Fehlerhafte Widerrufsbelehrung: Deutsche Top-Kanzleien und helpcheck gegen die Versicherungsbranche

helpcheck vs. Versicherungen

Auf helpcheck.de können Kunden ihre Lebensversicherungen auf Rückabwicklung prüfen lassen. Geschädigte bekommen in wenigen Schritten einen groben Richtwert, wie viel Geld ihnen wahrscheinlich rückerstattet wird. Auf Wunsch übernimmt dann das Startup der beiden Gründer Phil Sokowicz und Peer Schulz auch den gesamten Schriftverkehr mit den Versicherungen.

Kurz und knapp: Erkläre Eure Geschäftsidee?

Mitte 2015 gab es ein Urteil des BGH welches besagt, dass viele Lebensversicherungen aus dem Jahr 1994 bis 2007 fehlerhafte Widerrufsbeleherungen enthalten.

Dadurch haben betroffene Kunden (über 100 Millionen Verträge) einen Anspruch auf die Rückabwicklung ihrer Verträge und damit ein Recht auf Rückzahlung ihrer Beträge und zusätzlich einer Nutzungsentschädigung (durchschnittlich ca. 10.000 € pro Kunde).

helpcheck.de hilft den Kunden dabei ihre Verträge kostenlos überprüfen zu lassen und anschließend zu widerrufen. Im ersten Schritt werden die Versicherungsunterlagen per Drag & Drop auf der Webseite von helpcheck.de hochgeladen und anschließend von Anwälten auf Fehler geprüft.

Zudem hat helpcheck.de zusammen mit Anwälten und Programmierern eigens eine Scoring-Matrix entwickelt, welche über einen Algorithmus in kürzester Zeit eine Ersteinschätzung geben kann.

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

Innerhalb der Familie kam es zu dem Fall, dass eine Lebensversicherung gekündigt wurde, der Auszahlungsbetrag jedoch weitaus niedriger als die eingezahlten Beiträge war.

Ein halbes Jahr später hörten wir von dem BGH Urteil welches die Rechte der Verbraucher stärkt – direkt erinnerten wir uns an Flightright & Co. und uns wurde bewusst wie groß der Markt ist. Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase haben wir uns entschlossen helpcheck.de zu gründen.


Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Die deutlich komplexe Berechnung des Anspruchs des Kunden bzw. der Nutzungsentschädigung durch einen Algorithmus, sowie die Übernahme der gesamten Kommunikationen mit Anwälten, der Versicherung etc.

Wo siehst Du die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Über 100 Mio Verträge sind betroffen, der durchschnittliche Kunde der damals eine Lebensversicherung abgeschlossen hat ist heute circa. 45 Jahre alt.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Nachdem wir circa 3 Monate an einem Proof of Concept gearbeitet haben hat der Aufbau des Portal ca. 2 weitere Monate gedauert.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchen Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Wir erhalten im Erfolgsfall einer Provision in Höhe von 25% von dem Bertrag, den wir zusätzlich noch für den Kunden erstatten können.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Bisher ist unser Startup noch nicht live, daher haben wir noch keine PR- oder Werbeaktion gestartet.

Welche Vision verfolgt Du und welche Schlagzeile würdest Du gern mal über das Unternehmen lesen?

David gegen Goliath – helpcheck setzt sich gegen große Versicherer durch

Auf welche 3 Tools/Apps kannst Du bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

Slack, Kalender App & LinkedIn/Xing

helpcheck Startup Gründer

Die beiden helpcheck.de-Gründer Phil Sokowicz (links) und Peer Schulz

Was bedeutet für Dich persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Die gesetzten Ziele zu erreichen. Im Großen wie im Kleinen – Beruflich wie Privat.

Welchen Fehler würdest Du aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Dinge zu kritisch betrachten – manchmal lösen sich Probleme mit der Zeit selbst.

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

Wird mit dem Produkt / Service ein reelles Problem gelöst? Dies ist für die meisten Proukte zu Beginn eine entscheidene Frage.

Mit welchen drei Worten würdest Du dich selbst beschreiben?

Kontakfreudig, willensstark, ehrlich.

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