Smart Home Startups – Die Ruhe vor dem Boom?

Smart Home Startups

Fachbeitrag von Thomas Erich Jakob, Redakteur bei Hausbau-Portal HausXXL:

Mit der richtigen Idee am Smart Home Markt durchstarten

Mit dem Smartphone mobil vernetzt zu sein, gehört zum Alltagsbild in unserer heutigen Zeit. Ganz anders sieht das in den meisten Haushalten aus.

Zwar führte die Eroberung des Wohnzimmers durch Smart TV`S dazu, dass einige Entertainment Systeme nun „intelligent“ sind, doch der Rest des Heims bleibt oft analog. Smart Homes fristen immer noch ein Schattendasein.

Doch das könnte sich in der nächsten Dekade schlagartig ändern. Schon 2016 wird sich das Marktvolumen für vernetzte Haustechnik auf 36 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Wer jetzt auf die richtige Idee setzt, könnte in Zukunft von der Rally profitieren.

Smart Home ist wie ein Rennwegen mit angezogener Handbremse

Hier das Multimedia Center, dort eine automatische Steckdose, da vielleicht ein intelligentes Lichtsystem. Die meisten deutschen Haushalte sind noch weit davon entfernt, als Smart Home bezeichnet werden zu können. Schon wer nur wenige Bestandteile seines Zuhauses mit nur einer App bedienen kann, ist schon weit fortgeschritten.

Doch woran liegt das?

Laut Verband Bitkom e.V. sind Informationsdefizite bei Verbrauchern ein Hauptproblem. Demnach sehen fast ein Drittel von ihnen das Thema Heimvernetzung als eher skeptisch. Fast 90 Prozent von fühlen sich über das Thema gar nicht informiert.

Erstaunlicherweise finden jedoch 56 Prozent der Verbraucher nach einem Aufklärungsgespräch Smart Home für das eigene Heim sehr interessant. Ebenso viele sehen allerdings Bedenken beim Thema Sicherheit.

Hinzu kommt, dass es bislang an einheitlichen Standards fehlt. Mittlerweile gibt es eine Fülle an Herstellern mit unterschiedlichen Standards, wie hier gut zu sehen ist. Die Kosten und der Mehrwert für den einzelnen Nutzer sind dabei nicht immer transparent.

Doch schon in den nächsten zehn Jahren könnten einheitliche Standards für einen Durchbruch sorgen. Intuitiv nutzbare, bezahlbare und personalisierte Smart Homes mit Plug & Play werden dann aller Voraussicht nach den Markt im Sturm erobern.

Prognose für 2020: Über 1 Million Smart Homes in Deutschland

Nach den Ergebnissen einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Deloitte, werden bereits im Jahr 2020 mehr als 1 Million Haushalte mit Smart Home Technik ausgestattet sein. Innerhalb von 5 Jahren würde sich die Anzahl damit verdreifachen.

Besonders beim Neubau wird die Technologie weit verbreitet sein und zu einer Art Basisausstattung im gehobenen Wohnsegment gehören. Auch die Zahl der Dienstleistung für die Bereiche Zuhause, Weg und Ziel werden zunehmen.

Einfache Kundenlösungen wie Nachrüstsets oder speziell an Kundenbedürfnisse geschneiderte Pakte sollen den Erfolg von Smart Home ebnen.

Diese Smart Home-Geschäftsfelder werden für Startups interessant

Smart Home wird in den nächsten Jahren den Wachstumstreiber in der IT-Branche darstellen. Viele Unternehmen werden sich dabei um die Gunst der Kunden bemühen und ihre Dienstleistungen und Produkte anbieten.

Grund genug, die potentiellen Möglichkeiten ins Auge zu fassen, mit denen sich neue Firmen erfolgreich am Markt platzieren können.

Entwicklung von Smart Home mit Plug & Play

Gute Aussichten auf Erfolg dürfte die Entwicklung von Plug & Play Geräten versprechen. Denn langfristig führen Insellösungen in die Sackgasse. Nutzer wollen möglichst einfache Smart Home Systeme.

Diese sollen sich nicht nur leicht bedienen lassen, sondern auch jederzeit problemlos erweitert werden können. Verbraucher haben sich über Jahre hinweg daran gewöhnt, multimediale Systeme einfach aufzubauen und zu bedienen.

Doch bislang hackt es noch bei fast allen Herstellern, dem Kunden leicht bedienbare Smart Home Baukästen anzubieten. Wer jetzt eine Art „Android“ für Smart Homes anbieten kann, das herstellerübergreifend funktioniert, wird in Zukunft als Gewinner dastehen.

Denn wie heißt es so schön? „Viele Köche verderben den Brei“. Aktuell gibt es eine derart große Anzahl an verschiedenen Smart Home Standards, dass der Markt für Käufer wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen erscheint.

Eine Einigung auf einen Standard und eine Software dürfte Smart Home letztlich die Zügel nehmen und vollends auf dem Markt durchstarten.

„Food Service“ – Eine Smart Home-Dienstleistung der Zukunft

Amazon macht es (wieder) vor. Schon bald dürfte der Internetgigant nicht mehr nur Bücher, Kleidung und Elektronik nach Hause liefern sondern auch Fisch, Fleisch und Obst. Noch ist das Angebot namens „Amazon Fresh“ auf Kalifornien beschränkt.

Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Amazon den hiesigen Markt damit bedient. In Verbindung mit Smart Home, wo auch ein intelligenter Kühlschrank vorhanden ist, wird die Bestelllungen dann automatisch erfolgen.

Sobald ein Produkt fehlt oder sich der Bestand dem Ende neigt, bestellt der Kühlschrank automatisch nach.

Hierzulande hat Rewe ebenfalls die Wachstumschancen erkannt und etablierte jüngst einen eigenen Lieferdienst. Es ist abzusehen, dass sich in Zukunft eine Vielzahl solcher Dienstleistungen etablieren wird.

Die Entwicklung eines stimmigen Lieferdienstkonzeptes mit umfangreichen Angeboten dürfte sich aus Unternehmersicht durchaus in Zukunft bezahlt machen.

Smart Home Wartungsdienste mit Rund um Service-Paketen

Viele Kunden wünschen sich langlebige und möglichst wartungsfreie Smart Home Komponenten. Dennoch kann kaum ausgeschlossen werden, dass elektronische Geräte einmal ihren Dienst quittieren.

Auch Sensoren können Fehlmeldungen übertragen oder einfach kaputt gehen. Dann gilt es, den Defekt im Smart Home System zu lokalisieren und Geräte bei Bedarf auszutauschen oder neu zu programmieren.

Viele Kunden werden Reparaturen am Smart Home lieber Experten überlassen wollen, als selbst Hand anzulegen. Demnach dürften auf Smart Home Anlagen spezialisierte Werkstätten und Elektriker in Zukunft gefragt sein.

Sie könnten dann nicht nur Komponenten austauschen und warten, sondern auch monetäre Erweiterungen anbieten. Auch die Möglichkeit, mit eigenen Services oder Programme aufzuwarten, dürfte sich für viele Dienstleister in Zukunft lohnen.

Das Smart Home Business wird boomen

Rund um das Thema Smart Home wird es ohne Zweifel eine Reihe neuer Dienstleistungen und Produkte geben. Das vernetzte Haus wird, wie einst das Smartphone, viele Lebensbereiche komplett verändern. Für Unternehmen eröffnet sich hier bald ein Milliardenmarkt.

Sei es im Bereich der Haus- oder Gebäudetechnik vom Smart-Home-Handwerker bis hin zu einem riesigen Angebot an unterschiedlichen Dienstleistungen. Schon 2020, so einige Prognosen, werden weltweit 50 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein.

Auch wenn der Markt in den USA aktuell noch am stärksten wächst, wird es auch in Deutschland immer mehr Konsumenten geben, die sich ein vernetztes Zuhause wünschen.

Erfolgreich behaupten werden sich dann diejenigen, die mit cleveren Geschäftsideen aufwarten.

Autorenprofil:

Dipl.-Pol. Thomas Erich Jakob ist Redakteur bei HausXXL und hat sich u.a. auf Gebäudeautomisierung, Smarte Steuerung und das Internet der Dinge spezialisiert.

Weitere Informationen zum Autor finden Sie unter: www.haus-xxl.de

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