Adtech-Spezialist: Adference Bid Management optimiert Online-Werbebudgets

Adference Online-Marketing

Die aus einem universitären Forschungsprojekt hervorgegangene Adference GmbH bietet neue Lösungen für die Steuerung von Online-Marketing-Aktivitäten. Hierfür reichen bereits wenige Daten, damit auch Unternehmen mit kleinen Budgets die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Mehr dazu im Gründerinterview mit Geschäftsführer Dr. Florian Nottorf.

Wie lässt sich die Geschäftsidee in 3 Sätzen auf den Punkt bringen?

Auf Basis innovativer wissenschaftlicher Modelle bietet Adference Unternehmen und Agenturen neue Lösungen für die Steuerung der Online-Marketingmaßnahmen. Diese Modelle sind in das Adference Bid Management integriert, welches sich momentan reihenweise in Pitches durchsetzt.

Darüber hinaus sind diese Modelle Bestandteil der Cross Channel Attribution, mit der wir in der Lage sind, Multi-Channel-Kampagnen durch die Integration aller zur Verfügung stehenden Werbedaten sowie deren Verknüpfung mit internen und externen Daten gewinnbringender zu steuern.

Wie genau hat sich die Idee zu diesem Unternehmen entwickelt?

Obwohl es Adference als Unternehmen erst seit einem Jahr gibt, sind wir als ehemalige Promotionsstudenten und Wissenschaftliche Mitarbeiter schon seit mehreren Jahren ein eingeschworenes Forscherteam.

Unsere Modelle haben wir natürlich nicht im Keller der Universität entwickelt, sondern sind schon seit Beginn aktiv auf Werbetreibende und Agenturen zugegangen. Die positive Resonanz unserer Partner auf unsere entwickelten Tools und Ansätze haben uns letztendlich motiviert, Adference zu gründen.

Ohne das gute Feedback und die sensationellen Ergebnisse wäre es auch ein außerordentliches Wagnis, im Jahr 2015 den Markt der Bid Managementsysteme noch einmal aufwirbeln zu wollen.

Gibt es bereits ähnliche Ansätze, auf die Sie bei Ihrer Forschungstätigkeit bauen konnten?

Ja! Die Grundlagen unserer Modelle und Algorithmen haben wir tatsächlich an der Universität erforscht und in international hochrangigen Artikeln veröffentlicht.

Unsere statistischen Ansätze sind demnach frei zugänglich. Man muss aber auch betonen, dass zwischen “ich forsche und publiziere meine Ergebnisse” und “ich entwickle skalierbare Tools zur Optimierung von Marketingbudgets” noch ein ganzes Stückchen Arbeit liegt.

Zudem haben wir in den letzten zwei Jahren an unseren Ansätzen noch wirklich tolle Erweiterungen vorgenommen, um noch besser auf die Anforderungen unserer Kunden eingehen zu können.

Aus welchen Adference-Leistungsbausteinen kann der Nutzer genau wählen?

Im Grunde gibt es genau drei Bausteine:

(1) ein neu entwickeltes SEA Bid Managementsystem mit innovativer Technologie,

(2) wissenschaftlich entwickelte Algorithmen für die Cross Channel Attribution, welche eine bessere Verteilung von Werbeetats auf die unterschiedlichen Werbekanäle ermöglicht, und

(3) Beratungsleistung zur Steuerung der Marketing-Prozesse und Optimierung der Datenhaltung, -analyse und -interpretation.

Adference_Cockpit

Wie sehen Ihre Wunschkunden aus und durch welche Vorteile können Sie überzeugen?

Wir sprechen mit unserem Bid Management tatsächlich Werbetreibende und Kunden jeder Größe an. Die USP unseres Systems liegt darin, dass wir bereits bei relativ wenig Daten und kleinen Budgets, richtige Entscheidungen treffen können.

Bei der Suchmaschinenwerbung müssen Unternehmen üblicherweise 100 Klicks auf ihre Anzeige abwarten, um einigermaßen sicher die Wirksamkeit eines gekauften Keywords bewerten zu können.

Adference kann den Wert bereits nach 15 bis 20 Klicks einordnen. Unternehmen sparen so etwa 80 Prozent ihrer Testkosten. Keywords mit wenig Daten gibt es aber sowohl bei kleinen als auch bei großen Unternehmen in dem sogenannten Longtail.

Die Cross Channel Optimierung macht wiederum bei größeren Werbetreibenden Sinn. Insbesondere diese nutzen in der Regel eine Vielzahl an Werbekanälen – sowohl On- als auch Offline.

Hier wird es schnell unübersichtlich bei der Bewertung des tatsächlichen Werbeerfolges der einzelnen Kanäle. Viele Firmen haben große Mengen an Daten, aber nicht die Möglichkeit diese ganzheitlich auszuwerten und optimale Entscheidungen zu treffen.

Hier kommt Adference mit seinen statistischen Modellen ins Spiel.

Wie hoch waren die Investitionen, die bis dato in das StartUp geflossen sind und wie weit ging die universitäre Unterstützung?

Wir sind glücklicherweise umfangreich durch die Leuphana Universität und durch das Exist-Programm gefördert worden. Die Universität hat uns in unserem ersten Jahr zum Beispiel durch die Bereitstellung von Rechenkapazitäten und Büroräumen wirklich toll unterstützt.

Der Gründercampus Niedersachsen wiederum hat uns mit einigen Investitionen in Sachmittel und Dienstleistungen unterstützt.

Sie haben im Januar gerade den 1. Geburtstag gefeiert. Wie sieht Ihre Bilanz aus – sind Sie mit dem Erreichten  in 2014 vollends zufrieden?

Wäre ich vor einem Jahr gefragt worden, ob unser erstes Jahr so hätte laufen können, wie es tatsächlich gelaufen ist, hätte ich ungläubig den Kopf geschüttelt! Wir schauen auf ein wirklich erfolgreiches Gründungsjahr zurück.

Tatsächlich vertrauen namhafte Unternehmen auf unsere Leistungen. Darunter sind JAKO-O, Europas führender Onlineshop für Kindersachen, und Montblanc, Hersteller hochwertiger Schreibgeräte, Uhren und Lederwaren. Beide nutzen die Cross Channel Optimierung von Adference.

Auch die Otto Tochter shopping24 zählt zu unseren Kunden. Das Internet-Einkaufsportal der Otto Group setzt auf unser Bid Managementsystem. Wirklich toll ist es, dass wir uns hier erfolgreich gegen das bestehende Tool und die anderen Anbieter in einem mehrmonatigen Test durchsetzen konnten.

Wie viel Mitglieder umfasst das Team aktuell? Werden noch weitere Mitstreiter und/oder Kooperationspartner gesucht?

Adference besteht aktuell aus elf Mitarbeitern – neben den fünf Gründern haben wir ein ausgewogenes Team aus Software-Entwicklern, Statistikern und Account-Managern. Es dürfen gerne mehr werden.

Insbesondere in dem Data Science Bereich sind wir ständig auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern. Hier hilft uns natürlich auch die inhaltliche Nähe zur Universtität.

Kooperationspartner waren in unserer bisherigen Entwicklung enorm wichtig: wir konnten neue Dinge und Ideen ausprobieren und direkt am Markt testen.

Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern – interessierte Werbetreibende und Agenturen, die vor innovativen Ansätzen nicht halt machen, sind natürlich jederzeit willkommen!

Adference ist Marketingspezialist. Welche Verbreitungskanäle gehören Ihrer Meinung nach heutzutage zu den wichtigsten Bausteinen in einen ausgewogenen Marketing-Mix?

Hier muss man meiner Meinung nach zwischen kurz- und langfristigen Aktivitäten unterscheiden.

Kurzfristig helfen natürlich gut aufgesetzte und gesteuerte Performance-Kanäle wie SEA, Affiliate und Display. Darüber hinaus sind aber natürlich konsistente Inhalte, Werbebotschaften und Kommunikationsstrategien über Facebook, Twitter, Newsletter oder auf der eigenen Website mindestens genauso wichtig. Hier ein ausgewogenes Verhältnis zu finden, ist die große Herausforderung!

In unseren Cross Channel Attributionsanalysen fällt zudem immer wieder auf, dass auch die vermeintlich “schlechten” Kanäle durchaus einen signifikanten Beitrag zu dem Gesamtwerbeerfolg liefern. Dazu gehören auch Offline-Kanäle wie Print oder TV.

Das Unternehmen ist aus einem universitären Forschungsprojekt hervorgegangen. Gibt es diesbezüglich wertvolle Tipps, welche für studentische Gründer unabdingbar sind?

Ich kann sagen, dass es immens wichtig ist, dass man für ein Thema brennt und in diesem richtig aufgehen kann. Dies hat mir persönlich enorm während meiner Promotion geholfen.

Der frühzeitige, enge Kontakt in den Markt und die Berücksichtigung der tatsächlichen Entscheidungsprobleme der Unternehmen hilft zudem enorm – vor allem bei der Entscheidung, ob ein Forschungsprojekt am Ende tatsächlich in eine Unternehmensgründung münden kann.

Auch wenn uns die Unterstützung durch die Universität und das Exist-Programm natürlich sehr geholfen haben, sollte man sein Gründungsvorhaben nicht allein davon abhängig machen.

Wir hätten Adference auch ohne Förderungen gegründet, nur wäre es dann nicht so komfortabel gewesen und wir wären wahrscheinlich nicht so schnell so erfolgreich gestartet.

Dr. Florian Nottorf


Geschäftsführer Dr. Florian Nottorf

Abschließend würden wir natürlich noch gern etwas über die fünf Gründer und Ihren Werdegang erfahren?

Während meines Master-Studiums der Wirtschaftsinformatik in Lüneburg habe ich mich ziemlich schnell für das Thema Statistik und Onlinewerbung begeistern können. Das war 2009 bis 2011. Nach meiner anschließenden Promition haben wir dann Adference gegründet.

Tobias und Christian haben auch beide in Lüneburg studiert und nebenbei schon einiges zum Thema Onlinewerbung auf die Beine gestellt. Während ihres anschließenden Forschungsprojektes konnten sie die Grundlagen für unseren innovativen Ansatz im Bid Management legen.

Stefan ist ein sensationeller Softwareentwickler, der unsere Ansätze und Algorithmen mit seiner langjährigen Praxiserfahrung frühzeitig in skalierbare Tools gießen konnte. Auch er hat in Lüneburg studiert.

Burkhardt ist Professor für Wirtschaftsinformatik und war als Berater bei McKinsey & Company tätig. Er gründete bereits erfolgreich mehrere Onlinemarketing und E-Commerce Unternehmen. Dazu gehört z.B. auch Unique Digital, eine der führenden Onlinemarketing Agenturen in Deutschland.

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