zu realisieren sind.

Geht man aber diesen Weg, wird man so schnell aber auch keine direkte Konkurrenz mit einem identischen Angebot erwarten müssen.

Live Shopping ist natürlich ein Thema, allerdings verfolgen wir mit revvler eben einen ganz anderen Ansatz, der sich nicht nur auf den reinen Emotionskauf drastisch reduzierter Ware bezieht. Sicherlich sind Emotionskäufe oft eine treibende Kraft, aber es geht nichts über ein persönliches, beidseitiges Verkaufsgespräch. Und dieses werden wir ins Internet bringen.

Wie läuft das Konzept bis jetzt an, und wie soll dieses in den nächsten Monaten gegebenenfalls noch erweitert werden?

Die Resonanz ist bisher durchweg positiv. Momentan ist die Zahl der „Gäste“ leider noch relativ hoch, da viele sich das Ganze einfach erst einmal ansehen wollen. Das ist aber ein normaler Entwicklungsprozess. Wir werden in den kommenden Tagen einige Aktionen starten um die Anmeldungen signifikant zu steigern.

Es ist verständlicherweise schwieriger etwas „Neues“ zu machen, als ein bereits etabliertes Konzept einfach nur zu kopieren bzw. bestenfalls zu adaptieren.

Für uns gibt es zwar in diesem Sinne kein proof of concept, aber wir sind zuversichtlich, dass nach einer Kennenlernphase die Internetnutzer von den Vorteilen, die das revvlen für beide Seiten mit sich bringt, überzeugt sind und das Konzept so schneller nach außen getragen wird.

Nach außen ist ein wichtiges Stichwort. Momentan ist alles noch relativ zentralisiert. Das soll sich in den nächsten Monaten aber ändern. So werden wir einige Möglichkeit bieten das eigene revvler Konto mit den gängigen social networks zu verbinden. Außerdem ist eine mobile Applikation in Planung, so dass man auch mobil revvlen kann, was ich als sehr spannend empfinde, da sich gerade der mobile Markt stark im Umbruch befindet.

Um den Entertainmentfaktor noch zu erhöhen und die Artikelpräsentation noch zeitgemäßer zu gestalten, möchten wir darüber hinaus eine Möglichkeit bieten, um direkt eigene Videos mit in das Angebot einzubinden. Dies sind aber nur ein paar Highlights der vielen spannenden Erweiterungen, die wir momentan noch am planen sind.

Aktuell schließen wir die Entwicklung an unserem revvler – Import Tool ab, mit dem es dann möglich ist, eine große Anzahl von Artikeln schnell und einfach einzustellen oder zu bearbeiten. Dieses Feature wurde bisher sehr oft angefragt und wird in den nächsten Tagen gelauncht.

Wie schafft man es, bei der „Flut“ an Gründungen im eCommerce-Bereich entsprechend wahrgenommen zu werden, und wie wollt ihr die kritische Masse an Besuchern und Mitgliedern gewinnen?

Dass es einige Gründungen gibt ist mir bekannt, aber von einer Flut, finde ich, kann man aber nicht wirklich sprechen. Vor allen ist eCommerce ein sehr weites Feld mit vielen verschiedenen Bereichen und Entwicklungsmöglichkeiten.

In manchen Bereichen ist die Entwicklung auf Grund der fehlenden Konkurrenz aber stehen geblieben. Unser Angebot bildet eine gesunde Mischung aus bewährten und neuen Möglichkeiten. Wir sind daher davon überzeugt, dass wir im Marktplatz-Segment eine attraktive, moderne und vor allem mit dem revvlen, eine innovative Alternative bieten.

Dass dies seine Zeit braucht bis die Internetnutzer unser Angebot im breiten Umfeld wahrnehmen und letztendlich annehmen liegt, wie oben bereits erwähnt, natürlich in der Sache. Aber auch hier verweise ich auf andere Neuerungen, die eben alle erst eine Zeit gebraucht haben, bis die Internetnutzer diese angenommen haben, aber heute selbstverständlich und oft nicht mehr wegzudenken sind. Zudem ist die Verbreitung auch stark davon abhängig, welche Möglichkeiten man hat.

Das Portal von revvler

Wenn man den gewissen finanziellen Background hat, kann man fast alles erfolgreich vermarkten, dann geht es sowieso nicht um Innovation. Hat man diese Möglichkeiten noch nicht, muss man auf Innovationen setzen und die haben wir. Deshalb sind wir überzeugt, dass die Internetgemeinschaft nach einer Kennenlernphase unser Angebot nutzen und schätzen wird.

Was macht deiner Meinung nach eine gute Unternehmensgründung im Internet-Umfeld aus?

Es gibt in dieser Hinsicht zwei Sichtweisen. Die Meisten sagen: “Den richtigen Riecher haben, einen Trend erkennen und schnell sein“. Dieser Prämisse folgt leider ein Großteil der Gründungen aus dem deutschen Internet-Umfeld.

Ich persönlich kann dem nur bedingt zustimmen, denn diese Vorgehensweise setzt eines voraus, woran viele dann letztendlich scheitern: die richtigen Kontakte. Ohne die hat man bei diesem Spiel auf Zeit keine Chance.

Ein schönes Beispiel sind die ganzen Groupon Klone. Übrig geblieben sind eigentlich nur zwei, wobei einer mehr oder weniger das Rennen gemacht hat. Und was ist mit all den anderen? Die haben keine Chance mehr und sind fast alle bereits verschwunden. Dieser Zyklus hat und wird sich bestimmt noch oft wiederholen. Wenn die obige Voraussetzung aber nicht gegeben ist, was auf einen Großteil der Gründungen zutrifft, dann ist eine gute Gründung meiner Meinung nach ein Konzept, welches Bewährtes mit Neuem verbindet.

Diese Mischung gepaart mit einer gesunden Portion Innovation bilden eine gute Basis für einen kontinuierlichen Erfolg. Diese Sichtweise ist vielleicht deutsch untypisch, aber die wirklich innovative Internetgründungen kommen leider häufig nicht aus Deutschland. Das liegt nicht immer an den fehlenden Ideen der Gründer, sondern oft auch an der fehlenden Unterstützung, die eine Umsetzung natürlich erschwert.

Inwieweit habt ihr euch von „traditionellen“ Offline-Geschäftskonzepten inspirieren lassen, oder wolltet ihr komplett neue Wege gehen?

Wir bilden den traditionellen, natürlichen Geschäftsprozess virtuell ab. Demensprechen haben wir uns ganz klar inspirieren lassen.

In diesem Sinne gehen wir auch keine komplett neuen Wege, wobei dies für den Internetbereich sicherlich zum Teil zutrifft.

Deine drei Top-Tipps für alle, die den Sprung in das kalte Wasser Existenzgründung wagen wollen?

Nach einem Zitat von Guy Kawasaki „Don´t let the Bozos grind you down“.

Stellt euch darauf ein, dass ihr schnell sehr viele Gegenredner und Schlechtmacher haben werdet. Aber wer hinter seiner Idee steht und davon wirklich überzeugt ist, der sollte sich nicht davon runterziehen lassen und seine Sache straight durchziehen.

Es gibt immer wieder Geschichten von Gründern, die ihr Startup innerhalb eines halben Jahres gegründet haben und dann bereits nach einem Jahr fürs „Nichtstun“ Millionen kassieren. Das hört sich natürlich verführerisch an, aber das sind größtenteils schöne Geschichten, dessen Wahrheitsgehalt angezweifelt werden darf.

Niemand bekommt etwas geschenkt, auch wenn es sich anders wohl besser verkauft: „Ohne Fleiß kein Preis“. Wer also schnell mit wenig Arbeit reich werden will, sollte sein Glück besser woanders versuchen.

„Weil einfach, einfach einfach ist.“ Ich muss zugeben, dass wir dieses Prinzip auch noch nicht zu 100% adäquat umgesetzt haben, aber da sind wir momentan noch stark dran. Egal wie toll eure Idee oder wie weitreichend eure Neuentwicklung ist.

Es nützt Niemanden etwas, wenn es nicht direkt verstanden und der Nutzen nicht klar wir. Das ist bei Vorhaben, gerade mit größeren Neuerungen, eine der schwierigsten Herausforderungen. Aber wer diese erfolgreich meistert, legt den Grundstein für einen breiten Erfolg.

Wir wünschen revvler viel Erfolg beim Markteintritt!

2 Kommentare zu "Onlinehandel Geschäftsideen – Die innovative Social Commerce Plattform revvler"

  1. Interessante Idee! Das gnaze klingt auf jeden Fall spannend, auch wenn es Startups mit solch neuen Ansätzen ohne Vorreiter und Unterstützer sicher schwer haben werden, aber der Ansatz mit diesme revvlen gefällt mir. Das ist mal nicht alles auf dieses schnelle Schnäppchen schlagen ausgerichtet. Wenn man das richtig anstellt, kann man user sicherlich auch langfristig begeistern. Aber da gehört schon viel zu, den Mut zu haben, etwas Neues zu probieren. der Ansatz klingt auf jeden Fall vielversprechend und ich denke, wenn man es schafft bekannt zu machen und das Eine oder Andere noch anpasst, kann das was richtig Gutes werden. Viel Erfolg!

  2. Das ist mal ein langes Interview. Harte Ansichten zum Teil, aber er hat Recht. Die Frage ist natürlich, ob sich wirklich Innovation, so wie er schreibt, gegen copy&paste durchsetzt. Zu wünschen wäre es ja. Sind ja weit gekommen ohne große finanzielle Unterstützung und die Seite sieht Top aus. Aber um das Ding richtig bekannt zu machen, wird man wohl ohne Unterstützung nicht weit kommen.

    Ich habe mir das „revvlen“ schon einmal angesehen und könnte mir gut vorstellen, dass sich das System gute Chancen hat sich durchzusetzen.

    Wünsche den Gründern aber alles Gute und drücke die Daumen.

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