Startup Interview mit Bastian Kröhnert, Gründer von Strandschicht.de in Berlin

Strandschicht.de

Was ist die Idee von Strandschicht, und wie lange gibt es das Unternehmen schon?

Strandschicht bietet Virtuelle Persönliche Assistenten (VPA’s) in deutscher Sprache an. Das bedeutet, unsere Kunden können ihren Assistenten per Telefon oder E-Mail Aufträge geben, und unsere Mitarbeiter führen sie dann aus. Der Kunde zahlt nur die Stunden, die wir für ihn arbeiten. So muss er sich nicht selber Mitarbeiter einstellen, sondern kann von uns günstig und flexibel viele Aufgaben erledigen lassen.

Strandschicht gibt es seit Herbst 2009.

Welche Aufgaben sind das etwa, die von den Kunden an euch abgegeben werden?

Für die meisten Kunden übernehmen wir einfache regelmäßige Aufgaben, die immer wiederkehren, wie zum Beispiel Datenrecherche und Aufbau von Datenbanken, Verfassung von einfachen Texten oder Telefonate.

Wie bist du auf deine Geschäftsidee gekommen?

Es gab schon VPA-Dienstleister für den englischsprachigen Markt, aber keine Firma hat wirklich günstige Assistenten in Deutschland angeboten. Weil ich selber an verschiedenen Projekten gearbeitet habe, hatte ich ein großes Interesse daran, günstig einfache regelmäßige Aufgaben abzugeben. Ich wollte schließlich ein Business aufbauen und nicht die Aufgaben einer Aushilfe erledigen.

Eine wichtige Inspiration war auch Tim Ferriss‘ „Die 4-Stundenwoche“. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wurde mir erstmals bewusst, dass ein Großteil meiner Aufgaben auch problemlos von einer anderen Person erledigt werden kann und ich dann viel mehr Zeit hätte, mich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Mit welchen Schwierigkeiten hattest du bei der Gründung zu kämpfen?

Es passieren immer unerwartete Dinge, aber eigentlich gab es keine größeren Schwierigkeiten bei der Gründung. Natürlich haben am Anfang viele Dinge noch überhaupt nicht funktioniert, aber das ist auch bei Google nicht anders. Bei der Umsetzung einer Innovation ist es unmöglich, vorher zu wissen, was einen erwartet. Und das macht es erst spannend.


„Wichtiger sind Kreativität und Offenheit für neue Wege“


Was ist deiner Ansicht nach wichtig für eine nachhaltig funktionierende Geschäftsidee?

Wenig Startkapital und Profite von Anfang an. Ich glaube, dass jedes gute Projekt mit sehr geringen Mitteln gestartet und dann aufgebaut werden kann.

Ich denke, ein Unternehmen sollte aus sich heraus wachsen und nicht durch den Zufluss von Fremdkapital.

Natürlich muss immer irgendwo Kapital investiert werden, aber mit ein bisschen Bootstrapping lässt sich eine Menge Geld sparen. Man kann immer 100.000 Euro in ein Unternehmen stecken, ohne dass die Investition völlig unnötig ist, aber das ist nicht das Kapital, das einem Unternehmen zum Wachstum verhilft. Wichtiger sind Kreativität und Offenheit für neue Wege.

Was würdest du aus deiner Erfahrung heraus anderen Gründern und Startups raten, um möglichst erfolgreich die erste Zeit zu überstehen?

Einfach immer weitermachen. Es macht manchmal überhaupt keinen Spaß und man fragt sich, warum man sich das antut. In diesen Phasen ist es wichtig, nicht aufzuhören und einfach weiterzumachen. Genau wie beim Sport kann man auch als Gründer nichts erreichen, wenn man nicht den Schmerz fühlen und trotzdem weitermachen kann.

Gründen ist nicht schwierig. Wichtig ist nur, dass man eine gute stimmige Geschäftsidee auswählt und dann in kleinen Schritten so lange daran arbeitet, bis man ein ausgewachsenes Unternehmen aufgebaut hat.

Was ist bei Strandschicht für die Zukunft geplant?

Strandschicht soll auf jeden Fall weiter wachsen. Wir haben jetzt knapp 25 Mitarbeiter und wollen diese Zahl im Laufe des nächsten Jahres noch deutlich ausbauen, bis wir vielleicht irgendwann Mitarbeiter im dreistelligen Bereich haben.

Außerdem kommt man als Gründer nicht drum herum, immer mal auf andere interessante Konzepte zu stoßen. Strandschicht inspiriert uns oft zu anderen Geschäftsideen. In nächster Zeit werden wir uns noch etwas auf den Bereich IT-Outsourcing konzentrieren und wir arbeiten gerade an einer virtuellen Sprachschule.

Wir danken Bastian Kröhnert für das Interview!

2 Kommentare zu "Startup Interview mit Bastian Kröhnert, Gründer von Strandschicht.de in Berlin"

  1. Vielen Dank für das interessante Interview. Durchhalten ist wohl immer das Erfolgsrezept. Viele Existenzgründer glauben auch tatsächlich an die Vier-Stunden Woche. Kein Wunder das die Meisten davon früher oder später mit der Realität konfrontiert werden :)

  2. Sehr interessantes Thema. Die verfügbare Zeit ist ja gerade für einen Selbstständigen immer ein kostbares Gut. Schön, wenn man Routine-Arbeiten relativ einfach abgeben kann. Ich muss mir das mit den VPA mal genauer anschauen. Bislang nutze ich nur Freelancer-Portale, aber da kann die Suche nach einem vertrauenswürdigen Zuarbeiter manchmal schon recht mühsam sein…

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