Vom Chiptunning zur veganen Naturkosmetik – Wie eine junge Frau und Mutter Ihre nächste Erfolgsgeschichte schreibt

NatureRelations - Vegane Naturkosmetik

Ihre ersten Schritte als junge Unternehmerin führten sie in die von Männern dominierten Tunning-Branche. Warum Sie dennoch den Entschluss fasste, auf dem Höhepunkt des Erfolges ihre Unternehmensanteile zu verkaufen und ganz ohne Branchenerfahrung in einem komplett anderen Business nochmal durchzustarten, erzählt uns Stephanie Wahl von Nature Relations.

Wie lässt sich die Geschäftsidee von Nature Relations genau beschreiben?

Praktisch alle großen, internationalen Kosmetikanbieter positionieren sich mit einem extrem breiten Portfolio an Produkten. Top-Qualität ist aber meiner Meinung nach kaum möglich, wenn ein Unternehmen auf allen Hochzeiten tanzen will.

Um es kurz zu sagen: Wer meint, er kann alles, der kann nichts richtig. Deswegen haben wir uns voll und ganz auf den Bereich der Haupflege mit veganer Naturkosmetik spezialisiert. Außerdem möchten wir den Kunden ein wirklich belastbares Qualitätsversprechen machen. Deshalb entwickeln und produzieren wir ausschließlich in Deutschland.

Mit unseren Produkten, die nachhaltige Hautpflege mit Anti Aging verbinden, verfolgen wir ein zweites Ziel: Die Reduktion an Produkten im Badezimmer. Aktuell bieten die meisten Hersteller eine Vielzahl an Produkten, die jeweils nur einen oder zwei wesentliche Wirkstoffe beinhalten. Mit unserer Aviara-Serie schlagen wir nicht nur mehrere, sondern alle Fliegen mit einer Klappe.

Es ist bereits Ihre zweite Firma, welche Sie erfolgreich auf den Weg bringen. Wodurch reifte der Wunsch nach Veränderung?

Für die Veränderung gab es private und berufliche Gründe. Die bevorstehende Geburt meiner Tochter war die Initialzündung für mich über die Zukunft neu nachzudenken.

Dabei wurde mir klar, dass ich in naher Zukunft eine Aufgabe wollte, bei der ich flexibler agieren kann, denn bei RaceChip war ich extrem eingespannt und zusammen mit meinem Geschäftspartner für über 40 Arbeitsplätze verantwortlich. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass wir bei RaceChip schon extrem viel erreicht hatten, und mir fehlte eine klare Perspektive für die Zukunft.

Ich wollte deshalb ein neues Unternehmen gründen, bei dem ich neues ausprobieren und mir selbst neue Ziele stecken konnte.

Wann und wo ist Ihr neues Unternehmen offiziell an den Start gegangen?

Ich habe im Herbst 2012 die Nature Relations GmbH gegründet. Zu dieser Zeit war ich noch Gesellschafterin bei RaceChip sowie Geschäftsführerin und 50% Teilhabering bei Tuningkit.

Da die Entwicklung der Produktserie extrem aufwändig war, ist in den ersten 18 Monaten alles nur im Hintergrund passiert. Im März 2014 waren die Produkte dann marktreif und wir konnten mit dem Aufbau von Vertrieb und Marketing beginnen.


Was ist das Besondere an den veganen Naturkosmetik-Produkten?

Im Wesentlichen haben wir zwei zentrale Eigenschaften. Wie sich jeder denken kann, ist bei veganer Naturkosmetik das Thema „Tierversuche“ absolut tabu. Zudem enthalten die Produkte keinerlei tierische Inhaltsstoffe.

Der zweite, bedeutende Punkt sind Allergien und Unverträglichkeiten. Wir haben festgestellt, dass sich vor allem für Anwender mit sehr empfindlicher Haut und für Allergiker vegane Produkte ganz besonders gut eignen.

Über welche Kanäle wollen Sie Ihre Zielgruppe erreichen und wodurch sollen die Produkte die Käuferinnen begeistern?

Wir haben im März 2014 unseren Webshop als einen der ersten Vertriebskanäle gestartet. Außerdem beliefern wir mittlerweile verschiedene Kosmetikstudios mit unseren Produkten. Aktuell sind wir mit verschiedenen Teleshopping-Sendern im Gespräch.

Begeisterung wollen wir im Wesentlichen durch vier Merkmale unserer Produkte wecken. Da ist zum Ersten das Thema „Vegan“. Damit bedienen wir einen zunehmenden Trend und bieten das ideale Produkt für Allergiker und Verbraucher, die Tierversuche ablehnen.

Punkt Zwei ist die Kombination aller bedeutenden Wirkstoffe in einer einzige Creme. Dadurch resultiert auch das dritte Argument: Unsere Kundinnen müssen nicht vier oder fünf verschiedene Cremes kaufen, sondern sparen bares Geld, wenn sie sich für einen Tiegel mit Aviara entscheiden.

Als viertes Merkmal, das bei unseren Kundinnen Begeisterung weckt, denke ich an die sehr hochwertige und spezielle Gestaltung der Tiegel, die einfach einmalig aussehen.

Mit den Verkauf Ihrer Anteile an RaceChip haben Sie sicherlich nicht schlecht verdient. Wie viel Kapital davon wurde in das neue Projekt reinvestiert?

Ich habe ungefähr 15% des Verkaufserlöses in die Entwicklung der neuen Firma sowie der Produkte investiert. Wir sprechen dabei als von einem passablen sechsstelligen Betrag, der bis dato als Anschubfinanzierung in die Firma geflossen ist.

Nature Relations ist noch relativ frisch am Markt. Konnten dennoch bereits erste Erfolge gefeiert werden?

Der größte Erfolg war für mich bisher der Umstand, die Produktserie zur Marktreife gebracht zu haben, denn das war wesentlich aufwändiger als erwartet.

Die eigentliche Produktentwicklung, das Finden eines deutschen Lohnerstellers mit dem entsprechenden Qualitätsmanagement, die Veredelung durch die Swarowski-Steine, die Logistik. Dazu die Produktion des Imagefilms, die Unterlagen und Zertifizierungen, das Aufsetzen des Webshops und vieles mehr.

Schon an den Punkt zu kommen, in der Lage zu sein, ein Produkt dieser Güte anbieten und vertreiben zu können, verbuche ich als Erfolg.

Von welcher langfristigen Vision wird das Unternehmen getragen und wie sehen die Ziele binnen Jahresfrist aus?

Mein erstes Ziel, welches ich schnellstmöglich erreichen möchte, ist es kostendeckend zu arbeiten. Dazu müssen noch einige Abläufe optimiert und der Absatz angekurbelt werden. Sprich, wir müssen uns an einem extrem hart umkämpften Markt positionieren und langsam aber sicher Marktanteile gewinnen.

Der Kundenstamm, den wir uns so vor allem im deutschsprachigen Raum aufbauen wollen, ist dann die Grundlage für das Bearbeiten neuer Märkte wie USA und Großbritannien, Frankreich, Spanien und Russland.

Gab es bereits erste Werbe- bzw. PR-Aktivitäten, oder sind in naher Zukunft Aktionen zur Steigerung der Bekanntheit geplant?

Wir haben hier Aktivitäten an vielen Fronten gestartet. In Sachen PR haben wir spezielle Storylines für die Wirtschaftspresse, für Beauty- und Gesundheitsmedien sowie für Lifestyle-Titel entwickelt. Durch Redaktionsbesuche, Fachartikel und Pressemeldung wollen wir hier eine Reputation für das Unternehmen und die Produktserie etablieren.

Ebenso haben wir verschiedene Blogger identifiziert, die wir gezielt exklusiv informieren. Außerdem nehmen wir an verschiedenen Awards und Wettbewerben für Startups teil, um Nature Relations bekannt zu machen und Kontakte zu knüpfen.

Zudem haben wir mit verschiedenen Prominenten Kontakt aufgenommen, die wir als Testimonials gewinnen wollen. Mit Luxushotels sind wir im Gespräch um dort unsere Produkte zu platzieren. Dasselbe gilt auch für unsere Kontakte, die wir zu Teleshopping-Kanälen aufgenommen haben.

Zu guter Letzt werden wir auch auf konventionelle Werbung, SEO-Maßnahmen für die Website und Kunden-Werben-Kunden-Kampagnen setzen.

Gibt es aufgrund Ihrer Erfahrungen in zwei komplett unterschiedlichen Branchen etwas, was Sie jungen Gründern unbedingt mit auf Ihren Weg geben würden?

Eines kann ich mit Sicherhit sagen: Planung ist die halbe Miete – aber eben doch nur die halbe. Es ist natürlich unerlässlich sich einen Plan zurecht zu legen, ein Ziel zu haben und möglichst viele Eventualitäten schon im Vorfeld zu bedenken.

Stephanie-Wahl

Stephanie Wahl

Und dennoch wird es garantiert regelmäßig zu Situationen kommen, die nicht vorhersehbar waren. Dann gilt es zum einen flexibel und kreativ zu sein, aber vor allem geht es darum Biss zu haben. Neben der richtigen Idee ist dies das, worauf es ankommt.

Als ich im Tuning-Business gestartet bin, war die Skepsis in dieser von Männern dominierten Branche riesig. Hier galt es, sich zu beweisen und nicht klein beizugeben.

Und jetzt, bei Natur Relations, bewege ich mich in einem Markt, bei dem einige global Player schon seit Jahrzehnten etabliert sind. Auch hier gilt es an sich zu glauben und auch nach Rückschlägen immer wieder weiterzumachen.

Zum Abschluß würden unsere Leser natürlich gern noch ein paar Eckpunkte aus Ihrer Vita erfahren:

  • Stephanie Wahl, 32 Jahre, aus Rechberghausen (Baden-Württemberg)
  • Mutter einer dreijährigen Tochter
  • Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital und Printmedien mit Fachrichtung „Design“
  • Interesse für Elektronik, Design und vegane Naturkosmetik
  • Mitgründerin und 50% Teilhaberin der RaceChip Chiptuning GmbH & Co. KG im Jahr 2007 (Entwicklung von Zusatzsteuergeräten im Motortuning-Bereich). Zugleich Mitgründerin, Geschäftsführerin und 50% Gesellschafterin der Tuningkit GmbH. Anteile an beiden Unternehmen verkauft im Jahr 2014.
  • Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Nature Relations GmbH & Co. KG (Herstellung von veganer Naturkosmetik) im Herbst 2012. Go to Market im März 2014.

Kommentar hinterlassen on "Vom Chiptunning zur veganen Naturkosmetik – Wie eine junge Frau und Mutter Ihre nächste Erfolgsgeschichte schreibt"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Vom Chiptunning zur veganen Naturkosmetik – Wie eine junge Frau und Mutter Ihre nächste Erfolgsgeschichte schreibt

Lesezeit: 5 min
0