Wie wird man als Start-Up so erfolgreich wie Apple?

Ein Gastartikel von Jan Wolter, UI-Check.com.

Während viele junge Start-Ups desaströs scheitern, hat es Apple geschafft zu einer Ikone zu werden. Das Unternehmen aus Cupertino wird häufig aufgrund seiner tollen und trendigen Designs besonders bewundert. Daraus sollte man als Start-Up aber nicht die falschen Schlüsse ziehen. Viel wichtiger für den Erfolg der Apple-Produkte ist nämlich deren intuitive Bedienung und Benutzerfreundlichkeit.

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Je einfacher und leichter desto besser

Das Stichwort für den Erfolg lautet daher Usability. Schließlich ist das Ziel eines Start-Ups, dem Kunden eine bessere und keine kompliziertere Problemlösung zu bieten. Je einfacher und leichter ein Nutzer ein Produkt oder eine Webseite bedienen und damit verstehen kann, desto zufriedener ist er. Nur wenn man es schafft seine Kunden zu begeistern, wird man schnell weiterempfohlen und kann seine Kunden langfristig an sich binden.

Erfolgreiche Unternehmen investieren deshalb jedes Jahr Unsummen in Usability Tests, Marktforschung und Benutzerumfragen. Die Ergebnisse werden dann analysiert und verarbeitet, damit daraus die richtigen Antworten für die Produktentwicklung gezogen werden können. Kleine Start-Ups müssen großen Unternehmen aber trotzdem nicht hinterherhinken. Mittlerweile kann man das Thema Usability auch kostengünstig in den Mittelpunkt der Produktentwicklung stellen.

Der direkte Kontakt mit potenziellen Kunden zählt

Ganz wichtig für Start-Ups ist immer wieder in den direkten Kontakt mit echten oder potenziellen Kunden zu treten und diese zu beobachten, um wichtiges Feedback zu sammeln. Nehmen wir zum Beispiel Existenzgründer Basti, der soeben ein Kollaborationstool für kleine Firmen auf den Markt gebracht hat.

Im Grunde verfolgt Basti folgende Ziele:

  1. Die Aufmerksamkeit des Besuchers erregen -> Interessent
  2. Den Interessenten den Einstieg so einfach wie möglich machen -> Tester
  3. Dem Tester die Bedienung so intuitive wie möglich gestalten -> Kunde
  4. Weiterempfehlung durch den neugeworbenen Kunden -> Empfehlung

Das hört sich kinderleicht an… erstmal. In der Praxis verschwinden die allermeisten Besucher aber ziemlich schnell wieder, weil sie das Produkt oder die Bedienung nicht schnell genug verstehen. Das Problem ist, dass viele Kunden bei Schwierigkeiten oder Unklarheiten sofort frustriert das Weite suchen. Damit verliert Basti potenzielle Kunden, die er vorher mühsam und kostspielig umworben hat.

Welche Möglichkeiten stehen ihm also zur Verfügung?

Zuallererst kann er auf die Hilfsbereitschaft von Freunden und Bekannten zurückgreifen, denn diese geben gerne und vor allem kostenlos erstes Feedback. Allerdings wissen Freunde und Bekannte in der Regel schon deutlich besser über das Produkt Bescheid als man vom typischen Kunden erwarten kann. Außerdem muss man mit verzerrtem Feedback rechnen, da die wenigsten Leute guten Freunden und Bekannten wirklich schonungslos Feedback geben.

Es bietet sich daher an, unbekannte Nutzer der Marke Ottonormalverbraucher zu bitten, das Produkt auszuprobieren und Aufgaben zu erledigen. Deshalb möchte Basti am liebsten, wie die großen Unternehmen, einen “richtigen” Test durchführen. So können die meisten Unklarheiten direkt beim Start aus dem Weg geschafft werden. Doch das ist teuer und zeitintensiv. Alles andere als geeignet für ein junges Unternehmen in der Wachstumsphase.

Neue Ideen und Anregungen

Doch es geht auch einfacher… die meisten Probleme können nämlich schon mit Hilfe von wenigen Testern (empfohlen werden 5-10 Stück) und eigener Auswertung behoben werden. Jedem Tester fallen neue Dinge ein, die verbesserungswürdig sind und Basti kann sich vor Ideen und Anregungen kaum noch retten. Außerdem hat er herausgefunden, dass einige Kunden nicht verstanden haben was ein “Kollaborationstool” eigentlich ist. Deshalb erklärt er alle Funktionen nun direkt auf der Startseite.

Fazit: Will ein Start-Up auf dem Markt überleben, ist eine gute Usability einfach unverzichtbar. Dabei kommt es nicht darauf an ob ein Produkt gut gestaltet, sondern wie es konzipiert ist. Usability kommt vor dem Design.

Der Autor dieses Artikels ist Jan Wolter, Geschäftsführer von UI-Check.com, einem der ersten Anbieter von “Remote Usability Tests” am deutschen Markt. Ziel des Unternehmen ist es auch Firmen mit kleinem Budget den Einstieg in das Usability Testing zu ermöglichen.

Titelfoto: Jorge Uzcategui, Venezuela

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