LeaseRad.de: Die leise Revolution der Mobilität

Das eBike über den Arbeitgeber finanzieren lassen? Fahrrad-Fuhrpark statt Geschäftswagenflotte? Dieses Konzept von LeaseRad aus der grünen Rad-Metropole Freiburg begeistert bei näherer Betrachtung.

Wir freuten uns ganz besonders über das Gespräch mit Gründer und Geschäftsführer Ulrich Prediger:

„LeaseRad macht Fahrräder businesstauglich“. Was genau steckt hinter dem Konzept?

Bislang fahren wir Deutschen meistens nur in unserer Freizeit Fahrrad. Im Vergleich zu den Niederlanden oder Dänemark gibt es in Deutschland wenig Berufspendler, die ihren Arbeitsweg mit dem Rad zurück legen und im Vergleich zu den anderen Ländern liegt das sicherlich nicht am schlechten Wetter.

Wir sind fest davon überzeugt, dass viel mehr Berufstätige das Fahrrad auch für den Arbeitsweg nutzen würden, der ja ein Großteil unseres Mobilitätsbedürfnisses darstellt, wenn ihr Arbeitgeber das in irgendeiner Form fördert. Und genau hier setzen wir an: Durch unser professionelles Full-Service Dienstleistungspaket wollen wir Arbeitgebern die Möglichkeit geben, ihren Mitarbeitern ein Firmenfahrrad anzubieten und damit das erfolgreiche Firmenwagen-Konzept auf ein sehr zukunftsweisendes Fahrzeug zu übertragen.

Ihre Finanzierungsrunde bei Seedmatch läuft derzeit sehr erfolgreich. Hätten Sie mit einem solch großen Interesse an Ihrer Gründung gerechnet?

Ganz ehrlich gesagt, JA! Wir haben schon in der Vergangenheit sehr positives Feedback zu unserem Unternehmenskonzept erhalten und uns Seedmatch als Partner ausgesucht weil wir das Gefühl hatten, dass die Seedmatch-Community sich sehr gut mit uns und unserer Idee identifizieren können.

Wofür wollen Sie die dadurch generierten finanziellen Mittel konkret einsetzen?

Mit unserem neuen Konzept „JobRad“ wollen wir Firmenfahrräder praktisch für alle Arbeitnehmer in Deutschland verfügbar machen. Dabei können der Mitarbeiter und der Arbeitgeber richtig Geld sparen. Wir rechnen dadurch kurzfristig mit einer relativ hohen Nachfrage und müssen dafür noch einige internen Prozesse effizienter und zuverlässiger gestalten und wollen auch mehr in professionelleren Vertrieb investieren.

Die „grüne“ Geschäftsidee von LeaseRad entstand in Freiburg, quasi dem ökologischen Mekka Deutschlands. Wieso entstehen gerade hier so viele innovative Unternehmen aus dem Umweltbereich, was meinen Sie?

Es gibt in Freiburg einfach sehr gute Rahmenbedingungen. Sehr viele Akademiker und Studenten und damit eine große Zielgruppe für grüne Produkte, kaum Industrie, einen grünen Oberbürgermeister und natürlich den eigentlich grünen Schwarzwald vor der Haustür!

Wie schätzen Sie die Zukunft des E-Bike-Markts ein, und welchen Anteil an diesem „Kuchen“ möchte LeaseRad für sich gewinnen?

Ulrich Prediger (links) und der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann

Der E-Bike Markt fängt eigentlich gerade erst so richtig an und das Potential kann man sich am besten vorstellen wenn man sich die Automobilindustrie anschaut.

Audi, BMW, Bosch, Continental, Ford, Opel, VW, und Smart – alle präsentieren oder bieten schon konkret E-Bikes oder Komponenten an. Warum tun sie das? Aus unserer Sicht kennt niemand die Zukunft der Mobilität besser als die Automobilindustrie da niemand anders entsprechend viel Geld und Interesse daran hat, wie wir in Zukunft mobil sein werden.

Wir möchten der führende Anbieter im B2B-Markt für E-Bikes werden und auch da zeigt ein Vergleich in die Autowelt das Potential: Heutzutage gehen mehr als 50% des Absatzes der deutschen Premiumhersteller (Mercedes, BMW und Audi) ins Flottenleasing.

Etwas provokant gefragt: Wie wollen Sie Unternehmen aber auch Arbeitnehmer davon überzeugen, statt dem subventionierten Geschäftsauto in Zukunft lieber auf das Fahrrad zu setzen?

Das ist genau die entscheidende Frage. Erstens passiert das schon ganz von alleine. Auto fahren wird immer teurer, immer weniger junge Leute wollen ein eigenes Auto – ein cooles Smartphone ist ihnen wichtiger – und immer mehr Menschen achten auf ihre Gesundheit und die Umwelt.

Das Geschäftsfahrrad erschließt doch völlig neue Arbeitnehmergruppen, d. h. wir wollen nicht in erster Linie die Geschäftswagenfahrer aufs Rad bringen – das ist doch sowieso nur eine kleine privilegierte Gruppe – sondern das Firmenfahrzeug demokratisieren. Durch die viel geringeren Kosten und die Steuereinsparungen ist das Firmenfahrrad in unserem JobRad-Modell wirklich etwas für jede Gehaltsklasse, egal ob der Arbeitgeber einen Teil der Kosten übernimmt oder nicht.

Ihr Unternehmen verfügt über ein sehr geballtes Experten-Knowhow. Wie fand sich dieses Team?

Ich denke wir haben zum Einen ein sehr spannendes und symphytisches Produkt ohne „natürliche Feinde“ und zum Anderen zeigen Beispiele aus dem Ausland welches Potential LeaseRad hat. Damit war es in der Vergangenheit relativ leicht unsere Experten für LeaseRad zu begeistern.

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