Übersetzungen für international tätige Gründer: Von der Beglaubigung über Urkunden bis hin zur Apostille

Ein Gastbeitrag von Typetime.

Der weltweite Handel, der Arbeitseinsatz im Ausland, das Auslandsstudium oder die Geschäftsgründung im Ausland und viele weitere Gründe können es erforderlich machen zum Beispiel mit Behörden, Ämtern, Gerichten und anderen Adressaten im Ausland in Kontakt zu treten. Patente, Urkunden, Lizenzen, Zeugnisse oder Geschäftspapiere und vieles mehr benötigen auch im Ausland, um anerkannt zu werden, eine Beglaubigung. Die Beglaubigung eines vereidigten Übersetzers stellt sicher, dass die inhaltlichen Aussagen vollständig und richtig übersetzt wurden.

Beglaubigte Übersetzungen nur von vereidigten Diplom-Übersetzern

Übersetzer, die beglaubigte Übersetzungen anfertigen dürfen, müssen Diplom-Übersetzer sein und werden für ihre Tätigkeit von deutschen Landgerichten vereidigt. Nur eine Übersetzung von einem Übersetzer mit diesem Qualitätskriterium und Ausbildung ist für die Anforderungen von Gerichten, Behörden und anderen Adressaten ausreichend. Daher sollten bei den Auftragsvergaben von wichtigen und amtlichen Übersetzungen wie zum Beispiel bei ärztlichen Attesten, Führerscheinen, Bewerbungsunterlagen und geschäftlichen Papieren darauf geachtet werden, in welche Hände die Aufträge gegeben werden, um zum Beispiel spätere nachträgliche erforderlich werdende Überarbeitungen zu vermeiden.

Wichtige Geschäftsunterlagen für die eine beglaubigte Übersetzung notwendig werden könnte

Beglaubigte Übersetzungen sind aber nicht nur für den Geschäftsverkehr im Ausland notwendig. Genauso müssen fremdsprachige Geschäftspapiere ausländischer Geschäftspartner eventuell im Inland von einem vereidigten Übersetzer zur Vorlage bei Behörden, Ämtern oder Gerichten sowie zu anderen Zwecken übersetzt werden. So können zum Beispiel Übersetzungen für Firmengründungen oder Gründungen von Partnerschaften, Geschäftsgemeinschaften im In- und Ausland nötig werden.

Wichtige Dokumente können zum Beispiel Geschäftsbriefe, Verträge, Auszüge aus dem Handelsregister, Jahresabschlüsse, Klageschriften und Anwaltskorrespondenz sowie Gerichtsurteile und vieles mehr sein, um eine beglaubigte Übersetzung anfertigen lassen zu müssen. Versicherungsschreiben und -verträge genauso wie Zollbescheinigungen aber auch private Verträge und Urkunden, wie zum Beispiel Testamente, Schenkung-, Heirats-, Adoptions-, Scheidungs- oder Sterbeurkunden können ebenfalls wichtige zu übersetzende Dokumente sein.

Professionelle beglaubigte Übersetzungen in nahezu allen Sprachen

Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung.

Wie viele lebendige gesprochene Sprachen es auf der Welt gibt, darüber sind sich selbst Wissenschaftler nur nahezu einig. So soll die Zahl bei ungefähr 7000 liegen, wobei natürlich alle denkbaren Dialekte der verschiedenen Sprachen mitgezählt wurden. Allein für Europa wird die Zahl der gesprochenen Sprachen auf ungefähr 150 Sprachen beziffert. Viele geschäftlichen Beziehungen und Korrespondenzen werden aber in den Weltsprachen wie zum Beispiel in Englisch, Spanisch und Französisch unterhalten.

Gute professionelle Übersetzungsbüros bieten aber eine große Bandbreite für beglaubigte Übersetzungen auch in seltenere Sprachen an. Für die gängigen europäischen, skandinavischen, afrikanischen und asiatischen Sprachen, wie zum Beispiel Portugiesisch, Niederländisch, Deutsch, Belgisch, Italienisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Tunesisch, Arabisch, Russisch, Chinesisch und Japanisch und viele mehr können oftmals problemlos spezialisierte Übersetzungsbüros gefunden werden. Bei selteneren Sprachen kann es möglich sein, dass nach einem geeigneten vereidigten Übersetzer Suchzeit eingeplant werden muss.

Grundsätzlich sollte bei der Erstellung von beglaubigten Übersetzungen ein ausreichender Zeithorizont zum Beispiel vor dem Abgabetermin oder der Vorlage beim Adressaten eingeplant werden.

Der internationel Urkundenverkehr und das Anfertigen einer Apostille

Die Anfertigung einer sogenannten Apostille ist die beglaubigte Übersetzung zum Beispiel einer schon in Deutschland notariell beglaubigten Urkunde oder eines notariell beglaubigten Dokumentes. Die deutsche notarielle Beglaubigung wird in den häufigsten Fällen in ausländischen Ländern nicht als Beglaubigung anerkannt und erfordert eine zusätzliche Beglaubigung von einem vereidigten Diplom-Übersetzer. So erteilt das Auswärtige Amt der Bundesregierung Deutschland Informationen zum internationalen Urkundenverkehr, zu der Legalisation von Urkunden und der Prüfung auf Echtheit und inhaltliche Richtigkeit von Urkunden und Dokumenten.

Zum Beispiel bei der Gründung eines Geschäftsbetriebes im Ausland sollte sich der Unternehmer im vorherein ausführlich über die jeweiligen Nachweisverfahren des Landes für amtliche Urkunden und Dokumente informieren. Unter der Legalisation einer Urkunde wird die Bestätigung der Echtheit und Richtigkeit des Dokumentes durch einen Beamten des jeweiligen Konsulats verstanden. Dabei kann die Überprüfung sich auch auf die Beglaubigung von Unterschriften, Stempeln, Namenszeichen und anderen amtlichen Zeichen erstrecken. Der Konsulatsbeamte beglaubigt aber nur ergänzend in den Fällen, in denen die Beurkundung durch den Notar und das Anfertigen der Apostille von einem vereidigten Diplom-Übersetzer nicht ausreichend ist.

Zu beachten ist zum Beispiel für Unternehmen, dass besonders bei Grundstückskäufen im Ausland oder bei Gründungen von Gesellschaften nicht an jedem Ort der Welt deutsche Konsulate zur Verfügung stehen. So sollten vorab auf jeden Fall rechtzeitig die Nachweispflichten und die Möglichkeiten der Beglaubigungen vor Ort geklärt werden.

1 Kommentar zu "Übersetzungen für international tätige Gründer: Von der Beglaubigung über Urkunden bis hin zur Apostille"

  1. Was mir in den letzten Jahren aufgefallen ist, das sich sehr viele Gründungsunterstüter in der Szene tummeln, deren Stundensätze einfach zu hoch sind..

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Übersetzungen für international tätige Gründer: Von der Beglaubigung über Urkunden bis hin zur Apostille

Lesezeit: 3 min
1