seedyaa: Die Onlineplattform für kreative Produkthersteller, Designer und Handmade-Anbieter

„Individuelle Läden finden kreative Produkte – und umgekehrt“, das ist das Motto von seedyaa, der neuen Handelsplattform für Produkthersteller, Designer und Handmade-Anbieter.

Ein tolles StartUp für die gesamte Gründer- und Kreativszene, Geschäftsführer Marcus Reisiger verriet uns mehr über seedyaa..:

Herr Reisiger, wer ist die Hauptzielgruppe Ihres neuen Portals?

Unser Service richtet sich speziell an Produktlieferanten und an Einzelhändler, die besondere Produkte abseits der industriellen Massenware herstellen bzw. Ihren Kunden anbieten möchten. Um die Bandbreite aufzuzeigen: Dies kann eine als Unikat von Hand gefertigte Stehlampe sein oder eine in Kleinserie hergestelltes Design-Shirt mit Oeko-Tex® Label.

Unsere Zielgruppe im Bereich der Händler sind dabei natürlich vor allem die unabhängigen, meist inhabergeführten Geschäfte, die frei über ihr Produktsortiment und ihre Bezugsquellen entscheiden können. Dies kann nicht nur ein Textilgeschäft sein, das erweiternd oder ergänzend zum Sortiment auf seedyaa individuelle Bekleidung findet, sondern auch ein Friseur, der seine Wände zum Verkauf von Bildern nutzt und gleichzeitig seinen Kunden etwas Schönes zum Gucken bietet. Ein Buchladen, der in seiner Reiseabteilung Spezialitäten oder Handcrafts aus den Reiseländern anbietet oder das Einrichtungsgeschäft, das handgeschöpfte Kerzen verkauft…

Im Bereich der Produkthersteller richtet sich seedyaa vor allem an kreative Produkt- und Textildesigner, an junge Labels ohne eigenen Vertrieb sowie an DIY, Do-It-Yourself-Hersteller mit professionellem Anspruch oder einfach an Lieferanten, die besondere, individuelle Produkte anbieten.

Wie entstand die Idee, den Einzelhandel auf der einen Seite sowie kleine Labels und Manufakturen auf der anderen Seite mit einer vergleichbaren Dienstleistung zu fördern?

Die Idee zu seedyaa entstand wie die meisten guten und neuen Ideen eher zufällig und ungeplant: im Gespräch in der Mittagspause in unserer Hamburger Agentur WERK4.

Wir hatten beobachtet, dass in unserem quirligen, kreativen Viertel, Hamburg Eimsbüttel, zahlreiche Einzelhändler auch Waren von örtlichen Do-It-Yourself-Herstellern anbieten oder, dass beim Portugiesen an der Kasse CDs von Hamburger Bands neben Weltmusik zum Verkauf stehen. Einige Läden vermieten Regale an Produkthersteller aus der Umgebung.

So entstand die Idee, dieses Geschäft auch überregional zu organisieren, per Internet! Aus „Regalrent.de“ wurde schließlich „seedyaa.com“- gesprochen [ßiedja]. Uns gefiel die Analogie eines Samens, der sich ganz leicht verbreitet – sich aussät – und an anderen Orten Wurzeln schlägt und Früchte trägt für beide Seiten.

Nicola Djafari mit ihrem Label Kostbarlichkeiten war eine der ersten Anbieter auf seedyaa.com

So schafft seedyaa ganz neue Möglichkeiten für den Vertrieb der vielen kleinen Hersteller, die i.d.R. weder Zeit noch Lust noch das Geld haben, dauernd auf Messen und Märkten zu stehen und die auf den vorhandenen Internet-Plattformen nur Einzelteile an Endkunden verkaufen können. Endkunden, die die Ware vor dem Online-Kauf nicht in die Hand nehmen oder anprobieren können.

Gleichzeitig eröffnet die Plattform dem Einzelhandel eine bequeme Beschaffungsquelle von Produkten, die es nicht an jeder Ecke gibt, im Kauf oder auch in Kommission. Produkte, die das Profil und Gesicht eines Ladens stärken können und dabei alte Kunden überraschen und neue gewinnen. In vielen Gesprächen mit Ladenbesitzern und Produktanbietern sahen wir unsere Idee bestätigt und machten uns Anfang 2011 an die Arbeit.

Derzeit kann jeder noch kostenlos inserieren. Wem unserer Leser – darunter viele kleine Startups auch im Bereich Handel – empfehlen Sie diese Option, und welche Art von Anzeigen sehen Sie vielleicht eher ungern?

Im Bereich der Einzelhändler, der Ladeninserate, gibt es eigentlich keine Grenzen. Oder besser gesagt, die Grenzen setzen sich manche Händler selbst, nicht nur durch den weit verbreiteten Systemhandel.

Natürlich freuen wir uns über das gut gemachte Inserat eines coolen Concept Stores mehr als über eine schlecht fotografierte Würstchenbude. Aber auch die ist willkommen. Denn wie toll wäre es, wenn man bei der nächsten Currywurst über die passende Fotokunstserie für sein Wohnzimmer stolpert. Gerade das ist ja auch eine Idee von seedyaa, dass Läden hier Inspirationen für ihre Sortimentspolitik finden. Als i-Tüpfelchen im Programm – in der Fachsprache – als „Trendprodukt“ oder „Imageprodukt“.

Bei den Produktanzeigen achten wir schon etwas genauer darauf, dass seedyaa eine Handelsplattform für individuelle Produkte ist und bleibt. Natürlich ist die Grenzziehung hier nicht immer einfach. Aber für das Angebot von 1000 T-Shirts, den Restposten einer Standard-Markenware aus der Vorsaison oder Elektronik-Produkte aus Asien gibt es andere Verkaufsplattformen.

Wie refinanziert sich Ihr Dienst?

Durch eine geringe Gebühr für Inserate von 1 EUR monatlich sowie eine Provision auf die verkaufte Ware. Diese ist nur vom Lieferanten zu zahlen und beträgt 3% auf den Warenwert im Sofortkauf und 1,5% bei Abschluss eines Kommissionsgeschäftes. Zur Einführung unserer Plattform sind derzeit bis Ende März 2012 noch alle Inserate kostenlos.

Hinter seedyaa steckt ein komplettes und äußerst kompetentes Team. Wie fand sich dieses, wie ist die Aufgabenteilung, und welche Erfahrungen konnten Sie mit einer Gründung im Team sammeln?

Wir hatten ja das große Glück, dass die Gründer von seedyaa gleichzeitig die Inhaber der Agenturen WERK4 Werbeagentur und WERK4.1 Neue Medien sind. Somit konnten und können wir fast alle Aufgaben und Bereiche mit dem eigenen Team abdecken. Von der Logoentwicklung über die Konzeption und Programmierung der Handelsplattform bis zur Durchführung von Promotion- oder Online-Marketing-Maßnahmen.

In der Entwicklungsphase hatten wir dabei Unterstützung von einem ausgewiesenen Einzelhandelsexperten. Für den laufenden Betrieb haben wir das Team noch ein wenig aufgestockt und uns Unterstützung im Bereich Redaktion und Online-Marketing geholt.

Eine wichtige Erfahrung für uns bei der Entwicklung von seedyaa war, dass man auf dem langen Weg von der ersten Idee bis zum Start des Geschäftsbetriebes – und darüber hinaus – die eigenen Entscheidungen immer wieder hinterfragen, prüfen und gegebenenfalls justieren sollte. Natürlich im Rahmen einer festgelegten Strategie für die Marke und das Produkt. Und natürlich ein Rat an alle Gründer und Startups, dass man nicht aufhören soll, an seine Idee zu glauben und dafür zu kämpfen, auch wenn der Wind mal länger von vorn bläst als von hinten.

Ein paar Worte zu Ihnen und Ihrem Werdegang?

Marcus Reisiger

Nach meiner Ausbildung zum Kommunikationswirt in Hamburg und dem Studium der angewandten Kulturwissenschaften in Lüneburg habe ich mir die ersten Sporen als Texter bei elephant seven verdient und dabei schon viel gelernt über e-Commerce und Online-Handel.

Anschließend habe ich als Projektleiter das e-Commerce-Projekt “Cora” der Deutschen Bank geleitet bevor ich 2002 gemeinsam mit WERK4 die WERK4.1 Neue Medien gegründet habe.

Für Kunden wie JET Tankstellen, Heinz Ketchup, NDR Media oder Hamburg Marketing haben wir zum Teil sehr individuelle e-Commerce Lösungen realisiert. Diese Erfahrungen waren natürlich hilfreich bei der Entwicklung von seedyaa.

Außerdem kenne ich als Sohn eines Einzelhändlers auch die Probleme und Herausforderungen, vor denen speziell die kleinen inhabergeführten Läden in Konkurrenz zu immer mehr großen Ketten stehen. Hier kann und soll seedyaa einen Beitrag leisten zum Erhalt der Vielfallt und Individualität im Einzelhandel in unseren Städten.

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