Fremdkapital für Gründer: 3 Wege zum Geld

Fremdkapital für Gründer

Wer gründet, braucht Geld.

So mancher Gründer beginnt die Selbstständigkeit nebenberuflich, andere entscheiden sich dafür, ihr Erspartes zu investieren und praktisch aus dem Stand den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.

Doch das ist nicht unbedingt der beste Weg, ein Gründungsvorhaben in die Tat umzusetzen. Es kann wirtschaftlich sinnvoll sein, einen Kredit aufzunehmen, das so genannte Fremdkapital. Je nachdem, wie lang die Laufzeit eines Kredits sein soll, gibt es verschiedener Optionen.

Auch die Bonität spielt eine Rolle in Zusammenhang mit Fremdkapital. Inwieweit die Bonität Einfluss auf die Kreditaufnahme hat und welche Formen des Fremdgeldes Gründern zur Verfügung stehen, rückt nun in den Fokus.

Ein Startup zu gründen, ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Die Finanzierung zu stemmen ist nur eine der Aufgaben.

Bonität: So beeinflusst sie die Kreditaufnahme

Die Bonität drückt, einfach gesagt, die Zahlungsfähigkeit eines Kreditnehmers aus. Vergibt eine Bank einen Kredit, dann möchte sie erfahren, ob der potentielle Kreditnehmer in der Lage sein wird, seinen Zahlungsverpflichtungen langfristig nachzukommen.

Informationen über die Historie eines potenziellen Kreditnehmers in Sachen

Zahlungsverhalten erhält eine Bank aus einer sogenannten Auskunftei. Die SCHUFA ist sicherlich eine der Auskunfteien, die in Deutschland am bekanntesten ist.

Die SCHUFA sammelt Daten über finanzielle Aktivitäten einer Person. Dazu gehören zum Beispiel die Eröffnung von Bankkonten, laufende Kredite, gemeldeter Zahlungsverzug zum Beispiel bei Telekommunikationsunternehmen oder Versandhändlern, genehmigte Kreditkarten und einiges mehr.

Alle Informationen zusammengenommen ergeben den sogenannten Score. Der Score ist ein Kennwert, nach dem sich Banken bei der Kreditvergabe orientieren. Ist der Scorewert niedrig, steigen die Zinsen. Ist der Scorewert hoch, wirkt sich das günstig auf den Zinssatz aus. Wer sehr detaillierte und umfassende Informationen über die Bonitätsprüfung sucht, wird online fündig: Weitere Infos gibt es hier.

Ganz egal, ob der Kredit bei einer Hausbank aufgenommen oder ob ein Förderdarlehen in Anspruch genommen wird, die Bonität wird generell abgefragt. Wer einen negativen Eintrag in der Schufa hat, der möglicherweise zur Ablehnung der Kreditanfrage führt, findet Zugang zu anderen Kapitalmärkten.

Crowdfunding und Peer-to-Peer-Kredite stellen Alternativen zur klassischen Bankfinanzierung dar und kommen mitunter ohne Bonitätsprüfung aus oder bewerten negative Schufa-Einträge anders, als es Banken tun.

Weg 1: Fremdkapital von öffentlichen Geldgeber

Für Existenzgründer gibt es Förderdarlehen vom Bund, den Ländern und der EU. Der Bund schöpft aus reservierten Haushaltsmitteln und bietet spezielle Förderprogramme an. Auch die einzelnen Bundesländer verwalten Geldtöpfe und legen regional geltende Förderprogramme auf.

Die europäische Union beteiligt sich ebenfalls mit finanziellen Mitteln und unterstützt Existenzgründer bei der Aufnahme ihrer unternehmerischen Tätigkeit.

Die Vielfalt der öffentlichen Fördermittel ist enorm groß. Eine gute Anlaufstelle, um treffliche Förderprogramme zu finden, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie dar.

Die Förderdatenbank greift auf alle öffentlich ausgeschriebenen Förderprogramme zu und ist stets aktuell. Jeder kann kostenlos in der Datenbank recherchieren. Das einzige Problem ist, dass unerfahrene Nutzer aufgrund der großen Zahl der bereitstehenden Förderprogramme den Überblick verlieren und die nutzbaren von den nicht nutzbaren Programmen nicht unterscheiden können. Hier hilft nur Geduld und Beharrlichkeit.

Tipp: Je genauer die Suchanfrage eingestellt wird, desto konkreter sind die Suchergebnisse. Deshalb ist es ratsam, das Fördergebiet, den Förderberechtigten, den Förderbereich und die Förderart im Pull-Down-Menü konkret zu fixieren. Dadurch werden nur die Programme angezeigt, die tatsächlich in Frage kommen könnten.

Wichtig zu wissen ist, dass nahezu jedes Darlehen bei der eigenen Hausbank beantragt werden muss. Einen direkten Kontakt zu den Förderbanken haben Antragsteller in der Regel nicht. Die Richtlinien der Förderprogramme geben allerdings ganz genau Auskunft darüber, wo und wie der Antrag zu stellen ist und wer für Rückfragen zur Verfügung steht.

Welche Finanzierung passt zum Startup? Diese Frage zu klären erfordert viel Zeit und einen klaren Kopf.

Weg 2: Kredite von Banken für die Existenzgründung

Falls keine öffentlichen Fördermittel verfügbar sind, ist die zweite Option, einen direkten Kredit bei einer Bank, einer Sparkasse oder einer Genossenschaftsbank aufzunehmen.

Kredite zur Finanzierung von Betriebsmitteln oder um kurzfristige Liquiditätsschwankungen zu überbrücken, Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe und Waren einzukaufen (Vorfinanzierung) werden auch von Filialbanken vergeben.

Für kurzfristige Finanzierungen, das heißt für eine Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, bieten Filialbanken oft den Kontokorrentkredit an. Dieser ist aber der teuerste Kredit, den Bankkunden bekommen können und sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Gründer sollten deshalb konkret nachfragen, welche anderen Möglichkeiten die Bank hat und sich andernfalls bei anderen Banken umsehen.

Soll mittelfristig oder langfristig finanziert werden, zum Beispiel um Betriebsvermögen, Grundstücke oder Immobilien anzuschaffen, dann ist ein Investitionskredit erforderlich. Als Faustregel gilt: Je länger die Laufzeit, desto geringer fällt die monatliche Belastung aus.

Existenzgründer sollten sich immer mehrere Angebote zum Vergleich einholen und auch Online Banken in Betracht ziehen.

Wer sich nicht alleine mit den Kreditangeboten auseinandersetzen mag, arbeitet mit einem Unternehmens- oder Steuerberater zusammen. Diese Zusammenarbeit lässt sich bezuschussen, zum Beispiel mit Hilfe des Zuschussprogramms Unternehmensberatung.

Bis zu 3.000 Euro Zuschuss sind möglich. Im Rahmen der Gründungsberatung können Existenzgründer professionelle Unterstützung für die Aufstellung der Finanzierung holen. Sie können sich Finanz- und Businesspläne erstellen lassen sowie ihren Berater mit zu Bankgesprächen nehmen. Das macht vieles erheblich einfacher und sorgt dafür, dass Banken eher geneigt sind, einer Finanzierung zuzustimmen.

Weg 3: Kredite von privaten Investoren

Existenzgründer können aber auch auf anderem Weg Fremdkapital erhalten. Neben der klassischen Bankfinanzierung gibt es verschiedene Plattformen im Internet, auf denen private Investoren ihr Geld an private Kreditnehmer geben.

Hier spielt die Geschäftsidee eine große Rolle und Startups müssen sich professionell präsentieren, um potentielle Anleger von sich zu überzeugen. Auf den sogenannten Peer-to-Peer-Plattformen oder auf Crowdfunding- und Crowdinvest-Plattformen gibt es verschiedene Ansätze für Startups, sich alternativ zu finanzieren.

Da die Anleger von ihrem Engagement profitieren wollen, liegen die Zinsen in der Regel höher, als bei Filialbanken. Es ist ratsam, sich unterschiedliche Plattformen anzusehen und parallel mehrere Finanzierungsanfragen zu starten. Dann stehen im besten Fall mehrere Angebote zur Auswahl.

Fazit: Es gibt viele Wege zur Finanzierung

Den idealen Finanzierungsweg gibt es nicht. Vielmehr gibt es mehrere Wege zum Fremdkapital und welcher passt, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Wichtig ist, aktiv zu werden und sich die notwendigen Informationen zu beschaffen.

Die richtigen Informationen sind eine unverzichtbare Basis, um zielführende Finanzentscheidungen zu treffen.

1 Kommentar zu "Fremdkapital für Gründer: 3 Wege zum Geld"

  1. Wir hatten damals auch Kredite benötigt. Leider erfolglos.

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