Buchhaltung und Jahresabschluss: das ändert sich in diesem Jahr!

Buchführung 2015

Der Jahreswechsel markiert immer ein wichtiges Datum, an dem sich viele gesetzliche Vorschriften ändern oder neu in Kraft treten. Das gilt auch für den Übergang von 2014 auf 2015. Etliche Änderungen haben Auswirkungen auf die Buchführung und das Rechnungswesen von Unternehmen. Hier ist ein Überblick:

1. Klarstellungen bei der Umsatzsteuer

Die umsatzsteuerliche Berücksichtigung von Geschäftsvorgängen gehört zum Tagesgeschäft jedes Unternehmens. Hier sind seit Jahresbeginn einige Klarstellungen im Zusammenhang mit elektronischen und Telekommunikations-Leistungen anzuwenden.

  • Als Ort solcher Leistungen ist jetzt definitiv der Verbrauchsort bzw. derjenige Ort anzusehen, an dem der private Kunde seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat.
  • Unternehmen, die bei der Erbringung einer sonstigen Leistung über das Internet, eine Schnittstelle oder eine Telekommunikationsnetz eingeschaltet werden, werden umsatzsteuerlich so behandelt, als ob sie die Leistung selbst erbracht hätten.

2. Anpassungen bei Bilanzierung und Jahresabschluss

In diesem Jahr steht die Umsetzung der EU-Bilanzrichtlinie 2013/34/EU in deutsches Recht an. Der Gesetzgeber hat hierzu bis zum 20.7.2015 Zeit. Ein entsprechender Referentenentwurf des zuständigen Bundesjustizministeriums liegt bereits vor.

Er sieht zahlreiche Detailänderungen vor – u.a. eine Anhebung der Schwellenwerte für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften, die wie bisher bestimmte größenabhängige Erleichterungen bei der Aufstellung des Jahresabschlusses nutzen können. Der Umfang der Erleichterungen wird durch den vorliegenden Entwurf sogar noch erweitert. So entfallen zum Beispiel bestimmte Pflichtangaben im Jahresabschluss bzw. dem Anhang.

Die neuen Bilanzierungsvorschriften sollen erstmals für das Geschäftsjahr 2016 anzuwenden sein. Wichtige Ausnahme dabei: die höheren Schwellenwerte sollen bereits für Geschäftsjahre nach dem 31.12.2013 gelten. Unternehmen können daher – falls der Referentenentwurf entsprechend verabschiedet wird – bereits in diesem Jahr für den Jahresabschluss 2014 darauf zurückgreifen.

Das Bundesfinanzministerium hat ein lange angekündigtes Grundsatz-Schreiben zur elektronischen Aufbewahrung von Buchführungsunterlagen und Aufzeichnungen veröffentlicht. Es ist erstmals auf Veranlagungszeiträume ab 2015 anzuwenden.

3. Änderungen in der Lohnbuchhaltung

In diesem Bereich gibt es eine Reihe von Änderungen und Anpassungserfordernissen:

  • Seit dem 1.1.2015 gelten die Regelungen zum flächendeckenden Mindestlohn. Bei unveränderter Stundenzahl ergibt sich für viele bisherige Minijobber eine Überschreitung der sozialversicherungsfreien 450 Euro-Verdienstgrenze. Entweder muss mit den betroffenen Minijobbern eine einvernehmliche Reduzierung der Stundenzahl vereinbart werden, um auch weiter die Versicherungsfreiheit zu gewährleisten oder ggf. werden die Regelungen für Midijobs angewandt. Bei Minijobbern sind ab sofort detaillierte Aufzeichnungen über die geleistete Stundenzahl erforderlich.
  • Der Sachbezugswert für freie Unterkunft wird in diesem Jahr auf 223 Euro erhöht.
  • Im Verlauf des Jahres werden auch die Höchstbeträge für die Anerkennung umzugsbedingter Unterrichtskosten und die Pauschbeträge für sonstige Umzugsauslagen angehoben.
  • Die bestehende Freigrenze für Arbeitgeberleistungen im Rahmen von Betriebsveranstaltungen soll im Jahresverlauf von 110 Euro auf 150 Euro erhöht werden. Leistungen über die Freigrenze hinaus sind dagegen als – steuerpflichtiger – Arbeitslohn zu werten.

4. Anpassung der Betragsgrenzen in der Sozialversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung steigen dieses Jahr deutlich an. Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung wurde zum Jahreswechsel auf 54.900 Euro im Jahr angehoben, die Beitragsbemessungsgrenze auf 49.500 Euro jährlich.

In der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Beitragsbemessungsgrenze auf 6.050 Euro pro Monat (West) bzw. 5.200 Euro monatlich (Ost) gestiegen.

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