Der größte Fehler, den wir bis jetzt auf unserer Startup Journey gemacht haben

Lean Starten als Gründer

Fachbeitrag von Vladislav Melnik – Co-Founder von Chimphq:

Spannend, oder?

Wir haben neulich einen neuen Blog gelauncht, wo wir live von unserer Startup Journey berichten. Dabei teilen wir regelmäßig unsere Höhen, Tiefen, Geschichten und Lektionen. Wir legen wirklich alles offen: von der Produktentwicklung über den Umsatz bis hin zum Gehalt.

Das ist zwar etwas beängstigend, sorgt aber für viel Vertrauen und viel Buzz.

Beides wichtige Punkte, die wir für Chimp, unsere neue Inbound-Marketing-Plattform für kleine Unternehmen, gut gebrauchen können.

In diesem Beitrag möchte ich dir jetzt unseren größten Fehler aufzeigen und erzählen, was wir daraus gelernt haben. Es ist ein Fehler, den viele Startups gerne begehen. Egal ob groß oder klein. Vor allem im deutschsprachigen Raum.

Aber genug auf die lange Folter gespannt.

Was war denn jetzt unser größter Fehler?

Ganz einfach: Wir waren nicht lean genug!

Das erste Problem hat sich ergeben, weil wir etwas „arrogant“ und so verliebt in unsere Plattform waren, dass wir nur damit unseren neuen Blog launchen wollten. Aber wir hätten viel früher mit einem einfachen WordPress Blog starten können und hätten dadurch viel früher wertvolles Feedback bekommen.

Auch wenn es im Nachhinein eine schöne Geschichte ist, hätten wir dennoch wesentlich leaner arbeiten können.

Ein weiterer Punkt, indem wir überhaupt nicht lean waren, war die Feature-Liste. Wir haben uns am Anfang zusammengesetzt und die nötigen Features für die erste Version besprochen. Wir haben zwar immer das Problem, dass wir eine Plattform anbieten und Plattformen per Definition umfangreich sind.

Dennoch war der Workload einfach zu groß. Wir hätten uns nur auf das wichtigste Kernfeature (in unserem Fall Content Management mit hardgecodeten Themes) fokussieren sollen.

Und ja, das Lean Startup ist schon ein alter Schuh. Jeder von uns kennt diese Methode. Oder sollte zumindest mal etwas von ihr gehört haben.

Aber wenn du dich an die eigene Nase fässt und dich in deinem persönlichen Umfeld umschaust, wer arbeitet da wirklich lean?

Arbeitest du lean? Wenn ja, dann kannst du dich entspannt zurücklehnen. Aber die Erfahrung zeigt, dass viele Startups nicht 100%ig lean sind. Wir auch nicht.

Außerdem kenne ich selbst gestandene Unternehmer mit Millionenumsätzen, die bei neuen Projekten nicht wirklich lean handeln. Eigentlich darf das nicht sein, oder?

Generell kann jedes Startup und jedes Unternehmen immer noch ein bisschen leaner sein.

Schauen wir uns deshalb diese Methode noch mal in Ruhe an.

Warum befindest du dich in extremer Ungewissheit?

Zu aller erst musst du dir noch mal vergegenwärtigen, dass du immer nur Annahmen, Hypothesen oder Behauptungen hast. Du befindest dich quasi in nebligen Gewässern und versuchst dich langsam vorzuarbeiten.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir am Anfang gar nichts. Deshalb müssen wir alles testen.

Ich gehe auch immer davon aus, dass ich nichts wirklich weiß (auch wenn ich es bereits weiß), bevor ich es nicht getestet habe. Jede Situation, jeder Kontext, jeder Zeitpunkt kann unterschiedlich sein.

Genau hier kommt der BML-Kreislauf ins Spiel, um schnell und einfach deine Behauptungen zu testen.

Was ist der Bauen-Messen-Lernen-Kreislauf?

Der BML-Kreislauf sieht jetzt wie folgt aus:

Der Bauen-Messen-Lernen-Kreislauf

Du fängst also immer mit irgendeiner Idee an. Dann baust du etwas: ein Produkt.

Ein Produkt muss jetzt nicht ein Produkt im ursprünglichen Sinne sein. Ein Produkt ist hier etwas, um deine Idee am Markt zu testen. Nachdem du dein Produkt deinem Markt zur Verfügung gestellt hast, bekommst du Daten, wertvolles Feedback.

Anhand des Feedbacks lernst du etwas. Entweder war deine Behauptung richtig oder falsch. Dieser Erkenntnis beflügelt dann wieder eine neue Idee und der Kreislauf beginnt von vorne.

Dein Ziel sollte es also sein, so schnell wie möglich durch den Bauen-Messen-Lernen-Kreislauf zu huschen, deine Ideen zu testen, Feedback zu sammeln und daraus etwas zu lernen.

Was ist ein MVP?

Passend zum BML-Kreislauf gibt’s ja noch das MVP. MVP bedeutet „Minimum Viable Product“ und bedeutet so etwas wie Mindestprodukt.

Hier erstellst du im Kreislauf kein komplexes Produkt, sondern ein sehr einfaches, rudimentäres Ding, das das Nötigste kann.

Wie bereits erwähnt, kann ein MVP jetzt vieles sein. Es kann ein Prototyp einer Software sein, eine Landing Page, um zu schauen, wie die Converisons zu einem bestimmten Thema sind oder ein einfacher Blogartikel, um herauszufinden, wie viel Interesse zu einem bestimmten Thema vorhanden ist.

Auch wir haben uns mit einigen MVPs zum jetzigen Punkt entlang gehangelt. Unser erstes MVP war die Idee samt Layoutentwurf, die wir verschiedenen Kollegen gezeigt haben. Danach habe ich auf Konferenzen am Ende der Präsentation unsere Inbound-Marketing-Plattform erwähnt.

Als die Gespräche mit diesen Menschen positiv waren, machten wir weiter.

Also überlegen wir uns, welche Features unbedingt in der ersten Version von Chimp vorhanden sein sollten. Wir wollten von Anfang an Design, Content, Community und Conversion sowie Analytics dabei haben. Aber wie gesagt, es war viel zu umfangreich. Und das, obwohl wir E-Mail-Marketing und Social Media Management komplett rausgenommen haben.

Das würde den Rahmen mehr als sprengen.

Im nächsten Schritt sind wir gerade dabei, das konkrete Interesse mit unserem neuen Startup Blog zu testen und Aufmerksamkeit für den Launch unserer Plattform zu erzeugen.

Fazit

Auch wenn ich wünschte, dass wir bis jetzt keine Fehler gemacht haben, bin ich dankbar dafür.

Denn aus diesen Fehlern konnten wir lernen.

Die Lean-Startup-Methode ist heute ein alter Schuh und sieht so simpel aus. Aber dennoch hat sie ihre Wichtigkeit nicht verloren. Im Gegenteil, jeder von uns sollte sich an die eigene Nase fassen und schauen, ob er wirklich lean genug handelt.

Wir werden in Zukunft zumindest noch mehr darauf achten. Genauer gesagt werden wir so schnell wie möglich kleine Features bei einem gewissen Test-Publikum launchen, uns Feedback holen und daraufhin langsam weiterentwickeln.

Ich hoffe, du konntest aus diesem Beitrag etwas mitnehmen und hast einen guten Eindruck bekommen, was dich bei unserer Startup Journey erwartet.

Wenn du jetzt noch mehr erfahren möchtest, dann klicke hier, um unsere Startup Journey mitzuerleben.

Autorenprofil:

Billomat Geschäftsführer

Vladislav Melnik ist Co-Founder von Chimp. Er ist auf einer Mission, kleinen Unternehmen in Deutschland, Österreich und Schweiz das Inbound Marketing näher zu bringen.

Weitere Informationen zum Autor findest Du direkt unter: https://chimphq.de

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