Arbeitsrecht für Gründer: 4 wichtige Fragen auf einen Blick

Wenn sich eine Geschäftsidee durchgesetzt hat und es finanziell ebenfalls gut läuft, ist der nächste Schritt zumeist die Suche nach kompetenten und engagierten Mitarbeitern.

Besonders Unternehmensgründer wissen oftmals nicht, welche Dinge zwingend beachtet und bedacht werden müssen.

Schon bei der Stellenausschreibung gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Darunter fällt in erster Linie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzt. Hier lauert bereits die erste Falle. Sucht der Jungunternehmer in der Stellenausschreibung explizit nach einem „jungen“ talentierten Mitarbeiter macht er bereits einen Fehler. Denn in diesem Fall werden ganz klar ältere Bewerber diskriminiert.

Das Arbeitsverhältnis

Ein Arbeitsvertrag sollte auf alle Fälle von beiden Seiten unterschrieben werden. Einige Muster für Arbeitsverträge können sehr einfach im Internet gefunden werden.

Der Arbeitsvertrag kann zudem mit diversen Rechten und Pflichten ergänzt werden.

In einigen Bereichen ist die Verschwiegenheitspflicht ein sehr interessantes Thema. Geheimnisse (etwa in einer Produktion), sollten keinesfalls an die Öffentlichkeit gelangen. Auch nach der Beendigung eines Dienstverhältnisses ist es für Unternehmen wichtig, dass sich der ehemalige Angestellte an die Verschwiegenheitspflicht hält. Solche Fälle können in einem Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten werden.

Die Kündigung

Dieses Arbeitsrecht ist für beide Seiten sehr interessant.

Nach einer im Vorfeld festgelegten Probezeit, tritt auch die Kündigungsfrist in Kraft. Wenn diese Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag nicht anders geregelt oder festgehalten ist, ist die Dauer dieser Frist vier Wochen (bis zum 15. eines Monats oder bis zum letzten Werktag).

Für qualifizierte und unentbehrliche Mitarbeiter kann eine Kündigungsfrist bis zum Quartalsende für Gründer sehr vom Vorteil sein. Wird ein Mitarbeiter gekündigt, so muss laut Kündigungsschutzgesetzt das Schriftstück vom Geschäftsführer oder einer Berechtigten unterschrieben und an den Mitarbeiter im Original überreicht werden.

Ein ebenfalls sehr wichtiger Punkt ist, ob der Mitarbeiter ein befristetes oder ein unbefristetes Dienstverhältnis bekommt. Das befristete Dienstverhältnis darf jedoch höchstens zwei Jahre anhalten und kann bis zu dreimal neu verlängert werden.

Arbeitszeit, Urlaub und Pausen

Selbstverständlich können auch Arbeitszeiten im Arbeitsvertrag speziell geregelt werden.

Doch auch hier gibt es für Unternehmen Grenzen, welche gesetzlich geregelt sind. Natürlich sind Pausenzeiten für Angestellte gesetzlich geregelt und den Mitarbeitern muss die Gelegenheit geboten werden, diese Pausen auch einhalten zu dürfen und können.

Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden, ist eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgesehen. Bei einer Dienstzeit von 9 Stunden, ist eine Pause von 45 Minuten zu gewähren.

Mitarbeiter stehen laut Bundesurlaubsgesetzt zudem jährlich 24 Werktage Urlaub zu.

Der Lohn

Nicht nur für Mitarbeiter ein sehr wichtiges Thema, auch Gründer haben sich hier an gesetzliche Vorgaben zu halten.

Seit dem 1. Januar 2015, wurde ein neues und flächendeckendes Mindestlohngesetzt (MiLog) eingeführt. Der Mindestlohn in Deutschland beträgt für Angestellte und einen Großteil der Praktikanten nunmehr mindestens € 8,50 brutto je Stunde.

Der Branchenmindestlohn bleibt nach der neuen Einführung jedoch unberührt. Vorausgesetzt ist, dass der Branchenmindestlohn höher als der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn ist.

Die hier angeführten Arbeitsrechte sind jedoch lediglich ein sehr kleiner Auszug an welche sich auch Gründer zu halten haben. Es gibt natürlich noch eine Vielzahl an Sonderregelungen und weitere gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsrechte. Für die Einstellung von Mitarbeitern sollten sich Gründer deshalb genau über die derzeitige gesetzliche Lage informieren.

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