Fitness für das Gehirn: Das innovative StartUp NeuroNation

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Das äußerst innovative Portal www.neuronation.de bietet seinen Kunden interaktives Gehirntraining für die geistige Fitness, mit täglichen sowie persönlich zusammengestellten Übungen.

Mit Geschäftsführer Ilya Shabanov sprach unsere Redaktion über die Märkte der Zukunft, Crowdfunding als Finanzierungsmodell sowie die Herausforderungen bei der Realisierung einer solch umfangreichen Online-Geschäftsidee:

Herr Shabanov, wie entstand diese sehr schöne Geschäftsidee rund um das mentale Training?

Die Idee entstand als wir uns beide im Sommer 2008 überlegten ob wir nicht neben dem Studium ein kleines eigenes Projekt starten wollen. Irgendwas mit sozialen Netzwerken war auch im Gespräch, weil StudiVZ da gerade groß geworden ist. Werbenetzwerke und Affiliate Geschichten erschien uns damals wie auch heute als zu banal, daher suchten wir nach einer herausfordernden und vor allem nützlichen Idee.

Wenn man dem Schicksal vertraut spült es einem immer kleine Hinweise und Vorschläge an, so auch damals als wir zufällig bei einer Sendung Quarks & Co. gesehen hatten, in der es um Gehirnjogging ging. Gezeigt wurde das Gehirnjogging von Dr. Kawashima auf der Konsole Nintendo DS als auch die zahlreichen amerikanischen Programme, die zur Therapie, in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Schulen genutzt wurden.

Das fanden wir nützlich als auch vom Aufwand umsetzbar und haben dann im Herbst mit der Programmierung angefangen. Das war das „alte“ NeuroNation, das übrigens unter NeuroNation.COM für englische User noch online ist. Es ging im Oktober 2008 online und wir sammelten erste Erfahrungen mit einer Community rund um unser Hobbyprojekt.

Kurz vor dem Ende des Studiums haben wir dann wieder einen Wink vom Schicksal erhalten: einen Brief von der TU Berlin, der uns vorschlug beim Business Plan Wettbewerb Berlin Brandenburg mitzumachen. Das haben wir dann zunächst zögernd, dann aber umso ernster getan und schafften es mit NeuroNation in der zweiten Stufe als Gewinner auf der Bühne zu stehen.

Dieser Moment ließ uns an uns selbst glauben und wir beschlossen uns Vollzeit dem Projekt NeuroNation zu widmen. Im Anschluss an den Wettbewerb erhielten wir auch eine Förderung von der Gründerwerkstatt der BEUTH Hochschule für Technik in Berlin und brachten nach langer Entwicklungszeit das „neue“ NeuroNation heraus. Es verfügt über mehr Übungen, ein flexibles Monetarisier-ungskonzept sowie ein deutlich frischeres und moderneres Design.

Seit Sommer 2011 konzentrieren wir uns ganz auf das Marketing und das Finden von neuen Kooperationen. So beispielsweise mit der Freien Universität Berlin seit August.

Unter anderem richtet sich Ihr Service an Senioren, die ihre geistige Fitness verbessern wollen. Entsteht hier ein neuer Markt der Zukunft?

Ganz genau. Die Gesellschaft altert und altersbedingte Gehirnerkrankungen nehmen immer weiter zu. Mit unseren Übungen kann man geistig fitter werden und beispielsweise Gedächtnisschwächen abbauen, wie auch viele Studien beweisen.

Aber nicht nur für Senioren sind solche Übungen sinnvoll. In der gehetzten Welt des Kurzangebunden-seins trainieren wir es geradezu unsere Aufmerksamkeitsspanne so kurz wie möglich zu halten. Das hat den Vorteil, dass zwar viel Information aufgenommen wird, jedoch wenig verarbeitet und noch weniger behalten wird.

Übungen für das Gehirn

Beispiele einiger NeuroNation Übungen

Viele Menschen gehen dann von einer Gedächtnisschwäche aus, wobei das Hauptproblem in der Aufmerksamkeit liegt. Mit unseren Übungen kann man u.a. seine Aufmerksamkeitsspanne steigern und somit mehr vom Leben mitbekommen. Für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom (ADS) trifft das Ganze sogar in noch stärkerem Maße zu.

In den USA wird der Markt 2015 eine Größe von 2 bis 8 Milliarden $ erreichen, während er in Deutschland sich erst noch bildet. Neben einigen wenigen Software Herstellern und der Konsole Nintendo DS ist hierzulande seit dem „Gehirnjogging“ Boom noch nicht viel passiert, während in den USA riesige Unternehmen entstanden.

Wie z.B. unsere größter Konkurrent Lumosity, der in der dritten Finanzierungsrunde über 30 Mio $ einsammelte. Zum Glück ist Lumosity noch damit beschäftigt den englischen Markt zu sättigen und es wird noch einige Zeit dauern bis sie auch hier sind. Daher wollen wir bis zu diesem Zeitpunkt den Markt ausbauen und der Marktführer in Deutschland werden.

Sie finanzieren Ihr Startup über sogenanntes „Crowdfunding“, über welches sich Interessierte an Ihrem Unternehmen beteiligen können. Wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit diesem Finanzierungsmodell?

Wir sind von SeedMatch sehr begeistert. Abgesehen vom Geld erhält man zahlreiche Unterstützer.

Eine erste Kooperation, die nichts mit dem Funding zu tun hat bahnt sich bereits an und scheint sehr vielversprechend. Außerdem ist das Team von SeedMatch großartig, sie machen tolle Pressearbeit und helfen uns auch bei unserer mit Tipps und Ratschlägen.

Bei den Investoren habe ich nicht das Gefühl einem Banker gegenüber zu treten, sondern einem interessierten Menschen, der mehr als nur die zwei Seiten einer Bilanz sieht, sondern auch an der Idee, Vision und Umsetzung interessiert ist.

Das Crowdfunding bei SeedMatch ist für uns nach einem Bankkredit und einer Förderung durch die Gründerwerkstatt der BEUTH Hochschule nun die dritte Art der Finanzierung die wir angehen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir unsere Fundingschwelle von 55.000€ erreichen werden. Schließlich haben wir nach nur einer Woche über 9000€ einsammeln können.

Das Internetportal von neuronation.de wirkt sehr ausgereift. Mit welchen Partnern konnten Sie solch ein gelungenes Online-Startup verwirklichen, und welche Mittel waren hierfür in etwa notwendig?

NeuroNation entstand zunächst komplett in Eigenregie. Konzeption, Grafik, Programmierung und Verbreitung haben wir Gründer selbst zu zweit übernommen. In den wissenschaftlichen Hintergrund zum kognitiven Training mussten wir uns natürlich einarbeiten, denn wir kommen ursprünglich aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Zur Verbreitung hatten wir nicht einmal ein Budget. Die Plattform ging bereits im Oktober 2008 online und wir haben eigentlich die gesamten 20.000 Nutzer nur durch Mund-zu-Mund Propaganda erhalten.

Seit der Entwicklung des neuen NeuroNation haben wir die Aufgabenbereiche klarer strukturiert und bauen uns nun ein Netzwerk aus Kooperationspartnern auf. Ein erster Erfolg ist die Kooperation mit der Freien Universität Berlin. Hier werden wir in Kürze einen Professor für Psychologie als Beirat in unser Unternehmen integrieren. Als mögliche zukünftige Kooperationen stehen Fortbildungszentren und Pharmakonzerne zur Diskussion. Im Bereich Online Marketing werden wir auf die Affiliate Netzwerke und auf Google oder Facebook Ads setzen.

Die Mittel bestand zunächst für die alte Version der Seite nur aus der Zeit, die uns neben dem Studium übrig blieb. 2010 nahmen wir dann einen KfW Kleinkredit auf und erhielten die Förderung durch die Gründerwerkstatt der BEUTH Hochschule. Gerade letzteres halte ich für den besten Start-Up Inkubator in Deutschland. Leider läuft diese Förderung zum Ende des Jahres aus. Das ist auch der Grund, warum wir im Moment nach einer neuen Finanzierung suchen und daher auch letztenendes auf SeedMatch gestoßen sind.

Wie wollen Sie weiter wachsen, und NeuroNation noch bekannter machen?

Ilya Shabanov von NeuroNation.de

Ilya Shabanov

Das Wichtigste wären für uns Presse- und Medienkontakte. Darin sind wir zugegebener Maßen noch unerfahren und lernen es gerade erst. Vor einigen Monaten hatten wir ein sehr kurzes RadioEins Interview mit Volker Wieprecht, was uns an diesem Tag das zehnfache an Neuanmeldungen brachte ein als sonst, obwohl es nur 3 Minuten lang war.

Wir werden versuchen mehr in diese Schiene zu gehen und mehr Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, dafür haben wir auch Mitarbeiter eingestellt haben.

Ein weiterer Baustein wird das Affiliate Marketing und die klassische Online-Werbung werden. Unsere Zielgruppe ist zum Glück sehr zahlungsbereit und wächst im Moment stark, ist aber gleichzeitig auf wenige Seiten im Netz konzentriert. Es geht um die Silver-Surfer. Diese wollen wir mit einer effektiven Werbekampagne erreichen.

Das Kapital ermöglicht uns eine Werbestrategie zu finden und zu perfektionieren, die es möglich macht die Kunden „einzukaufen“. Sobald dieser Meilenstein geknackt ist, werden wir mit Risikokapital in großem Stile die Firma sehr schnell, sehr groß skalieren.

4 Kommentare zu "Fitness für das Gehirn: Das innovative StartUp NeuroNation"

  1. Ein großes Respekt an NeuroNation, sie haben wirklich eine gute Plattform entwickelt und ich bin gespannt, wie sich die Werbekampagne durchsetzen wird.

  2. NeuroNation ist für mich das derzeit mit Abstand innovativste Portal für Gehirnjogging. Ich hoffe, dass es auch weiter so bergauf geht und dass viele neue Übungen erscheinen.

  3. Hier die neuste Entwicklung von NeuroNation:

    „NeuroNation, die Plattform für Gehirntraining, stellt heute eine neue Websoftware für die Integration des eigenen Angebots auf Partnerseiten vor. Die Software kann auf beliebigen Webseiten wie ein Youtube-Video eingebunden werden und steht allen Interessenten offen. Das Widget enthält 5 Übungen und Informationen zum Gehirntraining.

    Mit dieser eingebetteten Version ermöglicht es NeuroNation seinen Kooperationspartnern, die eigene Webseite anzureichern. Die Übungen können beliebig oft wiederholt werden und der Fortschritt in jeder Übung wird graphisch angezeigt. Die Einbettung erfolgt über den NeuroNation-Server und verursacht keine zusätzlichen Kosten.“

  4. Die neuste Meldung des StartUps:

    In 8 Wochen zum Superhirn mit Kursen von NeuroNation und FU Berlin

    Die Freie Universität Berlin und die Gehirntrainingplattform NeuroNation haben mit Memowork einen speziellen 8-wöchigen Online-Kurs entwickelt. Der Kurs trainiert das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit und ist speziell für Berufstätige konzipiert, die im Berufsalltag mehr erreichen wollen. Die Wirksamkeit wurde in einer unabhängigen Pilotstudie der FU Berlin bestätigt. NeuroNation bietet daher eine Geld-Zurück-Garantie, sollte der Kurs nicht zum Erfolg führen.

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