„Was gab ich?“ und „Was hab‘ ich?“: Auf die Idee kommt es an

Gute Ideen müssen nicht immer kompliziert und aufwendig sein, dass beweist Ansgar Jonietz mit seinem Onlinedienst „Was gab ich?„.

Mehr über sein Projekt sowie seine Netzmanufaktur als Inkubator verrät er uns in diesem Interview:

Wohl jeder kennt die Situation: Man verleiht etwas, und sieht es lange Zeit oder gar nie mehr wieder. Dafür gibt es nun Ihren Onlinedienst. Wie reagieren die Nutzer auf das Konzept?

„Was gab ich?“ wird sehr gut angenommen, Nutzer loben vor allem die simple Funktionalität und das reduzierte Design. Wir haben ganz bewusst alles irrelevante weggelassen — manchmal sind weniger Funktionen mehr!

Sich erinnern lassen ganz ohne Registrierung. Wollen Sie „Was gab ich?“ auch monetarisieren, oder entstand dies mehr aus Freude an der Idee und Umsetzung?

Bei der Entwicklung von „Was gab ich?“ stand ganz klar der Nutzen im Vordergrund, kein Geschäftsmodell. Es existieren zwar Ideen zu einer potentiellen Monetarisierung, aber wahrscheinlich bleibt das Projekt in seiner jetzigen Form ohne Monetarisierung, um das simple Grundkonzept nicht zu verwässern.

„Was gab ich?“ wurde am 17. März 2012 in nur 24 Stunden konzipiert und realisiert. Viele Menschen haben tolle Ideen, die sie dann aber niemals realisieren. Warum war Ihnen gleich bewusst „das machen wir“?

Uns ist ganz klar: gute Ideen muss man einfach ausprobieren! Gerade wenn der Aufwand überschaubar ist lohnt sich der Test, wie der Markt die Idee annimmt — und zwar bevor man sie bis ins letzte Detail durchdenkt.

Die Umsetzung der ersten Version und das Marktfeedback liefern viele Informationen, die man direkt in die Weiterentwicklung des Produkts einfließen lassen kann.

Zuvor entstand unter Ihrer Federführung bereits der Dienst „Was hab‘ ich?“. Wie genau funktioniert dieser, und welche Zielgruppe hat er?

Was hab‘ ich?“ unterscheidet sich nur durch einen Buchstaben von „Was gab ich?“, widmet sich aber einem ganz anderen Thema: auf washabich.de werden medizinische Befunde kostenlos in eine für Laien leicht verständliche Sprache „übersetzt“.

Seit Projektstart im Januar 2011 reißt die Nachfrage durch Patienten und das Medieninteresse nicht ab, mittlerweile arbeiten über 450 Medizinstudenten, 100 Ärzte und zwei Diplom-Psychologen ehrenamtlich für „Was hab‘ ich?“.

Im ersten Projektjahr wurde die Idee mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die Auszeichnung als “Ort im Land der Ideen”, ein Startsocial-Stipendium und ein Bundessieg im Wettbewerb „Generation-D„.

Was steckt hinter Ihrem Unternehmen Netzmanufaktur, und welche weiteren Projekte planen Sie eventuell in naher Zukunft?

Ansgar Jonietz

Die Netzmanufaktur GmbH fungiert für uns als eine Art Inkubator, um unsere Ideen schnell realisieren und am Markt testen zu können.

Die Bereitstellung der technischen und organisatorischen Infrastruktur ermöglicht es uns, neue Projekte mit minimalen Overhead innerhalb weniger Stunden zu starten und uns ganz auf das Produkt zu konzentrieren.

Wenn erforderlich, wird das Projekt dann ausgegründet — so haben wir im Januar die „Was hab‘ ich?“ gemeinnützige GmbH gegründet, nachdem das Projekt ein Jahr lang von der Netzmanufaktur getragen wurde.

Titelbild: Julia Freeman-Woolpert, USA

1 Kommentar zu "„Was gab ich?“ und „Was hab‘ ich?“: Auf die Idee kommt es an"

  1. Oft sind es die einfachsten Ideen die im Internet einen durchschalgenden Erfolg verzeichnen…

    Das war damals mit den ersten Apps genauso…mit ganz einfachen Programmen wurde sehr viel Geld verdient!

    Eben mit ganz einfachen Ideen lässt sich auch Heute noch einiges erreichen, nur ist das Problem das viele Ideen nicht verwirklicht werden, aus Angst am scheitern.

    Obwohl das Scheitern im Internet relativ wenig Kosten bereitet als im Normalen Leben!

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„Was gab ich?“ und „Was hab‘ ich?“: Auf die Idee kommt es an

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