Koopango macht Kundenwege im Einzelhandel sichtbar

Mit Koopango smart Shoppen

Mit der Positionierungstechnologie von Koopango können Kundenpositionen bis auf wenige Zentimeter genau erfasst werden. Dadurch erhalten stationäre Händler erstmals die Möglichkeit, das Einkaufserlebnis der Kunden am POS aktiv zu gestalten und so die Erträge pro Kunden zu steigern. Mitgründer Jonas Flint verrät hier mehr dazu.

Herr Jonas Flint, kurz und knapp: Pitche Eure Geschäftsidee?

Wir haben mit Koopango eine innovative Indoor-Positionierungstechnologie entwickelt, die stationären Geschäften mithilfe von Ultraschall die Analysemöglichkeiten des E-Commerce bietet. Wir wollen damit quasi das Google Analytics für Einzelhändler werden.

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

Als studierter Informatiker bin ich über die Technik zur Unternehmensidee gekommen. Während ich nach meinem Studium an der Universität Rostock als wissenschaftlicher Mitarbeiter vor allem an responsiven Lehrsystemen gearbeitet habe, bin ich durch die Arbeit meines Mitgründers Degol Woldegaber auf Ultraschall aufmerksam geworden und war begeistert von den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Der große Vorteil von Koopango im Vergleich zu anderen Retail Analytics-Methoden wie Bluetooth Beacons oder Kameras, ist die extreme Genauigkeit der erhobenen Daten.

Durch Messungen alle 2-3 Sekunden können wir Kundenpositionen mit einer Genauigkeit von 50 cm erfassen. Einzelhändler wissen damit nicht nur, wie sich ihre Kunden durch das Geschäft bewegen, sondern sogar vor welchen Regalen sie stehen bleiben und damit welche Produkte sie sich ansehen oder ob Angebote ihre Aufmerksamkeit gewinnen.

Diese Informationen sind nicht nur bei der Store-Planung und -Gestaltung, sondern auch für gezielte Marketingaktionen am POS extrem wertvoll. Stationäre Händler erhalten so erstmals die Chance, das Einkaufserlebnis der Kunden aktiv, individuell und datenbasiert zu verbessern und ihre Erträge zu steigern.

Darüber hinaus nutzen wir das vorhandene Lautsprechersystem des Geschäfts, sodass Einzelhändler im Vergleich zu anderen Systemen fast keinen Implementierungsaufwand haben. Sie müssen lediglich die schuhkartongroße Koopango-Box an das Lautsprechersystem anschließen und ein Snippet an ihre Händler-App programmieren.

Danach werden akustische, nicht-hörbare Ultraschallsignale in den Verkaufsraum gesendet. Hat der Kunde die Händler-App geöffnet, nimmt das Smartphone-Mikrofon die gesendeten Signale auf, wodurch die Positionsbestimmung möglich wird.

Wo siehst Du die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Im ersten Schritt wollen wir die Technik im Einzelhandelsbereich ausrollen. Potenzielle Kunden sind alle Einzelhändler, die über ein Lautsprechersystem verfügen.

Langfristig können wir uns jedoch auch andere Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel die Indoor-Navigation auf Kreuzfahrtschiffen, für Koopango vorstellen.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Gestartet ist das Projekt im Oktober 2014 als Teil der Masterarbeit von Mitgründer Degol Woldegaber – sie wurde übrigens als beste des Jahres am Institut für Informatik der Universität Rostock ausgezeichnet.

Ab Januar 2015 haben wir Koopango dann für ein Jahr neben unseren eigentlichen Jobs weiterentwickelt.

Danach waren wir zwischen 02/2016 bis 01/2017 über das Exist Gründerstipendium finanziert.

Seit der offiziellen Gründung finanzieren wir uns jetzt über ein Seedinvest. Um weiter zu wachsen und die Technik weiterzuentwickeln, sind wir aktuell zusätzlich auf der Suche nach weiteren Investoren.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchen Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Wir stellen Einzelhändlern unseren Service innerhalb eines Lizenzmodells abhängig von der Ladenfläche zur Verfügung. Händler erhalten hierfür die Koopango-Box, das Software Development Kit zur Anbindung an ihre App sowie die Möglichkeit zur Auswertung der Positionsdaten über ein Dashboard oder per API.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Den ersten großen Push hat uns der Sieg beim 2nd BMVI Startup Pitch gebracht, weil das BMVI erkannt hat, dass wir eines der größten technischen Probleme unserer Zeit lösen: Die unkomplizierte Indoor-Positionsbestimmung! Dafür haben wir sehr viel Zuspruch bekommen.

In Sachen PR stehen wir noch relativ am Anfang. Bisher hat uns der Beitrag auf Gründerszene sehr viel Bekanntheit gebracht. Wir haben Koopango damit das erste Mal der breiten Öffentlichkeit präsentiert und direkt viele spannende Kontakte gewonnen.

Welche Vision verfolgt Du und welche Schlagzeile würdest Du gern mal über das Unternehmen lesen?

Unsere Vision ist es, mit Koopango irgendwann auf jedem Lautsprecher der Welt genutzt zu werden. Wir wollen die Indoor-Positionsbestimmung aus ihrer Nische befreien. Sie soll in der öffentlichen Wahrnehmung so normal wie die Navigation im Auto werden.

Die Technik soll zudem auch in anderen Bereichen wie der Logistik, auf Kreuzfahrtschiffen oder in der In-Car-Navigation etabliert werden.

Auf welche 3 Tools/Apps kannst Du bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

  1. Slack: Als Team mit flexiblen Arbeitszeiten und –orten brauchen wir ein ausgereiftes Kommunikationstool.
  2. GitLab: Hier behalten wir unsere Milestones und Aufgaben im Blick.
  3. Livescribe: Mit dem smarten Stift muss ich mir keine Gedanken mehr um meine Notizen machen.

Was bedeutet für Dich persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Für mich bedeutet Erfolg, etwas zu erschaffen, dass tatsächlich auch genutzt wird. Aber auch stetig an seinen Herausforderungen zu wachsen und Neues zu erlernen bzw. zu meistern, gehört für mich dazu.

Ich bin eigentlich Informatiker, dann war ich Wissenschaftler und jetzt bin ich Gründer und CEO – jeden Bereich musste ich für mich erst erschließen und ich bin mit jeder neuen Herausforderung weiter gewachsen. Außerdem ist es mir wichtig, die Menschen um mich herum mitzureißen und zu überzeugen, gemeinsam eine Vision zu verfolgen.

Ich finde, es kommt dabei vor allem darauf an, seinen eigenen Weg zu finden, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und den Mut zu haben, seiner Vision zu folgen. Das heißt nicht, dass man alles allein schaffen muss.

Ganz im Gegenteil: Wenn man Hilfe braucht, sollte man diese auch in Anspruch nehmen.

Welchen Fehler würdest Du aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Da gibt es so viele, aber auf der anderen Seite eigentlich auch keinen einzigen. Diese Fehler kosten einen in der Gründungsphase zwar oftmals viel Zeit, allerdings erfährt man durch jedes Problem und jedes Hindernis so viel über sich selbst und sein Team sowie das Produkt, dass einen die Fehler am Ende fast immer auch weiterbringen.

Das Einzige, was ich Gründern raten kann, ist Dinge nicht zu lange warten zu lassen. Wenn etwas wichtig ist, dann kümmert euch sofort!

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

Die wirklich wichtigste Frage ist in meinen Augen: Warum sollte mein Kunde dafür Geld ausgeben?

Die Antwort auf diese Frage liefert die wichtigsten Infos für das eigene Produkt sowie das Geschäftsmodell, denn es geht um den Mehrwert für Kunden und auch darum, was Kunden bereit sind für das eigene Produkt zu zahlen.

Diese Frage sollte man sich übrigens nicht nur einmal stellen, sondern gerade am Anfang immer wieder.

Mit welchen drei Worten würdest Du dich selbst beschreiben?

Authentischer Macher & Motivator

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