Chancen & Risiken der Digitalisierung

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Die Digitalisierung der Welt bietet uns viele neue Möglichkeiten. Ein Zugticket online kaufen, geschäftliche Meetings via Videocall abhalten oder einen Netflix-Account mit der Familie nutzen.

Jeder Bereich in unserem Leben wird von der digitalen Revolution tangiert. 

In der Arbeitswelt galten deutsche Firmen häufig als „digitale Dinosaurier“. Anders als in vielen anderen Ländern waren Home-Office oder Tele-Konferenzen noch nicht etabliert oder auch gar nicht gewollt. Durch die Corona-Krise entstand dann plötzlich ein enormer Handlungsbedarf. Die Unternehmen waren im Zugzwang, technisch upzudaten und ihren Mitarbeitern eine digitale Mitarbeit von zuhause aus zu ermöglichen.

Firmen wären schlecht beraten, die Chancen und Risiken der Digitalisierung zu ignorieren. Steigerung der Effizienz, Einsparungen von Anfahrtswegen, flexiblere Arbeitszeiten und Arbeitsorte und die Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks sind nur einige Vorteile der Digitalisierung.

Chancen der Digitalisierung

Digitalisierung kann zu immenser Effizienzsteigerung führen. Als Beispiel kann der Einzelhandel herhalten. Vor 20 Jahren konnte dieser mit seinem Ladengeschäft nur wenige lokale Kunden erreichen, mit einem zusätzlichen Online-Shop gibt es nun keine Beschränkungen mehr. Mit Hilfe des digitalen Shops können Interessenten weltweit und 24 Stunden am Tag die Waren sichten und in den Einkaufskorb legen.

Ein anderes Beispiel ist der Vertrieb: Vor dem Internetzeitalter musste jeder mittelständische Betrieb eigene Kataloge drucken, die Außendienstmitarbeiter auf Reisen schicken und an Verkaufsmessen teilnehmen. Außerdem wurde ein großer Innendienst eingesetzt um Kundendaten aufzunehmen und zu verwalten.

Dank der Digitalisierung des Vertriebs können nun die meisten Arbeitsschritte vom Büro aus oder vom Laptop zuhause erledigt werden. Der Online-Shop ersetzt den Druck von Katalogen, Videokonferenzen minimieren weite Reisen zum Kunden und ein Newsletter übernimmt die Kundenbindung.

Mehr Flexibilität im Beruf

Digitalisierung eröffnet die Schaffung zahlreicher neuer Jobmöglichkeiten: Freelancer können als digitale Nomaden leben, Angestellte können auf Home Office umstellen. Ein Internetanschluss ist schon ausreichend, um zeitlich und örtlich unabhängig arbeiten zu können.

Insbesondere Selbstständige haben nun die Möglichkeit, über ihre Zeit und sogar den Standort frei zu bestimmen. Das erschafft Platz für Kreativität und neue Berufsfelder. Als Influencer oder Streamer haben zum Beispiel Frauen die Möglichkeit, trotz Belastung mit Kindern, sich eine Karriere nebenher aufzubauen.

Weniger Aufwand

Das Schlangestehen am Schalter, um sich ein Zugticket zu kaufen, ist für die junge Generation schon nicht mehr vorstellbar. Genauso der Besuch von Bibliotheken mit Öffnungszeiten, um für die Semesterarbeit zu recherchieren.

Wer geht heute noch zum Bankschalter, um den Kontostand zu sehen?

In vielen Bereichen hat die Digitalisierung Einzug gehalten und erleichtert tägliche Vorgänge. Steuererklärungen abgeben, Arzttermine vereinbaren, Behördengänge durchführen oder Verlängerungen in der Bibliothek beantragen – die Digitalisierung erspart uns viel Zeit und Wege. 

Risiken der Digitalisierung

Wenn Digitalisierung die Tätigkeiten von Menschen obsolet macht, fühlen Arbeitnehmer sind minderwertig oder überflüssig. Plötzlich ist es ein Computer, der ihre Arbeit übernimmt. Frust und Angst vor Jobverlust kann insbesondere bei älteren Arbeitnehmern Stress oder Depression verursachen. Lokale Ladengeschäfte sind vom Aussterben bedroht, weil Einzelhändler mit den aufkommenden Online-Shops nicht mehr mithalten können. 

Adaptivität als Stärke

Die Digitalisierung steht für einen großen Umbruch in der Arbeitswelt. Technische Fortschritte führen in kurzer Zeit zu massiven Veränderungen in Arbeitsabläufen und Arbeitsorganisation. Selbst traditionelle Berufe können innerhalb wenigen Jahre irrelevant werden.

Nur wer die Fähigkeit mitbringt, sich ständig anzupassen und sich auf neue Technologien einlassen kann, wird eine Zukunft in der modernen Arbeitswelt haben.

Der gläserne Mensch

Durch die Digitalisierung entstehen gigantische Datenmengen. Apps, Social Media und  jeder Online-Einkauf, hinterlassen eine Datenspur. Das Individuum scheint immer transparenter zu werden, gleichzeitig wird der Schutz der Privatsphäre immer schwieriger zu handhaben.

Big Data kennt unsere Vorlieben und weiß wo und wie wir uns bewegen. Profile werden erstellt, wann wir mit wem kommunizieren. Diese Daten werden von Dienstleistern gesammelt und verkauft, um einzelnen Personen dann individualisierte Werbung zu senden.

Sicherheitslücken im digitalen Raum

Online-Banking, Kreditkarten, vernetzte Systeme und Patientendaten: Überall wo digitale Daten übertragen werden, besteht die Möglichkeiten, dass diese mit krimineller Energie ausgespäht und gegen den Nutzer verwendet werden. Die Digitalisierung bringt neue Gefahrenquellen mit sich. Cyberkriminelle können im schlimmsten Falle vom Konto abheben, Autos hacken oder kritische Infrastruktur angreifen.

Die digitale Welt scheint es kostenlos zu geben. Wir nutzen Computer, Internet und Smartphone mit großer Selbstverständlichkeit und ohne uns Gedanken über die tatsächlichen Kosten zu machen. Doch hinter der Digitalisierung steht nicht nur ein riesiger Raubbau an Rohstoffen für die Hardware, sondern auch ein extremer Energieaufwand zur Aufrechterhaltung der notwendigen Infrastruktur.

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