comcrypto – Mehr E-Mail-Sicherheit durch neuartige Verschlüsselung

hochsichere verschlüsselte E-Mail

Die Snowden-Affäre 2013 zwang Chemnitzer Studenten dazu, mehr über die Sicherheit digitaler Daten im Internet nachzudenken. Aus diesen Gedankenspielen heraus entwickelte das Team von comcrypto ihre Geschäftsidee – eine einfache E-Mail Verschlüsselung für Unternehmen. Mehr dazu von Alexander Woeschka, einem der vier Gründer.

Herr Woeschka kurz und knapp: Pitche Eure Geschäftsidee!

100 Milliarden Euro Schaden durch Cybercrime allein in Deutschland – es ist folgend nicht verwunderlich, dass der Markt im Bereich IT-Sicherheitssoftware ein stark wachsender ist.

Wir, comcrypto, möchten ebenfalls dazu beitragen das Internet sicherer zu machen. Hierbei konzentrieren wir uns auf eine der aktuell größten Sicherheitslücken: digitale Kommunikation.

Als ersten Schritt haben wir mit der E-Mail-Sicherheit begonnen. Mit encurity haben wir einen E-Mail-Client entwickelt, mit dem es auf einfachste Art und Weise möglich ist, die sichersten E-Mails der Welt zu versenden und zu empfangen. Entscheidend ist hierbei, dass mit encurity Geschäftspartner und Freunde als Gäste eingeladen werden können und lebenslang kostenfrei mit dem Gastgeber kommunizieren können.

Bestehende Lösungen für sichere digitale Kommunikation werden sich sowohl am Sicherheitslevel als auch an der Einfachheit der Bedienung von encurity messen lassen müssen.

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

Auslöser war in 2013 der Snowden-Skandal. Wir wollten zu dieser Zeit unsere eigene Kommunikation absichern und erkannten, dass Einrichtung und dauerhafte Anwendung viel zu komplex für einen „normalen“ Nutzer sind.

Hinzu kam, dass wir die ganzen verbleibenden Sicherheitslücken für diesen Aufwand als untragbar empfanden. Wir waren der Meinung das besser zu können – den Beweis liefern wir nun mit encurity.

Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist Euer USP?

Wir bringen Vertraulichkeit eines Vier-Augen Gesprächs auf die digitale Ebene. Dabei müssen Nutzer, im Gegensatz zu bisherigen Lösungen, absolut niemandem mehr vertrauen: nicht dem E-Mail-Provider, keinen Zertifikaten von unbekannten Dritten und auch nicht uns als Dienstbetreiber.

Wir nennen dies eine No-Trust-Anchor Architektur. Diese ist Grundsatz und wichtiger Bestandteil unserer vollständigen, flexiblen und innovativen Kryptografie-Architektur für digitale Kommunikation.

Andere Bestandteile sind z.B. asynchrone Perfect Forward Secrecy (jede einzelne Nachricht wird mit einzigartigem Schlüsselmaterial abgesichert, auch wenn Nutzer nicht gleichzeitig online sind) sowie ein eigene, ebenfalls nicht auf Zertifikaten basierende, Transportverschlüsselung.

Wo siehst Du die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Zielgruppe von encurity sind in erster Linie Unternehmensdienstleister wie Unternehmens- und Steuerberater, Anwälte und Wirtschaftsprüfer.

Diese müssen mit Ihren Mandanten sehr oft vertrauliche Daten austauschen und haben bisher, laut der Aussage von ca. 100 zum Betatest angemeldeten Firmen dieser Art, keine gute Lösung.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Seit November 2014, verbunden mit dem Erhalt eines EXIST-Gründerstipendiums, arbeiten wir in Vollzeit an der Umsetzung unserer Vision von sicherer digitaler Kommunikation.

Seit Dezember 2015 finanziert uns ein Technologiegründerstipendium der Sächsischen
AufbauBank. Bisher stecken ca. 150.000 € in dem Projekt. Ganz fertig ist es noch nicht: encurity wird aber in Kürze in einen Betatest starten.

Der ist kostenfrei und jeder kann sich auf encurity.de dafür registrieren.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchen Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Wir sorgen als Dienstleister dafür, dass Nutzer von encurity in den Genuss von vertraulicher Kommunikation kommen. Für diese Dienstleistung erheben wir eine Nutzungsgebühr. encurity funktioniert übrigens mit nahezu allen und insbesondere mit bisherigen E-Mail-Adressen von Nutzern.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Die CeBIT 2016. Wir haben mit unserem 4-Mann-Team mit 2 Quadratmetern Fläche auf einem Gemeinschaftsstand mit über 1.000 Fachbesuchern gesprochen.

Die Mehrzahl konnten wir überzeugen, genauso aktiv für Internetsicherheit einzutreten, wie wir selbst es tun.

Welche Vision verfolgst Du und welche Schlagzeile würdest Du gern mal über das Unternehmen lesen?

Unsere Vision ist es, das Bewusstsein für die Risiken digitaler Kommunikation zu schärfen und Lösungen zu realisieren, die jedem Nutzer ein Höchstmaß an Datensicherheit garantieren.

Lösungen von comcrypto sollen sich als internationaler Standard für sichere digitale
Kommunikation in der Wirtschaft, speziell in der gesamten Beraterbranche, etablieren. Entsprechend würde mich die Schlagzeile „comcrypto setzt neuen Standard“ sehr freuen.

Auf welche 3 Tools/Apps kannst Du bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

Internet, Qt und eine Kaffeemaschine benötige ich um meine Arbeitsfähigkeit herzustellen.

Die Comcrypto-Entwickler

Die vier Chemnitzer Köpfe hinter comcrypto

Was bedeutet für Dich persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Erfolg heißt, dass man seine Ziele erreicht. Setzt man sich kluge Ziele, so kann man zu jeder Zeit und in jeder Situation Erfolg genießen.

Welchen Fehler würdest Du aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Zu wenig Zeit für Aufgaben neben der Produktentwicklung einplanen.

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

„Wer kauft mein Produkt (und weshalb)?“, sollte man sich auf jeden Fall vor der Produktentwicklung fragen.

Mit welchen drei Worten würdest Du dich selbst beschreiben?

Pragmatisch, Optimistisch, Unerschütterlich

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