Warum Netzwerk-Monitoring geschäftsrettend sein kann – So nehmen Startups die perfekte Welle

Netzwek-Monitoring

Fachbeitrag von Dirk Paessler, Vorstand Paessler AG: 

Auf der Welle des Erfolgs zu reiten, das ist der Traum eines jeden Startups. Voller Tatendrang, Ideen und Pläne stürzen sich die Neuunternehmer in die Fluten, mit der perfekten Welle vor Augen.

Doch plötzlich wird die perfekte Welle zu überwältigend, zu groß für die Business-Neulinge. Dieser Vergleich versinnbildlicht, wie groß der Ansturm auf die IT eines Startups sein kann, sobald erstes Interesse geweckt ist. 

Mögliche Folgen: Server gehen in die Knie, Downloads verzögern sich, Logins haken – und verprellen neue Kunden. Mit Netzwerk-Monitoring kriegen Startups die Erfolgswelle in den Griff.

Schnell Kunden zu gewinnen ist wohl das Hauptziel eines jeden Startups. Und sofern das jeweilige Produkt(portfolio) des Unternehmens innovativ ist, funktioniert das auch gut: Neu gegründete Dienste werden über Social Media schnell bekannt und weiterempfohlen, Medien berichten darüber, und die Neugier der potenziellen Kundschaft wächst.

Doch dann beginnt die heiße Phase. Bekannte neue Dienste sahen sich z.B. aufgrund kurzfristiger Marktveränderungen einem großen Andrang ausgesetzt. Ein Beispiel ist der Messenger Threema, der ungeahnten Zulauf verzeichnete, nachdem Facebook ankündigte, WhatsApp kaufen zu wollen.

Aus Angst vor zu laxen Datenschutzbestimmungen „flüchteten“ die Nutzer zum verschlüsselten Nachrichtendienst, der so innerhalb von 24 Stunden seine User-Gemeinde verdoppeln konnte.

Eine halbe Stunde Vorsprung

Die Server der Schweizer Entwickler waren dem Andrang gewachsen – aber das ist nicht in jedem neu gegründeten Unternehmen der Fall. Auch wenn viele Gründer den Fokus verständlicherweise zunächst auf Ihr Produkt und dann auf Finanzen, Organisation und Marketing legen, sollten sie das technologische Fundament dabei nicht vernachlässigen.


Um beim Beispiel des Ansturms zu bleiben: Er charakterisiert sich durch mehrere Systemphasen. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es demnächst zu einer Überlastung kommen könnte, aber noch merken die User nichts davon.

Daraufhin bemerken die Nutzer zwar, dass das System bzw. die Webseite langsam ist, aber insgesamt funktioniert noch alles. In der dritten Phase kommt es dann zum Gau: Das System bricht zusammen, nichts geht mehr.

Um Downtimes abwenden zu können, muss man (am besten vor den Usern) wissen, dass etwas schief läuft, oder noch besser: was wo passiert ist, oder zu passieren droht. Eine halbe Stunde Vorsprung kann schon reichen, um spürbare Auswirkungen für die Nutzer zu vermeiden.

Diesen Informationsvorsprung kann nur das passende Monitoring bieten. Oft wird der Bedarf an einer adäquaten Monitoring-Lösung allerdings nicht gesehen oder aus Kostengründen ignoriert – solange alles funktioniert, ist dieser Bedarf ja nicht so offensichtlich.

Aber genau hier kann der Fehler liegen, denn ohne Netzwerk-Monitoring werden die Vorzeichen leicht übersehen und im Ernstfall wird die Fehlersuche zum Detektivspiel. Dabei sind die meisten Totalausfälle technischer Natur und bei vielen wird der Grund nie festgestellt – ein kompletter Blindflug also.

Essenzielle Technikgrundlagen

Aber auch wenn kein plötzlicher Run auf die Webseite droht, haben Nutzer bzw. potenzielle Kunden Ansprüche, die es zu erfüllen gilt, z.B. schneller Seitenaufbau, reibungslos laufender Online Shop etc.

Daher sollten Neuunternehmer unbedingt die Performance sichern und die Webseite im Auge behalten. Webserver müssen über ausreichend Ressourcen verfügen und Leitungen die nötige Bandbreite bereitstellen.

Essenzielle Netzwerkpunkte wie Switche, Router oder Firewalls dürfen keine Daten blockieren oder ausbremsen, müssen aber dennoch die nötige Sicherheit gewährleisten.

Gesucht: das Komplettpaket

Zwar offerieren viele Monitoring-Tools standardmäßig eine Ping-Abfrage zur Überwachung des Webservers, aber damit weiß der Administrator lediglich, ob ein Webserver erreichbar ist oder nicht. Die Gründe dafür bleiben unbekannt, ebenso weitere Details zur Netzwerkumgebung.

Daher ist es sinnvoll, das gesamte Netzwerk mit professionellen Monitoring-Lösungen, die einen breiten Funktionsumfang aufweisen, im Auge zu behalten. Derlei Tools sind dabei kostengünstiger als womöglich befürchtet.

Bestenfalls bietet eine Komplettlösung neben der Überwachung diverser Basis-Parameter des Webservers auch Möglichkeiten zum Monitoring der Webseiten und deren Inhalte. Dazu zählen z.B. Zugriffe, Datentransfer, Geschwindigkeit sowie komplexere Abfragen, wie lange beispielsweise der komplette Download einer Webseite mit allen Inhalten dauert.

Gerade für Online Shops oder Service-Seiten ist wichtig, dass es eine Möglichkeit gibt, die Funktionsfähigkeit von Formularen zu kontrollieren. Nur weil der Webserver auf einen Ping reagiert, ist nicht klar, ob User tatsächlich Formulare ausfüllen oder Kaufprozesse abschließen können.

Manche Monitoring-Lösungen unterstützen auch sogenannte Webhooks und können darüber einen neuen Kommentar zu einem Blogbeitrag identifizieren und den IT-Verantwortlichen darüber informieren.

Optimierte Kommunikation als Bonus

Auf diese Weise beeinflusst Monitoring ebenfalls die Kommunikation zwischen Startup und Usern bzw. Kunden. Reagieren Startups kurzfristig auf Blog-Kommentare, Anfragen und Kritik, wertet dies das Image wesentlich auf.

Zum anderen wird die Kommunikation in Krisenzeiten optimiert. Fällt z.B. eine Datenbank aus, kann dies mittels Monitoring frühzeitig behoben oder zumindest den Usern gegenüber klar kommuniziert werden, wenn es länger dauern sollte.

Erfahrungsgemäß akzeptieren Kunden Ausfälle oder Störungen eher, wenn sie wissen, was abläuft, anstatt im Dunklen zu tappen. Auch die Kommunikation zwischen Startups und ihren Service-Partnern kann Monitoring verbessern, z.B. wenn bei Cloud-Dienstleistungen eines externen Providers Probleme auftauchen.

Über die Infrastrukturüberwachung kann das Unternehmen feststellen, wo genau die Probleme liegen, und mit dem Partner in Kontakt treten, um eine Lösung zu finden.

Fazit

Mit dem richtigen technischen Fundament lässt sich die eingangs erwähnte Erfolgswelle länger reiten. Verglichen mit etablierten Unternehmen haben Startups es in einigen Punkten schwerer, unter anderem, weil sie sich erst Vertrauen und starke Kundenbindung erarbeiten müssen.

Ein funktionierender Web-Auftritt, reibungslose Online-Einkäufe, guter und zeitnaher Support sowie professionelle Kommunikation sind die ersten Schritte in diese Richtung.

Mit einer Netzwerk-Monitoring-Lösung, die kontinuierlich die gesamte Infrastruktur im Auge behält und bei sich abzeichnenden Problemen zuverlässig informiert, können sich die Neuunternehmer darauf konzentrieren, ihr Business aufzubauen und neue Pläne zu schmieden.

Autorenprofil:

Dirk Paessler ist Gründer und CEO der Paessler AG.

Im Jahr 1997 stellte er fest, dass im damaligen Markt keine zufriedenstellende Lösung für Webserveranalyse und Netzwerküberwachung zu haben war.

Deshalb begann Paessler damit, eine eigene, skalierbare Lösung zu entwickeln, die dem Nutzer auf einen Blick Netzwerkverfügbarkeit und Performance anzeigt.

Das Ergebnis ist die Software PRTG Network Monitor.

Weitere Informationen unter: http://www.de.paessler.com/

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