XPLingo: eine ganz neue Sprachen lernen – Erfahrung

XPLingo Sprachen lernen

Sprachen lernen mal anders. Wer denkt Vokabeln pauken muss langweilig sein, der kennt das Startup XPLingo noch nicht. Anstatt Sprache mit herkömmlichen Methoden zu vermitteln, wird man als Hauptdarsteller in einen interaktiven Film versetzt. Wie genau das funktioniert, erfahren wir vom Gründer Ingo Ehrle:

Herr Ehrle, kurz und knapp: Erklären Sie Ihre Geschäftsidee?
Die Sprachabenteuer unseres Startups XPLingo – Play Your Language – offenbaren eine völlig neue Erfahrung beim Sprachenlernen. Der Nutzer wird dabei als Hauptdarsteller in ein interaktives Abenteuer und in ein anderes Land versetzt.

Somit findet man sich in Momenten wieder, wie man sie sonst nur vor Ort erfahren könnte. Gelernt wird durch das Betreten verschiedener Szenarien innerhalb der virtuellen Welt. Man verwendet Objekte, entdeckt neue Aspekte einer mitreißenden Geschichte, redet mit Einheimischen und löst am Ende ein spannendes Geheimnis.

Unser Name versucht dabei, unsere Geschäftsidee auszudrücken: XP und Lingo, „Experience“ und „Language“.

Was genau war der Auslöser für den Start eines eigenen Business?
Nach meinem Studium hat es mich beruflich für längere Zeit nach Spanien verschlagen. Dort wurde mir bewusst, wie wichtig persönliche Erlebnisse für die Motivation beim Sprachenlernen sind.

Als ich zurück nach München kam, lernte ich José kennen, ein erfahrener Game-Designer und mein heutiger Co-Founder. Lustigerweise kannten wir uns indirekt über einen gemeinsamen Freund aus Barcelona. Wir unterhielten uns intensiv über das Erlernen von Fremdsprachen.

Dabei stellten wir fest, dass viele Menschen heute Sprachen aus Leidenschaft lernen. Du reist in ein anderes Land und verliebst Dich ein bisschen: In das Wetter, in das Essen, in die Menschen oder vielleicht sogar in eine Person. Wieder zu Hause entschließt man sich dann für einen Sprachkurs, entweder online oder an einer Schule.

Allerdings merken wir dann schnell, dass wir dort eigentlich gar nicht das bekommen, was wir ursprünglich gesucht haben. Anstatt Vokabeln und Grammatik zu wiederholen, suchen wir vielmehr nach einer persönlichen Erfahrung beim Sprachenlernen.

So wurde uns schnell klar, welche Möglichkeiten in einer virtuellen Welt zum Sprachenlernen stecken. Wir entwickelten einen ersten Prototyp und testeten diesen gemeinsam mit Studenten, die Spanisch lernen wollten. Das Feedback war außergewöhnlich und motivierte uns letztendlich dazu, aus unserer Idee ein Geschäft zu gründen.


Was macht Ihr Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?
Bisherige Anbieter von Online-Sprachkursen setzen trotz multimedialer Möglichkeiten weiterhin auf Methoden, wie sie bereits bereits in Schulbüchern zum Einsatz kamen und die auf Wiederholung beruhen.

Die Abbruchquoten auf diesen Plattformen sind relativ hoch, da sich die meisten Nutzer nicht dauerhaft zum Sprachenlernen motivieren können. XPLingo hingegen erreicht durch die spielbasierte Lernlösung einen extrem hohen Spaß-Faktor: Der Nutzer erlernt eine Fremdsprache, indem er eine fesselnde Abenteuergeschichte wie vor Ort aufdeckt.

XPLingo kombiniert damit auf elegante Art und Weise die beiden Konzepte „Education“ und „Entertainment“, wodurch der Nutzer länger motiviert bleibt. Und nebenbei kommen beim Sprachenlernen auch Land, Kultur und Menschen direkt auf das Tablet oder den Computer.

Wo sehen Sie Ihre Zielgruppe bzw. wer sind Ihre Wunschkunden?
Prinzipiell glauben wir, dass unser Angebot viele Zielgruppen anspricht.

Schulkinder, Jugendliche, junge Berufstätige bis hin zu Senioren sind an Geschichten und persönlichen Erfahrungen interessiert. Unser erstes Produkt „Las Tres Puertas“ (Die Drei Türen) zum Spanischlernen richtet sich aufgrund der zugrundeliegenden Geschichte an die Zielgruppe 18-35 Jahre:

In Barcelona fällt dem Nutzer dabei eine mysteriöse Spieluhr mit drei versiegelten Türen in die Hände, die ihn auf den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela führt. Man steuert abwechselnd die beiden Hauptdarsteller des Abenteuers, Ana und Peter.

Was man anfangs nicht weiß: Sowohl Ana als auch Peter verbergen eine außergewöhnliche Vergangenheit, welche die Gegenwart entscheidend beeinflusst. Schritt für Schritt kommt man dem Geheimnis um „Las Tres Puertas“ auf die Spur und lernt nebenbei noch Spanisch.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?
Wir befinden uns als Startup derzeit noch in der Beta-Phase, d.h. wir haben den ersten Teil der spanischen Serie fertiggestellt. Dieses steht den Nutzern derzeit kostenlos auf unserer Web-Page zur Verfügung.

Die Vorlaufzeit ist beim Entwickeln von Content im Software-Bereich natürlich entsprechend länger. Insgesamt hat unser Team neun Monate gearbeitet, um die technische Plattform und den Inhalt zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig haben wir bis heute ca. 10.000 Euro investiert.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchen Weg werden Geldrückflüsse erzielt?
Unsere Sprachabenteuer laufen auf Tablets und Computer. Beim Geschäftsmodell setzen wir auf bewährte Konzepte, wie „Try and Buy“. So wird man als User beispielsweise im AppStore oder auf GooglePlay das erste Kapitel kostenlos ausprobieren können, bevor man weitere Kapitel nachkauft.

Alternativ wird es eine Desktop-Version für PC oder Mac geben, die man sich über unseren Web-Shop herunterladen kann.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?
Wir setzen in der ersten Phase vor allem auf soziale Medien wie Facebook, Xing oder LinkedIn. Menschen, die Sprachen lernen, oder die als Expats im Ausland leben und ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten, vernetzen sich zusehends in entsprechenden Interessengruppen.

Seit dem Start der Beta-Phase Ende Anfang September haben sich über 1.000 Interessierte auf unserer Web-Seite angemeldet. Die meisten kamen dabei über Facebook & Co.

Welche Vision verfolgen Sie und welche Schlagzeile würden Sie gern mal über Ihr Unternehmen lesen?
Unser Team ist davon überzeugt, dass Lernmethoden, die auf reiner Wiederholung beruhen, überholt sind. Es wird in Zukunft immer einfacher werden, durch Virtual Reality Situationen zu erzeugen, wie wir sie sonst nur aus der echten Welt kennen.

Unsere Vision ist es, diese und zukünftige Möglichkeiten beim Erlernen von Fremdsprachen auszuschöpfen und den Lernenden zur Verfügung zu stellen.

Auf welche 3 Tools/Komponenten können Sie bei der täglichen Arbeit nicht verzichten und warum?
Unser Unternehmen hat bei der IT-Infrastruktur von Anfang an auf Internet-Services gesetzt. Ich persönlich sehe hier ohnehin die Zukunft für kleine und mittlere Unternehmen.

Am liebsten arbeiten wir mit Gmail, Dropbox und Google Hangout.

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?
Persönlicher Erfolg ist für mich, wenn die Menschen unsere Produkte oder Services mit Freude und Faszination verwenden. Natürlich ist es auch wichtig, als Unternehmen Geld zu verdienen, um überleben zu können.

Aber persönlich motiviert mich ein positives Feedback unserer Nutzer weitaus mehr als eine Millionen Euro auf dem Konto.

Welchen Fehler würden Sie aus ihrer Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?
Unsere Welt ist sehr anspruchsvoll geworden. Man kann heute mit einem durchschnittlichen Produkt oder einer mittelmäßigen Dienstleistung kein Geld mehr verdienen.

Es ist daher extrem wichtig, so früh wie möglich an den Markt zu gehen, um herauszufinden, was der Kunde tatsächlich will. Erst wenn ein potentieller Käufer von einem Produkt oder von einer Dienstleistung fasziniert ist, entsteht ein interessantes Geschäftsmodell.

Welche Frage sollte sich eine Unternehmerin bzw. ein Unternehmer mindestens einmal gestellt haben?
Ich finde, dass man gerade als Unternehmerin oder Unternehmer sehr ehrlich mit sich selbst umgehen muss. Konkret bedeutet das für mich, Leidenschaft über Profit zu stellen.

Wenn man ein Startup gründet, so muss einem bewusst sein, dass man sich in den nächsten Monaten und Jahren mit seiner ganzen Kraft diesem Projekt widmen wird. Basiert aber meine Unternehmer-Motivation nur auf einem möglichen zukünftigen Profit, so bin ich mir während der Zeit des Aufbaus als Mensch nicht wirklich treu.

Junge Unternehmerinnen und Unternehmer sollten sich daher bereits am Anfang die Frage nach der persönlichen Leidenschaft stellen.

Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?
Es ist immer schwer, über sich selbst zu urteilen. Ich denke aber, dass ich ein sehr organisierter Mensch bin, der auch eine kreative Seite in sich trägt und sogar mal die Nähe zum Chaos sucht, um auf neue Ideen zu kommen. Darüber hinaus zieht sich das Wort „international“ bisher durch mein gesamtes Leben, und ich hoffe, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.

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