Günstige Wege einen Online Shop zu eröffnen

Dieser Gastbeitrag stammt von Robert Brandl, der sich auf WebsiteToolTester.com unter anderen damit beschäftigt, wie man auf möglichst einfache Art und Weise einen Online Shop erstellen kann.

Sein zweites Projekt heißt EmailToolTester, bei dem er Newsletter Tools testet und vergleicht.

Wer ein Ladengeschäft betreibt, weiß sicherlich, dass der Weg zu einem kostendeckenden Verdienst recht steinig sein kann. Nicht nur das Ladenlokal und die Einrichtung wollen bezahlt werden, auch ohne feste Angestellte läuft normalerweise nicht viel.

Wie schön haben es da die Online Shop-Betreiber: sitzen sie dem Kunden schließlich mit ihrem Shop sprichwörtlich auf dem Schoß. Eine Website kennt bekanntermaßen auch kein Ladenschlussgesetz und somit braucht man nicht pausenlos menschlichen Einsatz, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Das geht Hand in Hand mit dem Thema Skalierbarkeit. Ein kleiner Laden wird große Probleme bekommen, wenn plötzlich 20 Leute auf einmal im Geschäft stehen. Ein Online Shop mit der richtigen Rechenpower kann hunderte Besucher zur gleichen Zeit verkraften.

Das klingt toll, man muss dabei aber einiges beachten

Der wichtigste Punkt ist, dass der Online-Verkauf ein komplett anderes Geschäft ist als der stationäre Einzelhandel. Nicht nur „ticken“ die Wettbewerber anders, man muss sich auch viel intensiver mit Suchmaschinenoptimierung und anderen digitalen Werbeformen auseinandersetzen.

Falls Sie nicht zufällig einen eCommerce Spezialisten kennen, dem Sie vertrauen können, wird Ihnen kaum etwas anderes übrig bleiben als sich selbst etwas intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Einen kurzen Einstieg möchte Ihnen dieser Artikel vermitteln.

eCommerce: die ersten Schritte

Wenn Sie erst einmal „die Wassertemperatur prüfen“ möchten, würde ich Ihnen empfehlen Ihr Marktsegment erst einmal auf eBay oder Dawanda (falls Sie etwas Selbstgemachtes verkaufen) zu testen. So können Sie erste praktische Erfahrungen sammeln und werden unter Umständen direkt von unrealistischen Vorstellungen geheilt.

Zwar ziehen diese Portale sehr viele Käufer an, allerdings führt das im Falle von eBay zu einem starken Preiskampf, insbesondere bei standardisierten Waren. Bei Dawanda sieht das ein wenig anders aus, da jedes Produkt individuell ist und in genau der gleichen Form nicht bei anderen Verkäufern gefunden werden kann. Allerdings ist hier das Problem, dass der Käufer nicht ganz sicher sein kann, was er eigentlich bekommt. Deswegen spielen hier die Produktbewertungen eine umso größere Rolle.

Langfristig sollte es im Internet-Verkauf aber Ihr Ziel sein einen eigenen Online Shop auf die Beine zu stellen, da Sie so mehr Freiheiten gewinnen. Gerade am Anfang würde ich mit einem überschaubaren Budget starten, es sei denn Sie sind sich Ihrer Sache bereits sicher und haben 10.000€ und mehr auf der hohen Kante.

Wenn nicht, bieten Baukastensysteme eine kostengünstige Möglichkeit einen eigenen Online Shop zu eröffnen. Falls Sie bereits eine Website betreiben, sollte der Shop auf jeden Fall ordentlich in Ihren restlichen Internetauftritt integriert werden. Oftmals ist das auch eine gute Möglichkeit Ihrer Website gleich einen komplett neuen Anstrich zu verpassen.

Per Baukastenlösung zum professionellen Online Shop

Aufgrund ihrer Vergangenheit genießen Baukastenlösungen nicht überall den besten Ruf. Früher waren die Möglichkeiten tatsächlich zu stark eingeschränkt als dass man damit ein vernünftiges Geschäft hochziehen hätte können.

Das sieht mittlerweile zum Glück anders aus: Allein über das System von Jimdo, einem Homepage-Baukasten, der seit Anfang 2010 einen Online Shop anbietet, werden mittlerweile jährlich Millionenbeträge generiert.

Der große Vorteil von Baukästen ist, dass man alles selbst umsetzen kann. Wer sich beim Arbeiten in einem Programm wie Powerpoint oder Word nicht direkt seine Finger bricht, der kann mit Sicherheit auch einen Online Shop mit Jimdo betreiben. Jedoch gilt hier eine Einschränkung: es spricht nichts dagegen, dass jemand den Shop selbst betreibt und seine Produkte einstellt. Sie sollten aber nicht alle professionellen Dienstleistungen verweigern – denn nicht jeder ist zum Designer geboren.

Viele Leute werden sehr schnell sehr euphorisch, wenn sie sehen, was sie mit so einem System alles selbst machen können. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass so ein Shop auch aus Marketing-Sicht durchdacht sein muss. Dazu gehört ein Design, das in sich stimmig ist und zum Rest des Firmenauftritts passt. Nicht zuletzt sollte man auch bei den Texten darauf achten, dass diese den Verkauf unterstützen und nicht behindern.

Aus diesem Grunde ist es normalerweise angebracht zumindest das Layout für den Einstieg von einem Fachmann erstellen zu lassen. Glücklicherweise bringt das Baukasten-Ökosystem inzwischen auch Dienstleister hervor, die sich gezielt auf diese Tools spezialisieren. Monetär ausgedrückt bedeutet das letzten Endes, dass Sie zwar keinen Shop haben werden, der mit restlos allen Schikanen ausgestattet ist, dafür aber in etwa drei Viertel des Budgets einsparen können im Vergleich zu Profi-Systemen wie Magento oder xt:Commerce.

Zu einem Profi-System kann man später immer noch wechseln. Am besten, wenn man sich sehr sicher sein kann, dass das Geschäftsmodell funktioniert und der Cash-Flow die Erweiterung von alleine trägt.

Welche Online Shop-Baukästen gibt es?

Das Angebot ist zum Teil etwas undurchsichtig, da es viele verschiedene Systeme gibt. Viele davon sehen theoretisch ausgezeichnet aus, scheiden aber für den praktischen Einsatz aus, da viele der Anbieter aus dem Ausland kommen und die rechtlichen Voraussetzungen in Deutschland (bzw. der EU) nicht berücksichtigen.

Folgende Systeme eignen sich für den Einsatz in Deutschland:

Jimdo: die in meinen Augen die bedienungsfreundlichste Lösung im Bereich der Online Shops. Im Business-Tarif (derzeit 15€ mtl.) ist die Anzahl der Produkte unbegrenzt und man zahlt keine weiteren Verkaufsgebühren an Jimdo. Als Bezahlmethode steht primär Paypal zur Verfügung und wird ergänzt durch nicht automatisierbare Wege wie Vorkasse durch Überweisung oder Bezahlung bei Abholung. Des Weiteren gibt es eine automatische Bestandsverwaltung.

Bislang fehlt die Möglichkeit mit Gutscheincodes zu arbeiten genauso wie Anbindungen an Preisvergleichsportale. Jimdo ist sehr gut geeignet für wenig komplexe Shops – wer allerdings funktionsmäßig aus dem Vollen schöpfen möchte, sollte weitersuchen.

Strato Webshops: bei diesem Shopsystem steckt, wie bei einigen anderen Anbietern (Hosteurope, Deutsche Telekom), ePages dahinter. In der unteren Preisklasse sind monatlich 9,90 (Starter) bzw. 19,90€ (Advanced) fällig. Je nach Paket stehen unterschiedlich viele Produkte, Variationen und weitere Funktionsmerkmale zur Verfügung.

Hier hat man es mit einem astreinen Shopsystem zu tun, das im Gegensatz zu Jimdo um einiges komplexer wirkt. Dafür bekommt man hier aber fast alles, was man sich von einem Shopsystem wünschen kann – angefangen bei der Vielzahl an Bezahlmöglichkeiten bis hin zur Anbindung an Paketdienste und Cross-Selling Funktionalität.

Shops von Strato laufen normalerweise separat zum restlichen Webauftritt, da die Gestaltungsmöglichkeiten für reine Inhaltsseiten recht eingeschränkt sind. Das heißt man behält i.d.R. seine bestehende Internetseite und verlinkt von dort aus auf die Shopseite. Die vorgefertigten Designs sind größtenteils leider etwas in die Jahre gekommen. Das Anlegen eigener Vorlagen ist jedoch auch möglich bzw. wird von ePages als Dienstleistung angeboten.

Das Fazit

Die technische Umsetzung ist heutzutage beim Start eines Online Shops nicht mehr die Herausforderung. Baukastensysteme bieten einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Welt des eCommerce, auch wenn man für den Setup einen Dienstleister heranzieht. Wer das Abenteuer wagt, muss jedoch bereit sein sich voll und ganz auf das neue Marktumfeld einzustellen.

Wenig sinnvoll ist es für einen Neueinsteiger in aller Regel sich mit einem Standardprodukt auf den Preiskampf einzulassen. Individuelle Produkte hingegen, die sich offline bereits sehr gut verkaufen, können durch einen Online Shop eine zweite Bühne erhalten – und das mit einer Strahlkraft, die weit über die Stadtgrenzen hinaus reicht.

Fotos: Jose Torres, Paul Preacher

7 Kommentare zu "Günstige Wege einen Online Shop zu eröffnen"

  1. Wie sieht es denn mit Marketing aus, also beispielsweise SEO. geht das mit Plattformen Jimdo oder Strato, weil diese ja doch schon feste Vorgaben haben.

  2. Bei Strato kann man die für SEO relevanten Bereiche optimieren (Seitentitel, Seitenbeschreibung, Headlines etc.). Auch die URLs sind suchmaschinenfreundlich. Das Ganze ist nur ein wenig umständlich.
    Bei Jimdo gibt es eine Einschränkung und zwar wird der Seitentitel automatisch aus einem Teil, den man selbst bestimmt, und dem jeweiligen Menüpunkt generiert. Auch hier sind die URLs SEO-freundlich und man kann individuelle Seitenbeschreibungen eingeben. Für die meisten kleineren Shops sollte das ausreichen.

  3. Gehirnjogging (Timo) | 23. November 2011 um 10:48 | Antworten

    Ok danke für die kurze Erläuterung, evtl. für meine kleine Vorhaben gar nicht so uninteressant.

  4. Also ich kann eigentlich zufrieden sein mit meinem System. Kostenlos, einfach zu handhaben und easy zu installieren. Allerdings gibt es derzeit viele gute Shopsysteme, mit denen sich elicht ein Shop erstellen lässt.
    Es wird immer einfacher und günstiger, seinen eigenen Shop erstellen zu können.

    Stephan

  5. Wichtig ist in jedem Fall das man vorab genau wissen sollte welche Funktion das Shopsystem mitbringen soll. Denn hinterher wenn alles eingerichtet ist kann es schwer sein das nachzurüsten und teuere werden wenn man davon keine Ahnung hat.

  6. Danke für den interessanten Beitrag. Allerdings dürften noch mehr Shopsysteme aufgelistet sein.

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  1. t3n.de/socialnews

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