Start-Up (a) journey – warum tue ich mir das überhaupt an?

Was ist ein Startup?

Fachbeitrag von Felix Thönnessen, Inhaber der Existenzgründungsberatung thoennessenpartner:

Woher kommt eigentlich diese wunderschöne Bezeichnung „Start-Up“?

Und was bedeutet das genau? Nun, man muss sicher kein Wissenschaftler sein, um herauszufinden, dass es um das Thema „Starten“ geht. Aber was startet man denn da überhaupt?

Begeben wir uns doch mal auf die Suche nach dem eigentlichen Ursprung dieses ganzen Start-Up Hypes. Vielleicht finden wir am Ende einen Goldschatz.

Wenn man also so ein Start-Up gründet, wo beginnt dann diese Reise? Nun, wenn ich mit meinen GoGs zusammen sitze, habe ich da ganz unterschiedliche Eindrücke. Was ein GoG ist? Das erkläre ich Ihnen gerne.

Ein GoG ist meine selbstkreierte Abkürzung für Gründerin und Gründer. Das ist sicher keine weltbewegende Erfindung, aber vielleicht macht es Ihnen das Lesen des Artikels ein wenig angenehmer.

Aber jetzt weiter. Wie weit sind Sie mit ihrer Existenzgründung? Stehen Sie noch am Anfang oder sind Sie schon die ersten Schritte losgelaufen?

Ich habe ja bewusst schon eine etwas provokante Überschrift für den Artikel gewählt. Warum ich das gemacht habe?

Ich finde den Grund für eine Gründung essentiell und rückblickend liegt hier bei vielen Existenzgründern der Ursprung für Erfolg oder Misserfolg. Schauen wir uns also die verschiedenen Intentionen des GoG-Sein an.

Endlich auf eigenen Beinen stehen

Ich glaube dieser Antrieb war auch meiner. Ich mochte meinen Job, aber irgendwas hat in mir schon immer gebrannt – ein Feuer für etwas eigenes.

Ob als Kind Limonade verkaufen oder im Teenager Alter Partys organisieren – der Traum etwas eigenes aufzubauen war immer da.

Wie wichtig ist Ihnen der Grund? Träumen Sie davon, vor Ihrem eigenen Firmenschild zu stehen? Wollen Sie eigene Mitarbeiter führen oder vielleicht nur selber über Ihre Zeit verfügen?

Der Gedanke an den Ursprung der Selbstständigkeit hilft mir heute noch täglich, weil ich mir auch in schweren Situationen bewusst mache, warum ich diesen einen entscheidenden Schritt gegangen bin.

Irgendwann kommt der Punkt, da reicht es nicht mehr den kleinen Zeh ins Wasser zu stecken, da muss man halt ganz reinspringen. Ich will das nicht mehr missen. Auf eigenen Beinen stehen bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie alles alleine machen müssen.

Auch als GoG kann man mit anderen zusammenarbeiten, für große Unternehmen tätig sein und muss auch nicht jede Mittagspause alleine verbringen. Stehen Sie fest genug, um auch auf eigenen Beinen stehen zu können? Es wird sicher auch mal ein wenig stürmisch.

Eine Kiste voller Gold

Viele GoGs, die ich berate, machen sich selbstständig, weil sie von Reichtum träumen. Die Gehälter im Angestelltenverhältnis sind ja oft teilweise limitiert.

D.h. natürlich nicht das man als Existenzgründer mehr verdient. Gerade am Anfang wird es wahrscheinlich anders sein. Aber ich finde das gar nicht verwerflich auch das Geld als Ziel der eigenen Gründung zu sehen.

Wenn Sie wissen, was Sie können und vielleicht in einem Angestelltenverhältnis häufig den Gedanken haben, dass man etwas hätte wesentlich besser machen können, dann kann das Geld verdienen auch ein Nebenprodukt der eigenen Leistungsfähigkeit sein (klingt wie ein Satz aus einem Wirtschaftslexikon).

Stecken Sie Ihre Ziele aber nicht gleich zu Beginn zu hoch. Es ist toll motiviert zu sein, aber Ziele sind nur so lange sinnvoll wie sie keine Hürden darstellen, an denen man immer wieder scheitert. Stecken Sie genau für sich ab, was Sie bis zu welchem Zeitpunkt mit Ihrer Gründung verdienen wollen. Dann behalten Sie auch Ihre eigenen Ansprüche im Auge.

Ruhm und Ehre überall

Wäre es nicht schön durch die Straßen zu gehen und die Leute über einen reden zu hören? Oder vielleicht sein eigenes Gesicht auf den bekanntesten Magazinen zu sehen? Oder in der Höhle der Löwen zu bestehen?

Klar, nicht für jeden ist das erstrebenswert, aber viele GoGs treibt dieses Gefühl an. Ein bisschen Anerkennung schadet doch den Wenigsten. Was können Sie konkret tun, um hier voran zu kommen?

Für manche GoGs ist das noch wichtiger als das Geld verdienen als solches. Gerade zu Beginn werden Sie aber vielleicht ein Stück weit belächelt, mit dem was Sie da vorhaben. Es liegt an Ihnen, hungrig zu bleiben und trotz eventueller Missgunst und Skepsis an Ihre Idee zu glauben.

Die Mischung aus der Annahme von konstruktiver Kritik und dem Verfolgen eigener Ziele macht einen erfolgreichen GoG aus – ich nenne ihn liebevoll Super-GoG.

Die Idee muss einfach raus

Sie haben die EINE Idee? Sie haben das Produkt entwickelt, das jeder braucht? Toll, das ist definitiv ein guter Start. Dann treibt Sie vielleicht Ihre eigene Idee in die Selbstständigkeit.

Sie können eigentlich gar nicht anders als sich selbstständig zu machen. Die Idee ist Ihr Motor. Gute Idee lösen Probleme, noch bessere schaffen neue. Klingt suspekt? Ist es aber nicht.

Ich kaufe mir eine Spülmaschine mit Funktionen, die ich niemals brauchen werde, aber ich bekomme durch die tolle Werbung suggeriert, dass ich diese Funktionen unbedingt brauche. Andererenfalls wird mein Leben den Bach herunter gehen (ich hoffe Sie verstehen meine Ironie).

Wenn Sie diese Idee haben, verfolgen Sie sie. Aber seien Sie auch offen für Anmerkungen Anderer. Manches sieht man irgendwann in einem Tunnelblick und im Tunnel ist es bekanntlich dunkel.

Egal welche Intention Sie bei ihrer Existenzgründung verfolgen. Es geht um die Frage, warum Sie sich auf den Weg machen.

Der Weg bringt viele Herausforderungen mit sich, da ist es hilfreich, sich immer wieder vor Augen zu führen, warum man sich das antut. Das gibt Kraft. Ond ob am Ende Ruhm, Reichtum, Traumverwirklichung oder etwas anderes steht, das entscheiden nur Sie.

Autorenprofil:

Felix ThönnessenFelix Thönnessen ist Unternehmensberater aus Düsseldorf.

Mit seiner Existenzgründungsberatung thoennessenpartner betreut er Existenzgründer aller Art. Er coacht u.a. die Teilnehmer des VOX-Formates “Die Höhle der Löwen”. Mit “Erfolgreich Unternehmen gründen” veröffentlicht er das Buch zur Sendung.

Weitere Informationen zum Autor finden Sie unter: www.thoennessenpartner.de

1 Kommentar zu "Start-Up (a) journey – warum tue ich mir das überhaupt an?"

  1. Super Beitrag von Herrn Thönnessen,
    vereinfacht nochmal das Sichtfeld gerade für angehende GoGs oder Super-Gogs. ;)

    Mit freundlichem Gruß
    Jan Khan

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