Tobias Großer von RapBeats: „Unsere Zielgruppe wurde bislang völlig ignoriert“

Eine Musiklizenzierungs-Plattform für Rap- und sonstige Beats, das ist das Geschäftsmodell der noch jungen Hamburger Plattform RapBeats.net.

Gegründet wurde das Unternehmen von Tobias Großer, mit ihm sprach unsere Redaktion über diese wahrhaft „musikalische“ Geschäftsidee, sowie darüber, wie man eine vergleichbare Onlineplattform idealerweise vermarkten kann:

Herr Großer, für unsere Leser, die nicht so vertraut mit dem Musikbusiness und dessen Vermarktungsstrategien sind, was genau bietet RapBeats?

RapBeats.net ist eine Musiklizenzierungs-Plattform für Beats und Instrumentals und bietet Rappern und Sängern eine breite Auswahl an Beats aus zahlreichen Genres an. Über einen automatisierten Lizenzierungsprozess können Nutzungsrechte für die Beats erworben werden und die Beats nach Zahlungseingang direkt von der Webseite heruntergeladen werden.

Der Käufer kann anschließend den Beat zur Produktion von Tracks verwenden, Vocals aufnehmen und den fertigen Song vertreiben und performen. Bisher haben wir an Kunden aus 18 Ländern Lizenzen verkaufen können, hinsichtlich der Skalierbarkeit sehen wir aber noch enormes Potenzial, daher liegt unser Fokus momentan im Aufbau einer höheren Reichweite und der Bekanntmachung der Plattform.

Wer sind die typischen Kunden Ihrer Plattform?

Die Zielgruppe unseres Angebots ist weltweit vertreten und setzt sich aus semiprofessionellen Rappern und Sängern zusammen, welche einen Bedarf an hochwertigen Musikproduktionen haben und regelmäßig musikalische Projekte veröffentlichen. So gesehen ist jeder Künstler (ausgenommen Bands), der einen Track auf einen der großen Musikplattformen veröffentlicht, ein potenzieller Kunde von uns. Dieses stark wachsende, nicht ausgeschöpfte Marktpotenzial schrie geradezu nach einer zentralen Anlaufstelle, welche nun mit RapBeats.net vorhanden ist.

Ob der Gospelchor-Sänger aus New York, die Clubsängerin aus Moskau oder der Vorstadt-Rapper aus Frankreich, wir haben dank unseres hochwertigen und umfangreichen Musikkatalogs für jeden Künstler den passenden Beat.

Da wir bislang noch kein vergleichbares StartUp vorstellen konnten: Wie gestaltet sich die Vermarktung einer Dienstleistung, wie Sie sie anbieten, über welche Kanäle gehen Sie hier hauptsächlich?

Einen Großteil unserer Kunden gewinnen wir über die Google-Suche, in welcher wir dank SEO-Maßnahmen für die wichtigsten relevanten Keywords auf der ersten Seite ranken. Auch Word-of-Mouth spielt eine große Rolle, da Kunden uns weiterempfehlen und bei der Aufnahmesession im Studio anderen Künstlern oder den Produzenten von unserer Plattform berichten.

Zuletzt spielt Social Media eine enorm wichtige Rolle für die Steigerung der Bekanntheit der Plattform. Die Besucher teilen die Beats in Facebook oder Twitter und werden so zum Multiplikator unseres Produkts. Zur Kundenbindung setzen wir auf gezielte Mailingaktionen mit Discount-Codes, über unseren Newsletter werden Bestandskunden über neue Beats im Shop informiert und auf dem Laufenden gehalten.

Sind Sie selbst in der Musikszene groß geworden, oder wie entstand das Konzept hinter RapBeats?

Musik ist eine meiner großen Leidenschaften, ich habe eine klassische Klavierausbildung absolviert und bin auch heute noch Musikproduzent. Meine Erfahrungen in der Musikszene reichen von Praktika in Musikproduktionsstudios für Werbespots bis zu Beat-Platzierungen auf einigen Releases eines der erfolgreichsten Rap-Labels in Deutschland. Ebenso kann ich die für einen Musikproduzenten fast schon obligatorische Zugehörigkeit zu einer Rap-Crew in jungen Jahren aufweisen.


Die Idee zu RapBeats.net kam mir, als mich damals noch über msypace immer mehr Künstler aus aller Welt kontaktierten und nach Beats fragten, ich diese aber nicht bedienen konnte und eine Lösung für dieses Problem suchte. Schließlich entschied ich mich für das Konzept eines auf Lizenzverkäufen basierenden Geschäftsmodells und gründete die Plattform Anfang diesen Jahres. Durch meine langjährige Erfahrung als Musikproduzent kann ich gut abschätzen, welche Bedürfnisse Sänger und Rapper an Musikproduktionen haben und weiss daher genau, wie ein Beat klingen muss, um den Qualitätsansprüchen dieser Künstler gerecht zu werden.

Ermutigend war auch der Umstand, dass die großen bestehenden Musik-Lizenzierungs-Plattformen diese Zielgruppe mit ihrem Angebot bisher nicht bedienen, sondern völlig ignorieren.

Wie kommt die Plattform bislang bei den potenziellen Nutzern aber auch den die Beats produzierenden Künstlern an?

Das Angebot trifft auf reges Interesse und wird von der Zielgruppe sehr gut angenommen. Der hohe Anteil von Wiederkäufern beweist, dass unsere Kunden langfristig zufrieden sind und das Angebot sehr zu schätzen wissen.

Auch unsere Produzenten sind von der Möglichkeit, zusätzliches Einkommen über Lizenzverkäufe generieren zu können, sehr begeistert und erkennen das Potenzial der Plattform.

Kommentar hinterlassen on "Tobias Großer von RapBeats: „Unsere Zielgruppe wurde bislang völlig ignoriert“"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.