Holidu – transparente Metasuchmaschine für Ferienhäuser 

Suchmaschine Ferienwohnungen

Geschwister verbringen in der Regel viel Zeit zusammen – so auch schon mal den Urlaub. Bei der Recherche für einen gemeinsamen Surfurlaub stolperten die Brüder Johannes Siebers und Michael Siebers (links) über ein Problem. Im Gründerinterview mit den Beiden erfahrt Ihr, wie es ist, daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln und zusammen als Geschwister das Startup Holidu zu gründen.

Michael, kurz und knapp: Pitche Eure Geschäftsidee?

Holidu ist eine Suchmaschine für Ferienhäuser. Nutzer finden bei Holidu gebündelt alle Angebote der verschiedenen Buchungsportale und können Preise transparent vergleichen.

Da die meisten Ferienhäuser auf mehreren Portalen zu unterschiedlichen Preisen gelistet sind, sparen Nutzer mit der Preisvergleichstechnologie bis zu 55 Prozent auf dasselbe Ferienhaus im selben Reisezeitraum.

Was genau war der Auslöser für den Start in ein eigenes Business?

Johannes: Die Idee für Holidu kam uns bei der Suche nach einem Ferienhaus für einen gemeinsamen Surfurlaub in Portugal. Während der Recherche hatten wir festgestellt, dass oft ein und dasselbe Ferienhaus bei mehreren Anbietern auftaucht – jedoch zu unterschiedlichen Preisen und Verfügbarkeiten.

Wir haben uns daher die Frage gestellt, ob es nicht möglich ist, eine Suchmaschine anzubieten, welche den Nutzern eine transparentere und einfachere Suche ermöglicht. Einfach so, wie man es auch von Vergleichsportalen für Flugverbindungen oder Hotels kennt.

Was macht das Geschäftsmodell einzigartig – was ist der USP?

Michael: Holidu vergleicht Millionen Ferienhäuser und Ferienwohnungen von hunderten Anbietern.

Der Preisvergleich wird mit mit einer selbstentwickelten Bilderkennungstechnologie ermöglicht. Diese erkennt zuverlässig, ob ein und dasselbe Ferienhaus auf verschiedenen Portalen gelistet ist.

Schon seit 2016 bieten wir Holidu auch als App an. Hier können Nutzer mit Freunden oder Familie gemeinsam nach Ferienhäusern suchen, sich Unterkünfte vorschlagen und zusammen übersichtlich abstimmen.

Damit löst das App-Feature bei der gemeinsamen Ferienhaus-Suche das bisher endlose Schicken von E-Mails oder Links ab. Für das Feature haben wir dieses Jahr den “Deutschen Reisepreis” gewonnen.

Wo seht Ihr die Zielgruppe bzw. wer sind die Wunschkunden?

Johannes: Jeder, der gerne auch mal Urlaub im Ferienhaus macht. Nutzer finden bei uns die Finca auf Mallorca, das Luxus-Chalet in den Alpen genauso wie das einfache Hausboot in den Niederlanden.

Wie viel Geld wurde bis zum Start investiert und wie lange war die Vorlaufzeit?

Michael: Seit 2012, also seit dem gemeinsamen Urlaub, als wir die Marktlücke entdeckt hatten, arbeiteten wir an der Gründung von Holidu. Wir haben uns quasi erst einmal ein Jahr lang im Keller eingesperrt und an der Bilderkennunstechnologie sowie am Businessplan gearbeitet.

Die Gründung im Juli 2014 wurde möglich durch eine Investition im höheren sechsstelligen Bereich, bestehend aus eigenen Ersparnissen, einer Förderung durch das EXIST-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums zusammen mit dem Institut für Entrepreneurship, Technologie und Innovation (EnTechnon) des KIT Karlsruhe sowie einem Investment von Business Angels.

Wie sieht es mit der Einnahmeseite aus – auf welchem Weg werden Geldrückflüsse erzielt?

Johannes: Die Anbieter bezahlen uns entweder pro Buchung oder pro Nutzer, den wir auf ihre Seiten weiterleiten. Für unsere Kunden ist die Suche kostenlos.

Welche Werbe- bzw. PR-Aktion hat bis dato für den größten Bekanntheitsschub gesorgt?

Michael: Über die erste Finanzierungsrunde haben einige deutschsprachige, aber auch internationale Medien berichtet. Es gab auch etliche Interviewanfragen, zum Beispiel zur Entwicklung der Bilderkennunstechnologie.

Das war wichtig, damit unser Start-up Holidu erstmals bekannt wurde.

Johannes: Unser PR-Team schafft es zudem, dass Holidu kontinuierlich in der internationalen Presse ist. Jedes Jahr veröffentlichen wir etwa Studien über Preise und Verfügbarkeiten von Ferienhäusern, die mittlerweile für die Medien und deren Leser als wichtiges Preisbarometer im Ferienhausmarkt dienen.

Aber wir verfolgen auch Reisetrends und werten dazu Daten für Journalisten aus. So haben wir PR-Aktionen wie “Die beliebtesten Strände auf Instagram” oder “Die veganfreundlichsten Städte Europas” gespielt. Auf unserem Instagram-Account haben wir den “Holidu Guide” etabliert, wo wir jede Woche Geheimtipps – also wirkliche Geheimtipps – für eine beliebte Urlaubsdestination vorstellen.

Welche Vision verfolgt Ihr und welche Schlagzeile würdet Ihr gern mal über das Unternehmen lesen?

Johannes:
Das möchten wir in drei Jahren lesen: “Holidu hat das gesamte Angebot an Ferienhäusern weltweit auf seiner Plattform durchsuchbar und buchbar gemacht.”

Auf welche 3 Tools/Apps könnt Ihr bei der täglichen Arbeit keinesfalls verzichten und warum?

Michael:
Slack, Kommandozeile, Intellij und unser internes Analytics System.

Johannes:
Bei mir sind es auch Slack und das eigene Analytics System. Dann noch Apple Notes.

Was bedeutet für Euch persönlich Erfolg – worauf kommt es wirklich an?

Beide: Da sind wir uns einig, es sind zwei Dinge: Wenn wir merken, dass wir einen echten Mehrwert schaffen. Und dass das, was wir uns ausdenken, funktioniert und von Kunden angenommen wird. Zum anderen, wenn wir sehen, dass wir Team-Mitgliedern helfen können, erfolgreich zu sein. Das ist für uns beide ein großer Erfolg.

Welchen Fehler würdet Ihr aus der eigenen Erfahrung heraus jungen Gründern ersparen?

Michael: Uns hat geholfen, schon früh über unsere Idee zu sprechen und uns mit anderen auszutauschen. Aber es ist auch nötig, das Feedback dann richtig einzuschätzen, sich quasi einzuschließen und monatelang das Produkt zu entwickeln.

Johannes: Das Wichtigste ist es, an sich und seine Idee zu glauben. Außerdem empfehlen wir, von Anfang an groß zu denken. Wer große Probleme lösen will, kann leichter Geld einsammeln, ein Team aufbauen und am Ende erfolgreich sein.

Welche Frage sollte sich eine Gründerin bzw. ein Gründer mindestens einmal gestellt haben?

Johannes: Ob sie die nächsten 7-10 Jahre 365 Tage im Jahr hart arbeiten wollen.

Mit welchen drei Worten würdet Ihr den Anderen jeweils beschreiben?

Johannes: Vielleicht ist es einfacher und zumindest etwas objektiver, wenn wir uns gegenseitig beschreiben …

Mein Bruder hat unseren Unternehmenswert „We love technology” maßgeblich geprägt.

Und er belebt ihn jeden Tag aufs Neue. Die von ihm und seinem Team entwickelten Technologien wie zum Beispiel die Bilderkennungstechnologie oder unsere Business-Intelligence-Fähigkeiten bilden den Grundstein für unser erfolgreiches Geschäftsmodell – oder auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Michael hat außerdem einen großartigen Humor und ist ein Typ, mit dem man Pferde stehlen kann.

Michael: Was ich an Johannes besonders schätze, sind seine analytischen Fähigkeiten. Und in allem, was er tut, zeigt er großen Ehrgeiz. Aber „Hungry but humble”, wie wir bei Holidu sagen.

Dabei hat er immer im Blick, dass wir unseren Kunden eine erstklassige Nutzererfahrung und beste Ergebnisse bieten. Mit Johannes kann man nicht nur wunderbar einen Surfurlaub verbringen, sondern auch die „Startup-Welle“ richtig reiten.

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