Cyberversicherungen sind gefragter denn je. Das steckt dahinter

Cybercrime Versicherung

Dass der Versicherungsmarkt eine Aufwärtskurve zu verzeichnen hat – um 2,9 Prozent laut einem Artikel in Cash-Online – ist eine statistisch belegbare Tatsache.

Doch wie lässt sich diese Steilkurve inhaltlich erläutern?

Einige Versicherungssektoren sind keine große Überraschung: Natur und Klima werden unberechenbarer, der Versicherungsbedarf in diesem Bereich steigt. Auch mit Blick auf eine mitunter unsichere Versorgung im Bereich der Krankenversicherung zeigt sich: Private Formen sowie Zusatzversicherungen erfreuen sich einer großen Beliebtheit.

Neue Technologien wie etwa das Motto „Pay as you drive“ könnten den Bereich der Kraftfahrzeugversicherungen gehörig auf den Kopf stellen.

Auch die Datenschutz-Grundverordnung, die bei vielen Unternehmen erst kürzlich für mächtig viel Wirbel gesorgt hat, könnte sich in einer neuen Versicherungsflut niederschlagen: nämlich in Cyberversicherungen.

Warum diese Versicherung für die meisten Startup-Unternehmer eine sinnvolle Versicherung darstellt, verrät dieser Beitrag.

Fakt: Die Fälle von Cyberkriminalität häufen sich und die Versicherungswirtschaft reagiert darauf. Die Cyberversicherung könnte Eigenschäden, Drittschäden sowie Kosten für Service-Leistungen übernehmen.

Die Relevanz von Gewerbe- und Cyberversicherungen steigt

Im eingangs erwähnten Fachbeitrag wurde vermerkt, dass viele Versicherungen bereits Angebote in diesem Bereich auf den Markt gebracht haben. Ein Muster seitens des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft ist laut dieser GDV-Pressemitteilung verfügbar, findet aber nicht flächendeckend Anwendung.

Der Grund: Die zu versichernden Risiken der Unternehmen variieren so stark, dass es mitunter schwer ist, diese auf einen Nenner zu bekommen.

Warum diese Branche an Relevanz zunehmen wird, wird so erklärt: „Nicht zuletzt aufgrund der verschärften Meldepflichten von Cyberattacken im Rahmen der seit Mai geltenden neuen Datenschutz-Grundverordnung und der Tatsache, dass mit jeder Cyberattacke die Sensibilität für das Thema Cyberkriminalität innerhalb der Bevölkerung weiter zunehmen dürfte.“

Doch auch gestohlene Passwörter und Zugangscodes sowie gehackte Accounts im Social Media- und Banking-Bereich bringen das Thema immer stärker aufs Tableau der Versicherungsanbieter.

Auch Spam, Phishing, DoS-Attacken und Schadsoftware gefährden die Computerwelt vieler Gewerbetreibender.

Ein weiterer Trend, der thematisch recht nah an der Cyberversicherung andockt, sind sogenannte Branchenlösungen oder besser gesagt: Versicherungen nach dem Baukastenprinzip. „Cyberversicherungen werden immer gefragter, auch das Angebot steigt“, bestätigen auch die Gewerbeversicherungsspezialisten von Sachversicherung24 auf Nachfrage.

Wichtig: Jeder Unternehmer, der Zugriff auf eine Vielzahl von (persönlichen) Daten hat und diese womöglich noch permanent vorhalten muss, sollte den Abschluss einer Cyberversicherung in Betracht ziehen.

Die wichtigsten FAQs rund um Cyberversicherungen

Wer braucht eine Cyberversicherung?

Eine Cyberversicherung ist immer dann eine gute Idee, wenn Daten ständig verfügbar sind (sein müssen) und diese selbstverständlich vertraulich zu behandeln sind.

Damit wird die Internetversicherung, die auch als Cyberversicherung bezeichnet wird, für große und mittelständische Unternehmen zur wichtigen Absicherung, aber auch für Selbstständige, Freelancer und StartUp-Unternehmer.

Der GDV empfiehlt, die Cyberversicherung bis zu einem Firmenumsatz von 50 Millionen Euro.

Welchen Versicherungsschutz bietet eine Cyberversicherung?

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es zwar eine Musterempfehlung, die individuellen Bedingungen legen jedoch die Versicherungen selbst fest. Die Cyberversicherung deckt Eigenschäden, Drittschäden sowie Kosten für Service-Leistungen ab.

Versichert sind meist diese Einzelleistungen …

  • Eigenschäden kriminelle Handlungen Dritter im Internet
  • Haftpflichtansprüche von Dritten
  • Kosten der Datenwiederherstellung (z.B. nach einem Virus)
  • Kosten der IT-Forensik (d.h. Ursachenforschung)
  • Kosten der psychologischen Beratung bei Cybermobbing
  • Kosten der Rechtsberatung bei Urheberrechtsverletzungen
  • Kosten für die Entfernung rufschädigender Inhalte in Social-Media-Accounts
  • Kosten für eine Sicherheitssoftware

Beachte: Für die Folgen eines Hackerangriffs kommt die Cyberversicherung auf. Auch bei Cybermobbing halten die Versicherungen Profis für die psychologische Betreuung vor.

Doppelt sich die Cyberversicherung mit der Haftpflichtversicherung?

Es ist durchaus möglich, dass eine Haftpflichtversicherung (in diesem Fall eine gewerbliche Haftpflichtversicherung, die das Start-up-Unternehmen umfasst) bereits Klauseln beinhaltet, die sich ums Internet drehen.

Ein Datendiebstahl im Internet sowie der Missbrauch von Daten beim Online-Shopping und beim Online-Banking könnten über neuere Policen bereits abgedeckt sein. Auch könnte die Rechtschutzversicherung eine entsprechende Klausel beinhalten.

Eine Ausnahme bildet hierbei meist die Urheberrechtsverletzung, die nicht Teil der Rechtschutzversicherung ist.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet die Cyberversicherung?

Der zusätzliche Nutzen einer Cyberversicherung ist sehr speziell. Das heißt: Vor allem die telefonische Beratung bei Cybermobbing ist eine Spezialität der Cyberversicherung, die es in dieser Form nur selten gibt, da es sich dabei um eine psychologische Unterstützung handelt.

Auch die Tatsache, dass die Cyberversicherung die Kosten dafür übernimmt, rufschädigende Inhalte aus dem Netz verschwinden zu lassen, oder bei einem Cyberangriff die Datenwiederherstellung bezahlt, sind spezielle Leistungen der Cyberversicherung, zu der es bis dato noch kein Äquivalent in der Versicherungslandschaft gibt.

Ist eine Erweiterung oder ein Neuabschluss sinnvoll?

Eine zusätzliche Versicherungskomponente an eine bestehende Versicherung anzudocken, ist möglich, aber nur partiell sinnvoll. Ein Profi in punkto Cyberkriminalität hält auch Profis zur Beratung vor sowie Profis, die nach der Attacke wissen, welche rechtlichen Wege zu beschreiten sind.

Deswegen ist es durchaus vernünftig, bei einem renommierten Sachversicherer nachzufragen, wie es um die Spezialversicherung „Cyberversicherung“ bestellt ist und welche Versicherungskonzepte es bereits gibt.

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