Startups im PropTech-Bereich: Ein lohnendes Geschäft?

Startups und Immobilien

Die Situation auf den deutschen Immobilienmärkten beschert Investoren und Vermietern derzeit gute Geschäftsergebnisse.

Wie der Immobilienmarktbericht 2017 zeigt, steigen die Preise, während das Angebot immer knapper wird. Auch die Entwicklung in Teilmärkten, wie etwa dem Büromarkt, scheint weiterhin auf Rekordkurs kalibriert zu sein.

So konnten laut den Angaben der Angermann Real Estate Advisory AG etwa in Hamburg und Berlin erneut Rekordergebnisse erzielt werden. Nicht zuletzt treibt all dies die Dynamik im PropTech-Bereich an, indem derzeit viele Startups entstehen. Ein lohnendes Geschäft also?

Nehmen wir den Büroimmobilienmarkt: So berichtet die Angermann Real Estate Advisory AG, dass etwa in Hamburg in 2017 mit einem Jahresflächenumsatz von knapp 654.000 m² eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von schier unglaublichen 19 % erreicht wurde.

Und in Berlin konnte man im Vergleich zum Vorjahr immerhin ein Wachstum von 7 % vermelden. Dabei wurde sogar bereits zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis eingefahren. Kein Wunder, dass der Leerstand hier mittlerweile nur noch dramatische 2,1 % beträgt.

In Hamburg sind es demgegenüber mit 4,4 % zwar etwas mehr; allerdings liegt auch dieser Wert unterhalb der 5-%-Marke, die für einen gut funktionierenden Markt eigentlich vonnöten wäre.

Es gibt also einen gewissen Druck, der Flächenverknappung durch Neubauprojekte entgegenwirken zu müssen, da ein Einbruch der Nachfrage angesichts der guten Konjunktur(-prognosen) wohl kaum zu erwarten sei.

In diesem Zusammenhang liegt es auf der Hand, dass eine derartige Situation vor allem für die Suchenden zunehmend zum Problem wird: Lange Vorlaufzeiten, hohe Mietpreise und nicht genügend Angebot in erwünschter Lage sind allesamt Konsequenzen, welche die Inanspruchnahme innovativer Suchkonzepte förmlich aufdrängen.

Und hier kommen nun die sogenannten PropTechs ins Spiel.

Was sind PropTechs?

Die Abkürzung »PropTech« steht für »Property Technology« und bezieht sich ganz allgemein auf die Optimierung von Prozessen in der Immobilienbranche unter Einsatz neuster, digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie. Dies betrifft sowohl B2B- als auch B2C-Interaktionen.

Grundsätzlich können drei Hauptstränge unterschieden werden: Einerseits geht es dabei etwa um Crowdfunding, bei dem durch Crowdinvestments auf einschlägigen Online-Plattformen Investmentsummen akkumuliert und dadurch Kleinanleger mit wenig Startkapital zur Anlage in Immobilien befähigt werden.

Andererseits agieren viele PropTechs im Bereich von »Smart Home«. Hier steht in erster Linie die Digitalisierung der Hausverwaltung im Vordergrund.

Der dritte Strang von PropTechs bezieht sich letztlich auf die Immobilien- oder Bürosuche.

Dabei geht es um die Optimierung der Online-Immobiliensuche, um Suchenden dabei zu helfen, möglichst maßgeschneiderte Suchergebnisse zu erreichen.

PropTech als Innovationsmotor in der Immobilienbranche

In jedem Fall liegt das Ziel des Einsatzes von PropTech vor allem in der Effizienzsteigerung begründet. Allerdings, und das ist wohl ein wesentlicher Unterschied zu einer bloßen technologischen Neuerung, wird deren Einsatz vielerorts mittlerweile gar als »disruptiv«, sprich zerstörerisch-umwälzend, bezeichnet.

So schreibt etwa Sascha Donner im zweiten 2016ner Heft der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V., dass das Disruptive der neuen Technologien sich vor allem darin bemerkbar mache, „dass man von diesen neuen digitalen Lösungen erst lange gar nichts bemerkt, bis scheinbar plötzlich, nachdem eine gewisse Grenzmasse überschritten wird, ein neues System etablierte Produkte und Player irreversibel vom Markt verdrängt.“

Er behauptet ferner, dass diese Disruptivität auch damit zusammenhänge, dass in der Immobilienbranche lange Zeit wenig in Richtung IT-Fortschritt passiert sei und insofern nunmehr jede auch noch so kleine technologische Neuerung gefeiert und eifrig implementiert werde.

In Bezug auf den Einsatz von PropTechs bedeute dies ein immenses Potenzial: Vor allem Startups können nun mit frischem Wind in den Segeln die Immobilienbranche mit ihren Neuerungen bereichern und modernisieren. „Innovation“, so konstatiert Donner letztlich, „schadet insofern nur den Marktteilnehmern, die sich dem Innovationsdruck vehement verschließen, statt aktiv oder passiv daran zu wachsen.“

Insofern lässt sich der vorsichtige Schluss ziehen, dass die Potenziale für Startups in der Immobilienbranche momentan wohl insbesondere im Bereich der PropTechs liegen.

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