Berufsunfähigkeitsversicherung – die wichtigste Versicherung für Selbstständige

berufsunfall

Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um einen Gastbeitrag des Portals Vergleich.de, Lübeck.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist meist die wichtigste Versicherung für Selbstständige.

Da die Betroffenen meist nicht in die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme einzahlen, müssen sie privat für den Fall einer Berufsunfähigkeit vorsorgen. Worauf beim Versicherungsabschluss zu achten ist, erfahren Sie in diesem Gastbeitrag von vergleich.de.


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In der Selbstständigkeit bedeutet die Berufsunfähigkeit häufig Existenzangst

Die eigene Arbeitskraft ist für Selbstständige fast immer das wertvollste Kapital ihres Startups. Dieses Kapital erfordert einen besonderen Schutz, da Selbstständige nicht mehr mit staatlicher Unterstützung im Falle einer Berufsunfähigkeit rechnen können.

Selbstständige haben die Wahl: gesetzliche Erwerbsminderungsrente oder sinnvoll privat vorsorgen?

Während Angestellte automatisch ins gesetzliche Rentensystem einzahlen, haben Selbstständige die Wahl, ob sie freiwillige Beiträge in das staatliche Sozialsystem abführen oder mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen. In den meisten Fällen ist Letzteres ratsam, da die staatlichen Leistungen immer weiter gekürzt werden.

Die volle Erwerbsminderungsrente erhält nur noch, wer einer Tätigkeit nicht länger als drei Stunden am Stück nachgehen kann. Außerdem deckt die Erwerbsminderungsrente nur einen Bruchteil des vormaligen Einkommens ab. Anders als Angestellte, bei denen der Arbeitsgeber einen Teil des Beitrags übernimmt, müssen Selbstständige außerdem den vollen Betrag selbst zahlen.

Worauf ist beim Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten?

Wer sich im Falle einer Berufsunfähigkeit ein Leben oberhalb des reinen Existenzminimums leisten möchte, sollte sich rechtzeitig für den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden. Denn hier gilt für Angestellte genauso wie für Selbstständige: je jünger der Antragsteller und je weniger Vorerkrankungen, umso günstiger wird der Beitrag.

Darüber hinaus sind speziell für Selbstständige folgende Punkte und Vertragsklauseln beim Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig:

  • Einheitliche Leistungsbearbeitung: Diese Klausel bedeutet, dass sich der Berufsunfähigkeits-Versicherer verpflichtet, sofort im Anschluss an die Zahlung der gesetzlichen oder privaten Krankentagegeld-Regelung zu leisten. Das ist besonders wichtig, wenn der Schutz der Krankentagegeldversicherung ausläuft, die Berufsunfähigkeit des Versicherungsnehmers aber noch nicht festgestellt wurde. Im Falle einer einheitlichen Leistungsbearbeitung schließt die Berufsunfähigkeits-Versicherung die Versorgungslücke, die an dieser Stelle entstehen würde.
  • Umgestaltung des Betriebs: Viele Versicherer nehmen in den Berufsunfähigkeits-Vertrag für Selbstständige eine Klausel über die „Umgestaltung des Betriebes“ auf. Diesen Abschnitt sollten sich Selbstständige genau durchlesen und gegebenenfalls von einem Berater erklären lassen. Darin hält die Versicherung zum Beispiel fest, dass im Falle einer Berufsunfähigkeit angemessene Maßnahmen zur Umgestaltung der Tätigkeit des Selbständigen und seines Betriebs gefordert werden können. Gezahlt wird erst, wenn alle Möglichkeiten einer beruflichen Umgestaltung ausgeschöpft wurden, die es dem Versicherungsnehmer erlauben wieder zu arbeiten. Was dabei als „angemessen“ gilt, entscheidet der Einzelfall.
  • Nachversicherungsgarantie: Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Möglichkeit der Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Diese sollte gerade bei jungen Selbstständigen unbedingt im Vertrag festgehalten werden, da ihr beruflicher Werdegang noch unvorhersehbare Wendungen nehmen kann. Außerdem legen jüngere Unternehmer die versicherte Rente häufig niedrig an, um die Beiträge günstig zu halten. Mit einer Nachversicherungsgarantie können sie die Berufsunfähigkeitsrente zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung anheben.

Alles in allem ist es für Selbstständige ratsam, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um ihre Arbeitskraft und damit ihre Existenz abzusichern.

Titelbild: Julia Freeman-Woolpert

2 Kommentare zu "Berufsunfähigkeitsversicherung – die wichtigste Versicherung für Selbstständige"

  1. Ich schließe mich den Ausführungen an. Eine Ergänzung habe ich jedoch noch:

    Aus der Überschrift könnte man schließen, dass eine BU-Versucherung nur Für Selbstständige wichtig ist. Für Angestellte ist diese jedoch genau so wichtig; vielleicht sogar noch wichtiger :-)

  2. @Siegmar

    Absolut richtig, Angestellte erhalten gerade mal 30% des letzten Nettolohns, was kaum zum Leben reicht. Wichtig wäre noch der Hinweis für alle Studenten und Azubis, da diese keinerlei gesetzliche Absicherung haben und im Falle einer Berufsunfähigkeit komplett leer ausgehen. In Deutschland hat man leider erst Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente, wenn man mind. 5 Jahre in die Sozialkassen eingezahlt hat, was auf Azubis und Studenten leider nicht zutrifft (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Verminderte_Erwerbsf%C3%A4higkeit zum Thema).

    Die haben aber den großen Vorteil, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung in ihrem Alter noch sehr günstig ist, während im späteren Alter die Beiträge teurer werden.

    Ansonsten ein sehr schöner Artikel mit einem deutlichen Mehrwert zu den meisten anderen 0815 Beiträgen zu dem Thema. Weiter so!

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