Existenzgründung: Über welche Versicherungen man nun nachdenken sollte

Als Existenzgründer weiß man häufig noch gar nicht, was mit einer neuen Firma alles auf einen zukommen kann. Gegen viele Gefahren im betrieblichen Alltag kann man sich aber versichern.


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Doch welche Versicherungen wirklich sinnvoll und notwendig sind, ist vielen neuen Unternehmern nicht bekannt. In erster Linie muss sich der Selbstständige natürlich selbst um eine Krankenversicherung kümmern. Seit einiger Zeit herrscht in Deutschland eine vom Gesetzgeber verordnete Krankenversicherungsplicht für jeden Bürger, daher ist auch jeder Selbstständige nun verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen.

Dann können zusätzlich eine Unfallversicherung und eine Verdienstausfallversicherung für den selbstständigen Unternehmer sinnvoll sein. Vor allem wenn der Existenzgründer die einzige oder aber wichtigste Arbeitskraft es neuen Unternehmens ist. Ganz grob gesagt, ist eine hohe Ausfallversicherung für die Person des Unternehmers umso weniger notwendig, je leichter der Unternehmer durch Angestellte oder Familienmitglieder vertreten werden kann. Schließlich muss gerade zu Beginn einer selbstständigen Tätigkeit auch auf die monatlichen Kosten geachtet werden, daher sollten keine überflüssigen Belastungen aufgebaut werden.

Versicherungen für das Unternehmen

Zunächst benötigt jede noch so kleine Unternehmung eine betriebliche Haftpflichtversicherung, um nicht wohlmöglich nur durch eine kleine Unachtsamkeit die ganze Firma zu riskieren. Eine Haftpflichtversicherung steht meist auch dann für ihren Versicherungsnehmer ein, wenn das neue Unternehmen zu Unrecht beschuldigt wird.

Gehört das Gebäude des Unternehmens dem Existenzgründer beziehungsweise der Firma, ist eine Gebäudeversicherung nötig, auf alle Fälle wird aber eine Inventarversicherung nötig sein. Sie ist die Entsprechung zu einer privaten Hausratversicherung und sichert alle beweglichen Teile der Einrichtung gegen Diebstahl, Feuer aber auch Sturm und Leitungswasserschäden ab. Kraftfahrzeuge und Gabelstapler gehören jedoch nicht dazu und müssen wie üblich extra versichert werden. Je nach Unternehmenszweck können noch verschiedene andere Versicherungen notwendig sein. Hier sollte man sich unabhängig beraten lassen und von verschiedenen Gesellschaften die entsprechenden Angebote einholen. Langfristige Verträge sind in den ersten Jahren ein Hemmschuh und sollten vermieden werden.

Private Sicherheit für den Unternehmer

Auch wenn man sich sicher ist, dass ein neues Unternehmen auf alle Fälle ein Erfolg wird, ist die freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung für die Anfangszeit eine gute Idee. Der Antrag muss beim örtlichen Arbeitsamt schriftlich gestellt werden. Hier erfährt man auch die Höhe der Zahlungen und die Zahlweise.

Ebenso ist eine Rentenversicherung für den Existenzgründer wichtig, um für das Alter vorzusorgen. Doch vergleichen ist auch bei der Rentenversicherung wichtig. Sie sollte auf keinen Fall zu hoch gewählt werden, um die neue Firma nicht zu gefährden. Die richtige Höhe liegt meist bei etwa achtzig Prozent des momentanen Verdienstes. Nach oben lässt sich eine Rentenversicherung auch später noch regulieren. Allerdings sollte sie auch wiederum nicht zu niedrig gewählt werden. Würde sonst später aufstockendes Sozialgeld benötigt, wäre das jahrelang eingezahlte Geld sozusagen sinnlos ausgegeben worden.

Guter Rat ist nicht teuer

Guter Rat ist vielleicht selten, muss aber nicht teuer sein. Versicherungsmakler sind oft nicht wirklich unabhängig, sondern empfehlen die Gesellschaft, bei der für sie die größte Provision abfällt. Wohlgemerkt sind nicht alle Versicherungsmakler derartig unfair, doch wer sich nicht sicher ist, kann sich bei der IHK oder bei seiner entsprechenden Handwerkskammer besser unabhängig beraten lassen, welche Versicherungen für sein spezielles Unternehmen notwendig sind und wie umfangreich diese sein sollten. Diese Anlaufstellen sind in der Regel kostenlos.

In vielen Orten gibt es dort auch Adressen von ehrenamtlichen Beratern, die neuen Unternehmen mit Rat und Tat beim Start helfen. Meist sind dies selbst ehemalige Unternehmer, die inzwischen in Pension sind und anderen bei der Unternehmensgründung helfen möchten. Wichtig ist jedoch bei jeder Versicherung, die abgeschlossen werden soll, mehrere Angebote einzuholen und die Bedingungen genau zu prüfen. Vor allem bei der eigenen Krankenversicherung sollte der Existenzgründer die Beiträge genauso im Auge behalten wie die Leistungen, die von der Versicherung getragen werden.

Siehe auch: Welche speziellen Versicherungen gibt es für welches StartUp.

3 Kommentare zu "Existenzgründung: Über welche Versicherungen man nun nachdenken sollte"

  1. Danke für den interessanten Beitrag. Da über dieses Thema sehr wenig berichtet wird – ist ja auch kein Hauptthema einer Existenzgründung – geht das natürlich immer unter. Es ist aber dennoch wichtig zu verstehen, dass es einfach Versicherungen gibt, die man haben muss ,-)

  2. Wer in der Familienversicherung beitragsfrei krankenversichert ist, bleibt bei einer Gewerbeanmeldung weiterhin beitragsfrei, wenn die Einnahmen derzeit 375€ im Monat nicht übersteigen und die Tätigkeit maximal 19 Stunden pro Woche ausgeübt wird. Gewerbeanmeldung bedeutet nicht automatisch Beiträge für die Krankenkasse zahlen zu müssen. Wichtig für Familienmanager, die nebenbei bloggen :-)

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